Mindnapping (11) – Insel-Menschen

Titel: Mindnapping (11) – Insel-Menschen / Verlag: Audionarchie / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Wolfgang Bahro, Arianne Borbach, Jan Spitzer ua

Inhalt: Sie alle brauchen Geld auf Cove Island. Helen, um die Operation ihres geliebten Hundes zu bezahlen, Pauly um endlich etwas mit seinem Leben anzufangen, und Frank für dieses seltsame Projekt, an der nächtelang in seinem Keller arbeitet.  Als ein Toter mit verstümmelter Hand und Bündeln von Hundert-Dollar-Scheinen auf dem Rücken an Land gespült wird, scheint das die Lösung aller Probleme zu sein. In Wirklichkeit ist es erst der Anfang.


Es geht Schlag auf Schlag mit dieser Reihe. Inzwischen dreht sich schon Folge 11 im Player, und die hat mich zunächst überrascht, dann aber auch perfide Art begeistert. Wer actionreiche Thriller mag, der ist hier jedenfalls an der falschen Adresse, soviel sei verraten. Trotz des grausigen Fundes am Anfang, verläuft die Geschichte weiterhin ausgesprochen ruhig, und eigentlich ahnt man als Hörer schon sehr bald, in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Somit haben mich weniger die weiteren Ereignisse erschreckt, dafür aber diese Klarheit darüber und wie unausweichlich sie einem vorkommen. Es ist einfach klar, dass die Geschichte nur so und so weitergehen kann und man muss sich darauf einlassen. Man weiß von Anfang an, dass das Geschehen kein gutes Ende nehmen kann und so bleibt einem nichts anderes übrig als gebannt dem Ende entgegenzusehen. Ungefähr so wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange.

Was die Geschichte einem hier nicht an Gänsehaut verursacht, dafür sorgt Erzähler Jürgen Kluckert mit jedem einzelnen Wort. Seine ruhige, sehr eindringliche Stimme passt wunderbar zu der Story und steuert einen Gutteil der beklemmenden Atmosphäre bei. Wolfgang Bahro lässt Michael Pollack erschreckend verkommen klingen. Sein Bruder Frank Pollack wird von Martin Kessler gesprochen und der macht mit wenigen Worten deutlich, dass Frank die Autorität auf der Insel ist. Arianne Borbach hat mir Helen Wright schnell sympathisch gemacht, und sie von allen Charakteren am vernünftigsten wirken lassen. Dadurch war sie die einzige, der ich ihr Verhalten niemals übelgenommen habe.

Die Ruhe der Handlung findet sich auch in ihrer Untermalung wieder. Sie präsentiert sich eher leise und unterschwellig, und unterstreicht so die beklemmende Atmosphäre. Mir hat es gefallen, dass man sich so dem Stil der Geschichte angepasst hat. Es beweist, dass es nicht immer lautes Kawumm braucht um Spannung zu erzeugen. Solch eindringliche Klänge können das -für meinen Geschmack- ohnehin viel besser.

Das Covermotiv mit der Hand und dem Geld im Sand passt gut zur Geschichte. Mir hat es aber das Motiv mit den beiden schwarzen Gestalten am Strand auf der CD am meisten angetan.

Fazit: Eine sehr ruhige und geradlinige Geschichte, die gerade wegen dieser Unausweichlichkeit, die man von Anfang an spürt, ihre beklemmende Atmosphäre entfaltet. Auch in solche ruhiger Gangart lassen sich spannende und unterhaltsame Geschichten erzählen. Einer meiner Favoriten der Reihe!

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