Sherlock Holmes (06) – Spurlos verschwunden

Titel: Sherlock Holmes (06) – Spurlos verschwunden / Verlag: Titania / Spielzeit: ca. 79 min / Sprecher: Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt, Anne Grisebach, Sonja Deutsch ua

newholmes06Inhalt: Immer wieder verschwinden gegen Bezahlung in Pflege gegebene uneheliche Kinder spurlos. Als ein solcher Schicksalsschlag das nähere Umfeld der Bewohner der Baker Street 221 b trifft, zögern Holmes und Watson nicht, in der besorgniserregenden Sache tätig zu werden.


Der Begriff „Engelmacher“ war mir bis zu diesem Hörspiel nicht besonders geläufig. Ich kannte ihn, wusste aber nicht so genau, was dahintersteckt. Nur, dass es etwas Schreckliches ist, das es zu früherer Zeit gab. Da bezeichnete man so Menschen, die gegen Bezahlung unehelich geborene Kinder als Pflegekinder aufnahm und tötete. Genau das ist Thema in dieser Folge und damit geht die Geschichte ein wirklich grausiges Thema an. Beschönigt wird hier wirklich nichts und es gibt einige Szenen, die für eine dicke Gänsehaut gut sind. Aus heutiger Sicht ist es einfach schier unglaublich, was damals wohl recht verbreitet war. Gleichzeitig bangt und hofft man mit der jungen Mutter mit, die einst ihr Kind in die Hände einer Engelmacherin gab und es nun wieder sucht. Dabei sollen natürlich Holmes und Watson helfen, und selbst den sonst so logisch und kühl denkenden Holmes nimmt manche Entdeckung hörbar mit. Watson als Arzt ist ohnehin betroffen gegenüber der Geschehen. Mir hat es gefallen, dass hier beide so menschlich wirken. Interessant war es dagegen zu hören, wie die Gesetzgebung früher zum Thema uneheliche Kinder bzw Kinder aus einer „unmöglichen Verbindung“ stand. Wie froh kann man sein, dass das heute anders aussieht. Trotz allen Ernstes gibt es aber auch einige Gelegenheiten zum Schmunzeln. Vor allem über  Mrs. Hudson habe ich einige Male gegrinst.

Sonja Deutsch hat hier die Rolle der Engelmacherin Mrs. Dyer inne. Ich fand es beeindruckend, dass sie zwar oft unverkennbar den bösen Charakter dieser Person herausklingen lässt, dann und wann aber doch wieder so freundlich klingt, dass man es eigentlich nicht glauben kann. Reinhilt Schneider ist als Mrs. Dyers Tochter Polly zu hören. Ich muss sagen, dass sie mir hier mit dieser Ruhe und ohne die sonst so oft übersprudelnden Fröhlichkeit sehr gefallen hat. Eine echte Abwechslung! Anna Grisebach bringt die Verzweiflung der Mutter des gesuchten Kindes glaubhaft rüber.

Die Untermalung ist ziemlich allgegenwärtig und wirkt oft aus dem Hintergrund heraus. Die Stücke passen gut zu den jeweiligen Szenen und verstärken deren Atmosphäre zusätzlich. Auch die Geräuschkulisse ist bis ins Detail ausgefeilt-

„Another child missing!“ vekündet das Covermotiv auf der Titelseite der Zeitung. Damit wird nur angedeutet, um was es in die Geschichte geht. Und wer dahinter eine normale Entführungsgeschichte vermutet, der wird sich beim Hören sicher umgucken! Eine schöne Überraschung.

Fazit:  Diese Folge nimmt es mit einem wirklich ernstens und schauerlichen Thema auf. Da ist gelegentliches Schaudern das Mindeste, was man beim Hören empfindet. Trotzdem die „Böse“ von Anfang an bekannt ist, ist es spannend zu verfolgen, wie Holmes und Watson ihr auf die Schliche kommen. Und auch die Frage, ob die junge Mutter ihr Kind zurückbekommt, hält einen stetig bei Laune.

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