Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte (Christine Nöstlinger / Martin Baltscheit)

Titel: Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 126 min / Buch: Christine Nöstlinger / gelesen von: Martin Baltscheit

annalachsInhalt: Der elfjährige Cornelius ist entsetzt. Nicht nur muss er erfahren, dass sein Vater eine Freundin hat; sondern die ist auch noch ausgerechnet die Mutter von der Neuen in seiner Klasse, der Anna! Und mit der Anna, das ist sofort glasklar, ist nicht gut Kirschen essen. Das einzig Gute ist, dass sie genauso sehr gegen die geplante Heirat der Eltern ist wie Cornelius. Deshalb verbünden sich die beiden und schmieden einen Plan, um die Hochzeit zu verhindern.


Ich bin schon sehr lange begeisterter Fan von den Geschichten von Christine Nöstlinger. Diese hier kannte ich noch nicht, aber der Titel versprach eine Menge von dem, was ich an den Nöstlinger-Geschichten so mag. Nämlich diese wunderbare wunderbare Kombination aus einer vergnüglichen Kindergeschichte und darin wohlverpackt eine Problematik, mit der sich sicher einige der jungen Leser / Hörer herumschlagen müssen. In diesem Falle geht es darum, dass Cornelius Vater die Mutter von Anna Lachs heiraten möchte. Das Dumme ist nur, dass Anna ganz schön doof zu sein scheint und Cornelius Bemühen um Freundlichkeit so überhaupt nicht zu würdigen weiß!
Cornelius schien mir anfangs ein rechter Streber zu sein, doch der Eindruck legte sich bald und so wurde ich mit ihm gut Freund. Und auch Anna, die wirklich alles andere als liebenswert geschildert wird, war mir nie unsympathisch. Ich fand sie im Gegenteil sogar ganz cool! Solch ein Gespann dürfte auch Kindern prima gefallen. Anfangs sieht es gar nicht so aus als könnten Cornelius und Anna mal Freunde werden. Doch um die Heirat zu verhindern, schmieden sie gemeinsam einen Plan.
Es ist schön zu verfolgen, wie die beiden sich notgedrungen zusammentun um den Plan über die Bühne zu kriegen, und dabei merken, dass der andere wohl doch nicht so blöde ist, wie sie dachten. Und es ist spannend, ob sie ihr haarsträubendes Vorhaben durchziehen und damit Erfolg haben können. Mir hat es gefallen, wie sich dabei so ganz allmählich eine echte Freundschaft entwickelt. Und so stellt sich schlussendlich die Frage, ob diese Heirat vielleicht doch kein so großes Übel ist…
Ich würde dieses Hörbuch aber auch erwachsenen Hörern empfehlen, die vielleicht gerade in der Situation von Cornelius und Anna Eltern stecken: man liebt sich, möchte heiraten, aber da sind ja auch noch nie Kinder und die sind mit den Plänen alles andere als einverstanden. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass sich solche Eltern durch die Geschichte besser in ihre Kids hineinversetzen können und in einer solchen Situation mehr bzw anders auf sie eingehen.

Martin Baltscheit hat mir bei diesem Hörbuch prima gefallen. Er bringt sowohl Cornelius vernünftiges Wesen, als auch Annas widerspenstige, aber liebenswerte Art gut rüber. Und für einige Rollen hat er sogar den wienerischen Dialekt auf Lager, denn Christine Nöstlinger Geschichten spielen meist eben dort! Das passt also ganz gut und macht das Hören abwechslungsreich.

Das Cover zeigt eine Szene aus der Geschichte: die liebenden Elternteile haben ihre Kinder mit zu einem Wellness-Wochenende geschleppt, und nun feinden sich die Kids ganz schön an. Ich mag die hellen, freundlichen Farben und finde speziell Cornelius und Anna gut gelungen. Genauso habe ich sie mir beim Hören vorgestellt. Und ich finde, durch das Bild und den Titelschriftzug wird auch die Problematik der Geschichte schon schön deutlich.

Fazit: Dieser Nöstlinger-Geschichte gelingt es wieder einmal, sowohl eine spannende und vergnügliche Geschichte für Kinder zu sein, als auch kindgerecht auf ein schwieriges Thema einzugehen. So dürfte sie die Kids – und die hoffentlich mithörenden Eltern!- durchaus zum Nachdenken anregen. Und vielleicht gelingt es beiden anschließend, den jeweils anderen Standpunkt besser zu verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: