Mindnapping (12) – Die letzte Wahrheit

Titel: Mindnapping (12) – Die letzte Wahrheit / Verlag: Audionarchie / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Till Hagen, Nana Spier, Helmut Krauss, Peter Weis, Stefan Fredrich ua

mindnapping12Inhalt: Ein Anruf verändert das Leben des südafrikanischen Journalisten Mabou Dlanga: „Haben Sie jemals etwas vom Ort der letzten Wahrheit gehört?“
Ein Gerücht wird Realität. Dlanga erhält Zugang zum bestgehüteten Geheimnis des untergegangenen Apartheid-Regimes: Ein quadratisches Labyrinth aus Stahlbeton am Ende der Welt. Angefüllt mit einem Archiv des Todes. Warum wird der Journalist von einem Theologen und einer Seherin begleitet? Für die merkwürdigenGeräusche und plötzlich auftretenden Kältezonen scheint es zunächst keine Erklärung zu geben.
Dann wechselt die Anlage in den Nachtmodus…


Ich bin weiß der Himmel weder besonders historisch, noch besonders politisch interessiert. Aber was sich hinter der Apartheid verbirgt, das wusste selbst ich. Damit hatte ich auch gleich eine Vorstellung, wieso der unheimliche Ort „Ort der letzten Wahrheit“ heißt und was dort mal vor sich ging. Wer das nicht weiß und sich keine Vorstellung davon machen kann, der kann es sich von dieser Mindnapping-Folge gut erklären lassen. Und zwar -für die ganz Begriffsstutzigen- bis ins schauderhafte Detail. Solche Erzählungen und Rückblicke in die Vergangenheit in einem solch unheimlichen Gemäuer, das ist ein Garant für wohligen Grusel. Hier funktioniert der ganz wunderbar und ich empfehle, das Hörspiel mal im Dunklen zu hören…
Für die unheimliche Atmosphäre sorgen außerdem eine ganze Reihe seltsamer und teilweise spukiger Ereignisse. Und da man in dem Team, das den Ort der letzten Wahrheit besichtigt, neben realistischen und abgeklärten Wissenschaftlern und Journalisten auch einen Pfarrer, eine Seherin und einen Autoren von Gruselromanen hat, ist man die ganze Zeit über hin- und hergerissen, was man glauben soll. Bleiben an einem Ort solcher Grausamkeiten tatsächlich übersinnliche Spuren und Geister zurück? Oder geht da vielleicht doch etwas sehr Reales, aber nicht weniger Böses vor sich? Ich jedenfalls konnte mich da lange nicht entscheiden. Gemäß meinen Vorlieben habe ich aber auf eine übersinnliche Erklärung gehofft und die schauerlichen Atmosphäre ausgekostet. Nachdem die Geschichte eher ruhig abläuft, wirkte das Ende dann ziemlich hektisch auf mich. Da muss man dann schon aufpassen um nicht den Faden zu verlieren. Überraschend ist das Ende bzw die Auflösung auf jeden Fall!

Peter Flechtner hat mir in der Rolle des Mabou Dlanga prima gefallen. Er lässt den Journalisten sehr realistisch und unerschrocken klingen. Ganz wie es zu diesem Beruf passt. Allerdings hat mir auch Katja Bruegger alias Seherin Heather Berisha gefallen, aus völlig gegenteiligem Grund. Für solch eine verschroben Figur ist eine so markante Stimme gut gewählt, vor allem, wenn damit auch noch pseudoparanormal schwadroniert und verflucht wird. Till Hagen -ich muss es einfach sagen- überrascht mich in jeder Rolle, die nicht die vom Tierwärter Karl ist. So auch hier. Er klingt als Hendrik Alders äußerst überheblich und undurchsichtig.

Die Untermalung hält sich hier sehr zurück und dringt meist nur aus dem Hintergrund ans Ohr. Ich finde, das passt so ganz gut zum Schauplatz. Das unterstreicht die beklemmende Atmosphäre dort noch zusätzlich. Und es überlässt den Geräuschen ein ganzes Stück mehr von der Bühne, so dass diese wunderbar wirken können. Seien es Stroßstöße, das Quietschen von Türangeln oder einfach die Rufe eines Raubvogels über der öden Landschaft.

Das Cover wirft die Frage auf, wie herum man die Hülle halten muss um sie richtig in Händen zu haben. Die Augen, die einen aus der Schwärze hinter der Luke anstarren, lassen für Fans unheimlicher Hörspiele sehr hoffen!

Fazit:  Düster, beklemmend und spannend, eine Geschichte eben, die die Bezeichnung „Psychothriller“ mit Fug und Recht verdient hat. Das gleich doppelt gewitzte Ende verleitet zu einem bösen Grinsen.

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