Stimmen in der Nacht (Laura Brodie / Laura Maire, Dana Geissler, Ulla Wagner, Thomas Wenke)

Titel: Stimmen in der Nacht / Verlag: Audiomedia / Spielzeit: ca.355 min / Buch: Laura Brodie / gelesen von: Laura Maire, Ulla Wagner, Dana Geissler, Thomas Wenke

stimmennachtInhalt: Eine harmlose Studentenparty endet mit einem Ausbruch von Gewalt im Haus der Dozentin Emma. Ihre kleine Tochter Maggie hat alles mit angesehen. Neun Jahre später kommen die Ereignisse von damals wieder hoch – und die alten Ängste erwachen erneut in Maggie. Was ist damals wirklich geschehen?


Diese Geschichte ist für mich ein sehr zweigeteilte Angelegenheit. Will heißen, sie begann direkt sehr spannend und verheißungsvoll was den weiteren Verlauf anging. Zunächst traf das auch zu. Und auch wenn ich ahnte, wieso Maggie bei ihrer neuen Lehrerin ein so komisches Gefühl hatte, war es doch spannend zu verfolgen, wie sie dieser Sache auf die Spur kommt. Ich habe Maggie schnell gemocht. Vor allem hat es mich beeindruckt, dass sie anfangs zu zurückhaltend wirkt, später dann -als sie erkennt, wen sie im Matheunterricht vor sich hat- aber eine gehörige Portion Mut aufbringt. Von mir auch hätte die Handlung bei Maggie bleiben können, doch ihre Erkenntnis ruft unweigerlich auch ihre Mutter Emma auf den Plan. Und damit begannen meine Schwierigkeiten mit der Geschichte. Denn die bleibt nun erstmal graume Zeit bei Emma. Anfangs tat sie mir ja noch ganz schön leid angesichts alldem, was sie nach der verhängnisvollen Nacht durchgemacht hat, doch als dieser Jammer, diese Selbstvorwürfe so überhaupt kein Ende nehmen wollten und immer wieder neu aufgegossen wurden, da ging es mir bald auf die Nerven. Ja, ich sehe ein, dass Emma das Geschehense seelisch mitgenommen hat. Allerdings habe ich das auch gleich nach der ersten Schilderung so empfunden und geglaubt, und hätte das Thema nicht immer wieder gebraucht. Ich muss zugeben, durch diesen Teil des Hörbuchs habe ich mich ganz schön kämpfen müssen. Und auch das Ende hat mich ziemlich unzufrieden zurückgelassen. Ein vehementere Vergeltung wäre defintiv gerechtfertigt gewesen. Stattdessen kehrt Emma die weise Professorin heraus und appeliert an de Vernunft der Person, der sie ihr jahrelanges Elend mit verdankt. Was ein Krimi oder Thriller sein will, darf schon schärfere Geschütze auffahren, wie ich finde.

Gleich vier Sprecher sind hier am Werke. Das passt aber gut, da es auch vier sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt, aus denen die Geschichte erzählt wird. Laura Maire passt mit ihrer jugendlichen Stimme gut zum Part von Maggie. Dana Geissler bringt die Zerrissenheit von Emma gut rüber. Zerrissen zwischen der Vernunft und dem Mut der Professorin und ihren Gefühlen als Mutter. Ulla Wagner fällt die Rolle der Mathelehrerin Grace zu. Selbst als Erwachsene lässt sie Grace noch so unscheinbar und zurückhaltend klingen wie anfangs als Studentin. Carver Petty übernimmt den Part des Schulpolizisten und hält dafür einen passend energischen Ton bereit.

Das Covermotiv fällt mit dem kräftigen Grün schnell auf. Mit dem geheimnisvollen Blick des Mädchens wird aber auch sofort klar, dass sich auf den 5 CDs eine spannende Geschichte verbirgt.

Fazit:  Spannend und verheißungsvoll fing es an, doch als die Sichtweise zu Emma drehte, war ich schnell genervt vom immer neu aufgekochten Jammer. Ein für meinen Geschmack unangemessen braves Ende hat der Sache dann den Rest gegeben. „Stimmen in der Nacht“ ist nicht mein Fall gewesen.

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