Studio Hörsturz Grusel Serie (02) – Die Plantage

Titel: Studio Hörsturz Grusel Serie (02) – Die Plantage / Verlag: Studio Hörsturz / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Ernst Meincke, Uve Teschner, Lutz Riedel ua

hoersturzgruselInhalt: Eigentlich hatte es für die kleine Reisegruppe ein entspannter Kurzurlaub auf einer alten zu einem Hotel umfunktionierten Plantage werden sollen. Doch bereits bei ihrer Ankunft häufen sich die Anzeichen, dass mit dem Hotel etwas nicht zu stimmen scheint. Weder scheint es Personal zu geben noch ist der Verwalter, ein zwielichtiger älterer Herr namens Brock bereit, ihnen über die seltsamen Vorgänge auf der Plantage Rede und Antwort zu stehen.
Als dann auch noch ein Mitglied der Reisegruppe unter merkwürigen Umständen spurlos verschwindet, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Kurz darauf belagert eine Horde Untoter das alte Plantagen-Hotel und den Touristen bleibt kaum noch Zeit, wenn sie dieser Falle lebend entkommen wollen.


Nach dem gsichtslosen Schrecken der ersten Folge dieser Reihe hat der Schrecken, der hier auf eine Gruppe Touristen lauert, durchaus ein Gesicht. Ein sehr totes (oder doch lieber untotes?) Gesicht nämlich. Auf der Plantage, wo die Reisegruppe einige Tage verbringen wollte, geht Unheimliches vor sich. Das müssen sie schon in der ersten Nacht feststellen, und der Hörer gleich mit! Nachdem Zombies im Moment ja ziemlich allgegenwärtig sind, hat es mir hier gefallen, dass die Geschichte dort spielt, woher der Glaube an Zombies und die magische Rituale um diese zu erwecken, ihren Ursprung haben. Und eine Plantage ist sicher einer der geeignetsten Orte um solch eine Geschichte spielen zu lassen. Einen gwissen Trash-Faktor kann man der Story allerdings auch nicht absprechen. Ich denke da speziell an die Szene mit der Beschwörung, oder die erste Begegnung der Touristen mit den unliebsamen Gästen auf ihrer Urlaubsresidenz. Wobei ich annehme, dass das auch durchaus so gewollt ist. Immerhin lehnt sich diese Reihe an die alte Gruselserie an, und auch der kann man den Trash beim besten Willen nicht absprechen. Somit bin ich der Flucht der Reisegruppe mit einer angenehmen Mischung aus Spannung und sympathischer Belustigung gefolgt.
Erfreulich fand ich es übrigens, dass die Herren sich so schön regelmäßig mit Namen anreden. So wusste ich immer, wem ich da gerade zuhöre. Mir fällt es ja immer etwas schwer, das nur an den Stimmen auszumachen.
Wirklich gestört hat mich lediglich, dass man sich offenbar nicht ganz klar darüber war, ob der Kerl nun deutsch „Tobias“ heißt, oder englisch „Tobeiäs“. Da habe ich doch gestutzt.

Ernst Meincke als Erzähler lässt es hier auffalnd ruhig angehen. Zu vielen Szenen passt das auch ganz gut, aus anderen hat er so aber auch mal das Tempo herausgenommen, was schade ist. Uve Teschner als Frederik hat mir gefallen. Er vermittelt ein gutes Bild von einem freundlichen und aufgeweckten jungen Mann. Und auch Reinhard Scheunemann habe ich als den Senioren der Reisegruppe gerne gehört, zumal er den älteren Herren glaubhaft rüberbringt. Dagegen klingt Lutz Riedel alias Herr Haas die ganze Zeit mordsmäßig angestrengt und arrogant. Kein Wunder, dass seine Frau -gesprochen von Judith Brandt- so viel jammert.

Bei der Musik zu Beginn des Hörspiels befiel mich auf Anhieb der Verdacht, die Geschichte spiele vielleicht in der Hamburger Gegend. So ein Schifferklavier sorgt halt stets für einen bestimmten Eindruck. Zum Glück mischt es sich dann aber mit karibischen Klängen. So passt es dann wieder zum Schauplatz. Die übrige Untermalung ist angemessen düster geraten und klingt meist aus dem Hintergrund heraus. Oft sind auch nur eindringliche Geräusche zu hören, die der Atmosphäre auf die Sprünge helfen. Auch die übrigen Geräusche gehen in Ordnung. Nur von den Zombies hätte ich gerne mal einen Ton gehört. Die laufen doch sicher nicht so still durch die Palmenhaine der Insel!

Die Augen auf dem Cover schauen einen unheilvoll an und darunter sind die Untoten zu sehen, die die Menschen auf der Plantage in Schach halten. Die Farbe Grün gefällt mir für diese Folge ganz gut. Es ist die Farbe, die ich als erstes mit der Vorstellung einer Plantage verbinde.

Fazit:   Eine sehr klassisch anmutende Gruselgeschichte um Zombies, die hin und wieder mit einer guten Schippe Trash aufwartet. Mir hat sie so Spass gemacht und ich war die ganze Zeit neugierig, wer aus dieser ungleichen Gruppe Touristen die Zombiebegegnung wohl überleben würde.

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