Gruselkabinett (70) – Schwarze Krallen

Titel: Gruselkabinett (70) – Schwarze Krallen / Verlag: Titania / Spielzeit: ca. 57 / Sprecher: Konrad Bösherz, Sebastian Schulz, Hans-Jürgen Wolf ua

Inhalt: In den Südstaaten der USA, 1935: Der junge Wissenschaftler Joel Brill gerät durch ein einziges Telefongespräch zum Haus von Jim Reynolds, einem Experten für westafrikanische Volksstämme, in eine haarsträubende Geschichte, die ihn mit Gefahren konfrontiert, von denen er nicht einmal in seinen kühnsten Träumen geahnt hätte, dass sie auf dem amerikanische Kontinent existieren.


Nach einer „Gruselkabinett“-Pause war mir mal wieder nach einer Folge der Reihe zumute und diese hier klang inhaltlich ganz vielversprechend. Anfangs ließ auch alles noch auf eine unheimliche Geschichte ganz im Stil der Serie hoffen und ich war frohen Mutes. Doch nur wenig später hatte ich eher das Gefühl, in einem Krimi gelandet zu sein. Von Grusel war zu diesem Zeitpunkt gar nichts mehr zu spüren. Glücklicherweise kam zum Ende hin dann  dank eines sagenhaften Wesens doch noch das Flair der gewohnten Schauergeschichten auf. Dennoch hat mir dieses Krimi-Intermezzo nicht so wirklich gefallen. So etwas erwarte ich beim „Gruselkabinett“ nun mal einfach nicht. Wer sich daran nicht stört, der wird mit der Geschichte sicher zufrieden sein. Spannend ist sie allemal, und auch eine gelegentliche Gänsehaut dann und wann ist drin. Nur halt eher wegen bespielsweise gewisser Maßnahmen der Verbrecher als wegen schauriger Momente

Konrad Bösherz als Joel Brill hat mir sehr gut gefallen. Der junge Wissenschaftler war mir von Anfang an sympathisch. Er lässt ihn nett und jugendlich munter klingen, schafft es aber auch später zu überzeugen als diese Rolle Angst, Panik und Zorn erfordert. Ronald Nitschke gibt einen angenehm ruhigen Polizisten Buckley, der schnell den Gegenpol zum aufgewühlten Joel bildet. Weniger überzeugt haben mich dagegen die Sprecher der drei Diener des ermordeten Jim Reynolds. Dirk Petrick alias Yut Wuen habe ich beim Telefonat anfangs glatt für eine Frau gehalten. Und Sebastian Schulz, der den Ali spricht, hätte ich vom Akzent her ohne Zweifel eher Richtung Russland einsortiert.

Musikalisch gibt es nichts zu beanstanden. Es sind stimmungsvolle, düstere Stücke zu hören, die sich meistens sehr im Hintergrund halten und von dort für Atmosphäre sorgen. Draußen beim Haus von Reynolds hilft auch noch eine ganze Reihe passender Geräusche wie das Rauschen von Bäumen, Vögeln und einem Käuzchen der Stimmung auf die Sprünge.

Das Covermotiv verspricht mehr Grusel als das Hörspiel schließlich hält. Mir gefällt  es aber dennoch. Einfach weil ich die Kombination aus düster und kräftigen Farben mag, und auch solch schaurige Häuser immer wieder gerne sehe.

Fazit:  Keine Schauergeschichte, wie ich sie mir erwartet hatte. Und wie ich es eigentlich von der Reihe auch kenne. Eher ein Krimi, in dem ein sagenunwobenes Wesen sein Unwesen treibt.

 

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