Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (01) – Besuche eines Gehenkten

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (01) – Besuche eines Gehenkten / Verlag: Romantruhe / Spielzeit: ca. 95 min / Sprecher: Christian Rode, Peter Kroeger, Lutz Harder, Werner Ziebig ua

Inhalt: Alan Fenwick steht am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Der ehrbare Buchdrucker sucht Holmes und Watson auf, weil er in der Nacht von Jack Skillington, einem ruchlosen Raubmörder heimgesucht wird. Das wäre eigentlich ein Fall für den Yard, wenn es da nicht ein makabres Detail gäbe – Jack Skillington wurde bereits hingerichtet und sucht dem armen Fenwick nun als Geist auf.


Ich bin bekanntermaßen kein Fan von Sherlock Holmes, doch diese Reihe rüttelt aktuell ganz gut an dieser Einstellung. Diese erste Folge ist maßgeblich daran Schuld, denn sie vereint alles, was selbst mir eine Holmes-Geschichte sympathisch macht. Da ist zunächst mal der Fall an sich um diese Geistererscheinung eines Gehenkten, die Alan Fenwick allnächstens in den Wahnsinn treibt. Ein Fall also, der nicht nur spannend ist, sondern tatsächlich auch schaurige bis gruselige Szenen bietet! Und das bei Holmes, dessen Fälle mir bisher sonst so fürchterlich dröge erschienen! Das war direkt der erste Pluspunkt, den die Folge verbuchte. Den zweiten verdiente sie damit, dass Holmes und Watson hier tatsächlich mal unterwegs sind bei ihren Ermittlungen! Und zwar so, dass man sie als Hörer begleitet, statt nur hinterher davon erzählt zu bekommen! Das wirkte direkt exotisch auf mich. Kannte ich die beiden doch meist nur im Haus in der Bakerstreet! Ich hoffe sehr, dass die Reihe den beiden dieses rege Ermitteln erhält! Den letzten erwähnenswerten Punkt verdiente die Folge mit den wirklich amüsanten Dialogen zwischen Holmes und Watson, in denen -für mein Empfinden- so viel mehr Lebhaftigkeit und Humor mitschwingt, als es mir bislang zu Ohren kam. 2 CDs sind sicher nicht wenig Hörstoff, aber so verflog die Zeit förmlich.

In den Hauptrollen sind -wie schon bei der Maritim-Serie- Christian Rode und Peter Groeger zu hören. Wer die Maritim-Holmes kennt, der wird sich mit den beiden auch hier sofort heimisch fühlen. Nur präsentieren sie ihre beiden Charaktere mit unüberhörbar mehr Elan und Pfiff. Auch Lutz Harder hat mir als Lestrade gut gefallen. Er lässt den Inspektor sympathisch und -wenn nötig- auch energisch klingen.

Auch in Sachen Musik konnte mich dieses Hörspiel überzeugen. Die eingesetzten Stücke klingen angemessen „altmodisch“, legen aber doch eine gewisse Lebendigkeit an den Tag. Wenn es die Passagen erfordern, schlägt man aber auch mal düstere Töne an, was der Atmosphäre zusätzlichen Schliff verleiht. Hier und da hätte ich mir ein Geräusch mehr gewünscht, aber ansonsten gibt es nichts zu beanstanden.

Ich schätze mal, das Covermotiv wird Geschmackssache sein und bleiben. Ich finde, es wirkt nicht so ernsthaft wie bei den Maritim-Holmes und erinnert mich ziemlich an Cover einer gewissen Jugendkrimiserie 😉 Aber ich mag das so! Ich mag es, dass an Holmes Seriosität gekratzt wird. Das nimmt den verknöcherten Eindruck. Jedenfalls bei mir. Vom Rahmen her erinnert das Cover dagegen sehr an den Maritim-Vorgänger.

Fazit:  Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es irgendein Hörspiel, Hörbuch oder Buch je schaffen würde, dass mir eine Geschichte um den Meisterdetektiv und auch er selber mal gefallen würde. Aber „Besuche eine Gehenkten“ ist das gelungen. Mit einer unerwarteten Story, überraschend mobilen Charakteren, die auch noch eine gute Portion Augenzwinkern mitbringen. Ich freue mich schon auf die kommenden Folgen!

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