Meister der Angst – Der seltsame Fall von Dr. Jekyll & Mr. Hyde

Titel: Meister der Angst – Der seltsame Fall von Dr. Jekyll & Mr. Hyde / Verlag: Random House Audio / Spielzeit: ca. 76 min / Sprecher:

Inhalt: London, 1888: Der ehrgeizige Dr. Jekyll experimentiert mit verbotenen Substanzen und verwandelt sich in die bösartige Ausgabe seiner selbst: Mr. Hyde. Plötzlich wird London von bestialischen Mordfällen heimgesucht.


Nach „Jack the Ripper“ nimmt sich diese neue Hörspielreihe nun der Geschichte um Dr. Jekyll und sein böses Ich vor. Man muss zwar die „Ripper“-Folge nicht kennen und mit dieser Folge zurecht zu kommen, aber es hat mir auf jeden Fall gefallen, dass es hier und da Zusammenhänge bzw Verbindungen gibt. So werden einige Personen aus der „Ripper“-Folge erwähnt, auf die man so erneut trifft, und mit Abberline bekommt man sogar den gleichen Ermittler an die Hand.
Dafür muss man hier aber schon sagen, dass die Geschichte um den Doktor im Großen und Ganzen genau so erzählt wird, wie die meisten sie sicher schon kennen. Ich schätze, dieser Stoff gibt auch keine großen Experimente her ohne dass sie sich verlieren würde. Deshalb geht das für mich so in Ordnung. Auf große Schreckmomente und ähnliches darf man allerdings nicht hoffen. Der Umsetzung fehlt jedes Reißerische, sie konzentriert sich in erster Linie auf diese beiden so widersprüchlichen Wesen des Dr. Jekyll, und wie ich finde, schreckt das alleine schon ganz gut. Es waren weniger Hydes Taten, die mich schaudern ließen, sondern eher dieser verzweifelte Kampf Hydes gegen sein böses Ich, der hier so absolut auswegslos dargestellt wird. Und so ist es -auch wenn man eigentlich weiß, wie die Geschichte enden wird- doch spannend, ihr hier nochmal zu folgen.

Andreas Fröhlich bereitet die unterschiedliche Darstellung des Jekyll und Hyde keinerlei Schwierigkeiten, auch wenn mir seine Stimme für Hyde nicht gefallen hat. Für meine Abneigung gegen „Herr der Ringe“ und damit auch gegen Gollum kann ja niemand was.  Frank Glaubrecht als Abberline steht hier Gabriel Utterson bei seinen Ermittlungen zur Seite. Gesprochen wird er von Peter Weis, was bei mir per se schon einen Pluspunkt einbringt. Mir gefällt seine humorige Art, mit der er den Utterson spricht. Das lockert angenehm auf.

Die Musik wurde auch bei dieser Folge unüberhörbar mit Sorgfalt ausgewählt und ist mit für die dichte und düstere Atmosphäre verantwortlich, was der Geschichte gut steht. Die Geräusche können sich ebenfalls hören lassen und veranschaulichen das Gehörte sehr gut.

Dieses Mal ist Grün die vorherrschende Farbe des Covers und macht es so zum Hingucker im Regal. Außerdem gefällt mir die Darstellung von Hyde und Jekyll so Rücken an Rücken.

Fazit:  Mir hat auch diese Episode der „Meister der Angst“ gefallen. Auch wenn ich die Geschichte im Wesentlichen kannte. Sie wirkte hier trotzdem neu auf mich, da es hier weniger um den Schrecken des Mr. Hydes an sich geht, sondern mehr um den Kampf zwischen ihm und Jekyll. Das ist beeindruckend zu hören.

1 Comment

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  1. Herzlichen Dank für den schönen Kommentar! 🙂
    Und richtig: Es ging uns bei dieser Bearbeitung tatsächlich um das Grauen der inneren Zerrissenheit und um die persönlichen Konsequenzen, die aus dem wissenschaftlichen Spiel mit dem Feuer resultieren.
    Wir möchten uns bei jeder der – hoffentlich – noch weiteren Folgen der Reihe „Meister der Angst“ die Frage stellen: „Worin liegt das Wesen des Schreckens, des Grauens, des Horrors in diesem speziellen Fall?“
    Wir wünschen uns, darauf vielfältige Antworten zu finden und so gewisse, auch: typische Strickmuster zu umgehen, die sich im Umgang mit diesem Genre allzu gern einmal aufdrängen. 🙂

    die mediabühne

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