Amadeus (Partitur 1) – Wolferl

Titel: Amadeus (Partitur 1) – Wolferl / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Frank-Otto Schenk, Thomas Petruo ua

Inhalt: Es war im Frühjahr 1781. Wir hatten unsere Reise nach Wien unterbrochen und in einer kleinen Poststation Halt gemacht. Dort gingen furchterregende Dinge vor sich. Was mochte dem armen Mädchen widerfahren sein, das am ganzen Leib zitterte und unentwegt ins Feuer starrte? Und welch blutiges Schicksal war dem Gangleder beschieden, den wir tot auf dem Häußgen fanden – grausam zugerichtet und mit geraubtem Herzen. Mit dem Mute der Verzweiflung folgten Amadeus und ich der Blutspur des Mörders.


Diese Hörspielreihe hatte ich bislang ganz bewusst gemieden. Keine Lust auf Historisches, keine Lust auf eine Lehrstunde über Mozart, vielen Dank!
Aber irgendwie und irgendwann habe ich mich dann doch erweichen lassen und mir zumindest Folge 1 angehört. Was soll ich sagen? „Wolferl“ hat mir tatsächlich gefallen. Meine Allergie gegen Historisches hat hier ein wirkungsvolles Gegenmittel gefunden: Humor! Für mich ist der Humor dieser Folge ganz klar der größte Pluspunkt! Auch wenn ich Amadeus anfangs als etwas aufgedroht bzw überdreht empfunden habe, habe ich mich doch sehr über seinn loses Mundwerk und seine Sprüche amüsiert. Erfreulicherweise keine Spur vom wie befürchtet ernsthaften und altmodischen Mozart! Eine weitere Überraschung war für mich die Handlung an sich, die keineswegs einer Lehrstunde gleicht, sondern äußerst mysteriös und stellenweise sogar sehr gruselig daher kommt. Mit sowas bekommt man mich schnell!   Natürlich, wer bereits die eine oder andere Geschichte um einen solchen „Mörder“ kennt, der ahnt recht bald, mit wem es Amadeus und sein Freund Justus Resch zu tun bekommen. Umso bemerkenswerter, dass es hier gelungen ist, trotzdem für eine solch unheimliche Stimmung und so viel Spannung zu sorgen. Ich bin der Geschichte jedenfalls neugierig und mit einer angenehmen Gänsehaut hier und da gefolgt. Und die Auflösung bietet schließlich noch einen schönen Dreh. Speziell für alle, die sich ihres Verdachts über den Mörder schon so sicher waren 😉
Ob sowas möglich ist, daran darf man zweifeln. Aber erstens darf man sich solche Fragen bei einem Hörspiel wie diesen nicht stellen, und zweitens ist zumindest die Vorstellung sehr reizvoll!

Tim Knauer gefällt mir in der Rolle des Amadeus ganz ausgezeichnet. Eank ihm klingt diese historische Figur wunderbar jung. Außerdem verleiht er ihm einen äußerst gewitzten und humorvollen Ton, der mir Amadeus sofort sympathisch machte. Ein winzige Prise Arroganz ist ebenfalls vorhanden und irgendwie verleiht genau der besagtem Humor noch eine ganz spezielle Würze. Kim Hasper alias Justus Resch zählt ohnehin zu meinen Lieblingssprechern, da konnte also nichts schief gehen. Dank ihm bin ich auch mit dem jungen Arzt schnell warm geworden. Er bildet mit seiner ruhigen und bedachten  einen schönen Kontrast zum quirligen Mozart. In weiteren Rollen sind unter Anderem Frank-Otto Schenk, Thomas Petruo und Harald Effenberg zu hören, die ihren Rollen ebenfalls glaubhaft Leben einhauchen und ihnen unverkennbaren Charakter verleihen.

Mit klassischer Musik kann man mich eigentlich jagen. Doch natürlich wäre eine Hörspielreihe um Mozart undenkbar ohne klassische Musikstücke. Zu meiner Überraschung habe ich mich daran hier nicht eine Sekunde lang gestört. Obwohl einige Stücke recht heiter sind, pfuschen sie Mystery und Grusel nie ins Handwerk. Erstaunlich, aber natürlich wirklich toll! Düstere und unheimliche Melodien sind selbstverständlich dann und wann ebenfalls zu hören. Ein interessante Mischung, die wundersamerweise bestens funktioniert.

Mozart auf dem Cover war für mich -ohne das Hörspiel überhaupt gehört zu haben- der erste Grund, wegen dem ich mich der Reihe verweigern wollte. Iizwischen finde ich, dass er mit seinem ernsten Blick einen reizvollen Kontrast zu dem unheimlichen Bild vom heulenden Wolf im Hintergrund bildet.

Fazit:  „Wolferl“ war für mich in jeder Hinsicht eine echte Überraschung! So jung, lebendig und humorvoll hätte ich mir den Komponisten niemals vorstellen können. Dieses mysteriös-unheimliche Abenteuer um ihn und seinen Freund Resch hat mich dann vollends überzeugt. Solche Geschichten mag ich, und diese hier ist wirklich toll in Szene gesetzt worden.

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