Geschichten zur Mitternacht (01) – Die geliebten Toten (H.P. Lovecraft / Ernst Meincke)

Titel: Geschichten zur Mitternact (01) – Die geliebten Toten / Verlag: Studio Hörsturz / Spielzeit: ca. 50 min / Buch: H.P. Lovecraft / gelesen von: Ernst Meincke

mitternachtgeschichtenInhalt: Es ist jetzt Mitternacht… In der Ferne höre ich die laut aufgeregten Rufe meiner Verfolger und das wütende bellen der Bluthunde die sie mit sich führen. Noch bevor der Morgen graut, werden sie mich hier gefunden haben. Sie werden mich mitnehmen und in eine finstere Zelle werfen wo ich vor mich hin vegetierend darauf warten werde, mit meinen geliebten Toten eins zu werden. Unstillbare Gelüste werden an meinem Geist zerren und mein Herz vor Qual verdorren lassen.


Die Grusel Serie hat bereits zwei Folgen zu bieten, diese „Geschichten zur Mitternacht“ nehmen mit dieser Folge ihren Anfang. Hierbei handelt es sich nicht um ein Hörspiel, sondern um eine inszenierte Lesung. Zu hören ist eine Geschichte nach H.P. Lovecraft. Ich bin bekanntermaßen kein Fan solch alter Geschichten und war somit leicht skeptisch. Der Titel führt einen schnell in die Irre. Sicher schauen die meisten Hinterbliebenen in Liebe auf ihre Verstorbenen zurück, doch bei dem Protagonisten dieser Erzählung ist der Titel gänzlich anders zu verstehen. Als Junge, eigentlich lethargisch und kränklich, erlebt er bei seiner ersten Begegnung mit einer Leiche einen unfassbaren Energiestoß. Als die Eltern sterben ebenso, und bald strebt er danach, mit Toten in Kontakt zu kommen. Eine Ausbildung zum Bestatter ist da natürlich ideal, doch als er in einer Umarmung mit einer Leiche gefunden wird, nimmt das Unheil seinen Lauf. Er wird entlassen und muss sich seine „Energiespender“ fortan selber beschaffen. Die Karriere zum Serienmörder beginnt. Ich schätze, dass fast jeden Hörer an verschiedenen Stellen das Grausen überkommt. Mir ging es jedenfalls so. Trotzdem übte die Geschichte auch eine gewisse Faszination aus, so unausweichlich wie ihr Verlauf dargestellt wird. Es kann mit dem jungen Mann gar nicht anders weitergehen als es es hier tut. Und letztlich ja auch die Frage spannend, ob und wie er mit seinen Taten durchkommen wird. Ich habe so manches Mal die Kopf darüber geschüttelt, welch leichtes Spiel er zunächst immer hat.

Gelesen wird die Geschichte von Ernst Meincke, der quasi zur Stammbesetzung bei den Produktionen des Studio Hörsturz zu gehören scheint. Während er in der Grusel Serie den Erzähler gibt, hat er hier eine wesentlich größere Aufgabe zu bewältigen. Was ihm aber prima gelingt. Mit dunkler Stimme, der man anfangs die Pein des Jungen anhört, später dann die Besessenheit des Mörders, liest er diese Geschichte. Dabei trifft er genau den richtigen Ton und greift die finstere Atmosphäre gut auf.

Unterstützt wird er dabei von zahlreichen Musiken, die überwiegend aus dem Hintergrund ans Ohr dringen. Auch sie sind angemessen düster und bedrückend gehalten. Eine Reihe Geräusche ist ebenfalls zu hören, die das Gehörte gut veranschaulichen. Diese Kombination aus Sprecher, Musik und Geräuschen machen das Zuhören leicht.

Das Cover ist ganz nach meinem Geschmack. Schön düster und speziell wenn man die Geschichte angehört hat, kann man sich gut die schaurigsten Vorstellungen davon machen, was diese dunkle Gestalt auf den Friedhof treibt.

Fazit:   Wer auf solch alte Geschichten steht, der wird sicher noch eine Schippe mehr Spass an dieser Lesung haben. Aber auch mich hat sie ganz gut unterhalten. Einfach, weil es eine wunderbar schaurige Vorstellung ist, was der Hauptperson zu Energie und Kraft verhilft.

 

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