Puppenjungs – Mordakte Hannover

Titel: Puppenjungs – Mordakte Hannover / Verlag: Hörorkan / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Dirk Heinrich, Oliver Rieche, Markus Gabriel, Uwe Grünewald ua

mordhannoverInhalt: Ein pyschopatischer Mörder treibt sein Unwesen auf den Straßen Hannovers. Immer wieder verschwinden junge Männer und wenig später werden fein säuberlich abgeschabte Menschenknochen gefunden. Die Kommissare Braun und Stuckmann machen sich auf die Suche nach dem Täter, der nach dem Muster des Serienmörders Haarmann vorzugehen scheint. Die Spuren führen ins nichts und es gibt zu viele Verdächtige. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Killer kann jederzeit wieder zuschlagen!


Im Dezember wirbelte der Hörorkan sein erstes Hörspiel in die Regale, die „Puppenjungs – Mordakte Hannover“. Mich hatte alleine schon diese explizite Erwähnung der Stadt Hannover im Titel neugierig gemacht, zumal ich Regionalkrimis sehr gerne mag. Meine Erwartung in dieser Hinsicht wurden schnell erfüllt. Sicher ist es für echte Hannoveraner noch interessanter, wenn sie an den erwähnten Orten vielleicht schon mal waren. Mich hat es immerhin zum Googeln gebracht und wie immer finde ich es klasse, wen erwähnte Orte und Gegenden tatsächlich existieren. Und an der Leine war ich zumindest auch schon mal.
Mir hat aber nicht nur dieser regionale Touch gefallen, sondern auch der Fall, mit dem die Kommissare Stuckmann und Braun es zu tun haben. Ein wenig orientiert er sich an den berühmten Haarmann-Morden, hat aber noch genügend Eigenständigkeit um sich darauf nicht ausruhen zu müssen. Und dass das Maß an Brutalität an diese Morde erinnert, kann einem Krimi keinesfalls schaden. Die Ermittlungen verlaufen abwechslungsreich und sind spannend. Vor allem auch durch die Einblicke in den kranken Geist des Täters, die dem Hörer in einigen Passagen gewährt werden. In einer Hinsicht hatte ich einen Verdacht, der sich am Ende dann auch prompt erfüllte. Bis dahin haben mich verschiedene Wendungen aber doch gedanklich ganz gut auf Trab gehalten. Aber man darf sich halt so leicht nicht von einer Idee abbringen lassen. Als kleiner Tipp für krimierfahrene Hörer! 😉 Ein paar witzige Sprüche und Dialoge haben mich dann und wann schmunzeln lassen. Sowas mag ich bei Krimis auch immer gerne!

Knackpunkt an diesem Hörspiel sind für mich die Sprecher. So hat mir Dirk Heinrich als Erzähler gut gefallen. In seiner Rolle als Hauptkommissar Braun klingt er mir oft zu bemüht brummig um mich zu überzeugen. Ich muss aber sagen, dass ich mich daran mit der Zeit gewöhnt habe. Speziell in den Dialogen mit Oliver Rieche, der den Kommissar Stuckmann spricht, fällt es einem schnell nicht mehr so auf. Oliver Rieche konnte mich in dieser Hinsicht eher begeistern und hat mich von der Oberbrummigkeit abgelenkt. Gelacht habe ich über Christine Zienc-Tomczak, die eine fürchterlich arrogante Joggerin gibt. Und Markus Gabriel vermittelt einem ein gutes Bild von Jakowsky: so schön aalglatt, wie man es von einem -wenn auch lokalen- Politiker erwartet. Einen ganz großen Pluspunkt konnte man bei mir auf jeden Fall damit einfahren, dass man hier keine Stimmen hört, die schon x-mal irgendwo verwurstet wurden!

Musikalisch wird eine bunte, aber passenden Mischung geboten. So sind zu Actionszenen schnelle Melodien zu hören, spannende Szenen werden von eher leiser und geheimnisvoller Musik begleitet, und wenn es die beiden Kommissare mal in eine Disco oder einen Club verschlägt, klingen auch Partyklänge ans Ohr. Die witzige Melodien im Hintergrund als Rita von Grabowsky Einzug ins Kommissarenbüro hält, hat mir bei der Szene den Rest gegeben. Genial! Auch in Sachen Geräusche braucht man sich nichts vorwerfen lassen. Sie veranschaulichen das Geschehen gut und ich konnte mir die Szenen immer gut vorstellen.

Möglicherweise ist mir trotz mehmaligem Hören etwas entgangen, aber das Covermotiv erinnert mich nicht an die Geschichte. Es wirkt aber krimimäßig düster und geheimnisvoll, und das Auge dürfte ein Hingucker im Ladenregal sein.

Fazit:  An einige Sprecher muss man sich erst gewöhnen, aber dann bekommt man mit den „Puppenjungs“ einen spannenden und gut durchdachten Krimi zu hören. Eine gute Prise Lokalkolorit und einige witzige Sprüche runden den guten Eindruck ab. Ich habe mich prima unterhalten gefühlt und bin auf weitere Hörspiele vom Hörorkan gespannt.

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