Humanemy (1 / 4 ) – Das Chamäleon

Titel: Humanemy (1 / 4) – Das Chamäleon / Verlag: Lindenblatt Records / Spielzeit: / Sprecher: Thomas Lindner,  Stefan Lindner, Alex Wesselsky, Claudia Urbschat-Mingues ua

humanemyInhalt: >>Fallen gelassen. Von einem Moment auf den anderen. Eben noch der »Was würden wir nur ohne dich tun – Superagent« und jetzt … ja, was eigentlich? Ohne den Schutz und die Legitimierung der Regierung bin ich einfach nur … ein Mörder! Ich kann ja froh sein, dass da bislang nur ein paar kleingeistige Bullen vor meiner Wohnung rum hängen und die noch keinen meiner lieben Kollegen geschickt haben, der mich ganz einfach ausknipst. Obwohl … vielleicht nimmt mich ja gerade in diesem Moment einer dieser Bastarde ins Visier … <<


Nachdem mir „Déjà Vu“ von Lindenblatt Records ganz gut gefallen hatte, war ich auf diese neue Reihe mit dem eigentümlichen Titel ebenfalls neugierig. Allerdings bekommt man hier keine gruselige Geschichte zu hören, sondern einen (Action)thriller, angesiedelt in einer düsteren Zukunft. Meinen Geschmack trifft man damit nicht, aber Fans dieses Genres haben sicher allen Grund sich freudig die Hände zu reiben, zumal alles geboten wird, was sie sich bestimmt davon erwarten.  Polizist Lennart wird dabei erwischt, wie er jemanden ausspioniert, der unlängst zum Staatsfeind ernannt wurde. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen, bei denen gut Blut fließt und plötzlich Lennart auf der Abschussliste ganz oben steht. Fortan ist er sowohl auf der Flucht, als auch auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wer ihm das eingebrockt hat. Dabei streift er durch finstere Gassen und muss sich mit allerlei zwielichtigem Volk herumschlagen. Entsprechend gedrückt fällt die Atmosphäre des Hörspiels aus, lediglich hier und da durch sehr bissigen Humor gewürzt. Das ist nicht nur spannend, sondern oft auch ziemlich schräg. Als er diverse „alte Bekannte“ abklappert, von denen er sich Hilfe erhofft, habe ich schon immer vorher drauf gelauert, welch schrägen Vogel er dieses Mal antrifft. Und dass man niemandem wirklich trauen kann, das lernt man dabei ebenfalls sehr zügig.Dafür sind einfach zu viele Charaktere Freunde davon, kurzen Prozess zu machen, wenn sch Schwierigkeiten andeuten.
Dass die Story in der Zukunft spielt, wird zwar nicht ausdrücklich erwähnt, aber es gibt Anhaltspunkte dafür. Gewisse technische Finessen lassen darauf schließen, und das war dann sogar mal etwas für mich.

Thomas Lindner als „Lennart, das Chamäleon“ hat mir speziell als Erzähler gefallen. Da gibt er einen tollen Polizisten, einerseits cool, andererseits durchaus auch recht verkommen. Ein guter Ton, vor allem auch um dem Hörer ein Bild von dieser düsteren Stadt und dem Leben darin zu vermitteln. Bruder Stefan Lindner übernimmt die Rolle des Operators „Bones“ und klingt dabei ganz schön überdreht bis leicht verrückt. Das muss man auch erstmal können. Trotzdem, mir war es insgesamt bei fast allen Sprechern immer eine Spur too much. Womöglich ist das aber auch so gewollt bzw muss so sein bei einer Story wie dieser. Da das nicht meine Schiene ist, kann ich das nicht sagen. Sollte es gewollt sein: meine Hochachtung!

Musikalisch kam mir „Humanemy“ entgegen. Rockig, laut, das hat mir gefallen und das steht der Geschichte auch ganz prima. Mir hat es ja speziell das Stück zum „Werbespot“ im zweiten Track angetan. Klasse! Die Geräuschkulisse ist ebenfalls gelungen, was verhindert, das gewisse Vorgänge erst umschrieben werden müssen. Gegen sowas bin ich ja sehr allergisch. So wie hier sprechen die Geräusche für sich selber und man kann sich alleine durch sie eine Vorstellung machen.

Das Voermotiv gefällt mir sehr! Ich mag solche Lichtspielereien, und wenn die Städte in der Zukunft mal so aussehen wie hier…och ja, gar nicht mal übel!

Fazit:   Wer auf Dystopien dieser Art steht, mit Gewalt, Sex und skrupellosen Verbrechern, für den wird „Humanemy“ sicher ein ganz feines Hörspiel sein, das handwerklich prima gemacht ist. Mein Fall war es -alleine rein inhaltlich- leider nicht.

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