Zombies in der Silversternacht

Titel: Zombies in der Silversternacht / Verlag:  hoerspielprojekt.de / Spielzeit: ca. 51 min / Sprecher: Marc Schülert, Christiane Marx, Jamie Leaves, David Riedel, Falko Diekmann ua

silversterzombiesInhalt: Die 80er Jahre. Die Zeit der Punks und der Popper, der Dauerwelle und der Föhnfrisur, der Leggins und der Jeans-Hemden war angebrochen. Aber es war auch die Zeit, als Zombies noch durch dunkle Gänge schlichen, langsam und behäbig und sich ihr Wortschatz auf das Grunzen und Gehirn beschränkte.

Eine Gruppe amerikanischer Teenager bricht am Silvesterabend übermütig in das medizinische Institut des Ortes ein und macht eine grauenhafte Entdeckung. Im Namen des Militärs wurden Experimente durchgeführt, die niemand je für möglich gehalten hätte.

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Passend zum Jahreswechsel betrat das hoerspielprojekt mit diesem Hörspiel die Bühne. Ehe man es sich anhärt, sollte man die oben aufgeführte Inhaltsangabe gut durchlesen und verstehen. Ich fürchte, sonst erlebt man einen gehörigen Schrecken. Denn dort steht ganz klar, dass die Handlung in den 80ern spielt. Und an den Zombiefilmen aus dieser Zeit orientiert sich auch diese Geschichte. Dabei kann keine groß tiefgründige Story herumkommen, oder irgendwelche innovativen Ideen. Ich schätze mal, das ist so auch gar nicht gewollt. Hier bekommt man eine Story zu hören, in der Zombies eben wirklich nicht mehr als grunzende und trokelnde Wesen mit Appetit auf Menschenfleisch sind. Und der Auslöser für die Katastrophe ist -wie in so vielen Grusel- und Horrorgeschichten dieser Zeit- eine Clique Jugendlicher, die sich hier Drogen für einen genialen Jahreswechsel beschaffen wollen, in ein  geschlossenes, medizinisches Instut einbrechen und dort die gar nicht so toten Toten finden. Und die erwachen natürlich prompt zum Leben! Fortan sind sie auf hungriger Jagd und die Kids auf der verzweifelten Flucht. Das ist blutig, das ist trashig, das macht halt einfach Spass. Auch wenn man hundertmal ahnt, worauf gewisse Szenen schlussendlich hinauslaufen werden. Einmal habe ich sogar geradezu auf eine Art „buh“ von einem Zombie gewartet, weil sich einer der Charaktere plötzlich absolut in Sicherheit fühlte. Das war dann sogar für einen Lacher gut.

Ich bin so jemand, wenn mir eine Geschichte gefällt und mich gut unterhält, dann kann ich leicht über wackelige Sprecherleistungen hier und da hinwegsehen. Dieses Vermögen sollte man für das Hörspiel schon mitbringen. So ziemlich jeder Sprecher und jede Sprechin hat hier ihre Höhen und Tiefen. Da wird dann mal mit der Betonung übertrieben, dann wieder fehlt es an nötiger Betonung, dann wieder klingen sie völlig authentisch und der Spass an der Sache ist nicht zu überhören. Für wen zu einem guten Hörspiel in erster Linie Profisprecher gehören, der ist hier an der falschen Adresse. Ich finde es jedenfalls immer wieder prima, mal andere als die langhin bekannten und geleckten Stimmen zu hören. Außerdem macht bekanntlich ja die Übung den Meister 😉

Silversternacht hin, Vorabböllerei her, es ist ganz klar, dass der Jahreswechsel in der Geschichte erst noch bevorsteht. Dafür war es mir dann doch etwas viel mit der Knallerei im Hintergrund. Davon abgesehen gehen die Geräusche in Ordnung und vor allem die grunzenden Zombies haben mir prima gefallen. Das muss man sich mit den Sprechern dafür am Mikro einfach mal bildlich vorstellen. Musikalisch geht es gemischt zu. Oft sind leise, düstere und bedrohliche Melodien aus dem Hintergrund zu hören, zu actionreichen Szenen bekommt man aber auch mal ausgesprochen laute und rockige Stücke zu hören.

Tod und Blut sind Dinge, die ich mit Zombies verbinde. Von daher geht für mich das Cover auch völlig in Ordnung. Von der Silversternacht aus dem Titel ist zwar nichts zu sehen -ich hätte ja Raketensternchen in den Augenhöhlen ganz nett gefunden-, aber das Datum ist in der Geschichte ja auch nicht so sehr von Belang.

Fazit:  Es gibt leider nur wenige Silvesterhörspiele. Meine Sammlung hat einen neuen Kadidaten gefunden. Mir hat die Geschichte Spass gemacht. Man muss sich aber damit arrangieren können, dass hier keine Profisprecher am Werke sind. Ich weiß wohl, dass es Leute gibt, für die das eine wichtige Sache bei Hörspielen ist, von daher sei es erwähnt.

 

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