Gruselkabinett (72) – Markheim

Titel: Gruselkabinett (72) – Markheim / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Helmut Zierl, Wolfgang Welter, Hans Bayer, Julia Stoepel ua

gk72Inhalt: Eigentlich hatte Markheim an jenem dunklen Dezembertag nur ein Weihnachtsgeschenk für seine Verlobte kaufen wollen, doch der unerwartete Blick in einen Spiegel im Laden des alten Antiquitätenhändlers ließ ihn mit ungeahnten Folgen seine dunkle Seite erkennen.


Was heißt es, wenn man ein Hörspiel mehrmals -im zweitelligen Bereich- hört und jedes Mal bei Track 7 quasi aussteigt? Mir ging es bei dieser Episode des „Gruselkabinett“ so. Der Anfang ist recht vielversprechend, hat schnell einen schaurigen Moment parat, in dessen Konsequenz bald ein großes Unglück geschieht.  Gut, bereits dieser erste Teil ist vom Dialog zwischen Markheim und dem Händler geprägt, aber noch geschieht wenigstens etwas! Das ändert sich nach der Greueltat allerdings ganz wesentlich. Dabei finde ich die Idee gar nicht mal übel, dass Markheim schier verzweifelt und in dieser Verzweflung eine sonderbare Gestalt auftaucht, die sowohl der Teufel, aber eben auch Markheims menschgewordenes Gewissen sein könnte. Doch Höhepunkte jeder Art bleiben von nun an schlicht aus. Stattdessen führen die beiden eine über weite Teile geradezu philosphische Unterhaltung. So leid es mir tut, aber in solchen Fällen bin ich mit den Gedanken schnell woanders. Hinzu kommt noch, dass das Ende einem am Anfang vorweg genommen wird. Somit gibt es auch keinen Grund, dem Ende gespannt entgegenzufiebern.

Ein großes Lob gilt den Sprechern. Helmut Zierl bringt die Zerrissenheit des Markheim gut rüber, so dass ich nie genau wusste, wie ich dieser Figur gegenüberstehen sollte. Ihm gelingt es, dass man ihn mal als geläuterten Kleinganoven sieht, mal als die verzweifelte Figur, die er an sich ist, und auch den unbestreitbaren Wahnsinn verleiht er glaubhaft Klang. Was ich von Händler Miller, gesprochen von Wolfgang Welter, halten sollte, wusste ich dagegen sofort. Dank der bärbeißigen Stimme und dem jovialen Ton, hatte ich sofort das Bild des stets auf eigenen Vorteil bedachten Händler vor Augen. Hans Bayer verleiht dem seltsamen Fremden einen weichen, freundlichen Ton, der mit dieser Stimme gnadenlos unerfreuliche Wahrheiten auf den Tisch bringt.

Musikalisch hält die Folge sich bedeckt. Es sind zwar stets Melodien zu hören, doch sie dringen dezent aus dem Hintergrund heraus ans Ohr. Das verleiht der Geschichte eine gewisse Ruhe -klar, große dramatische Momente gibt es mit einer Ausnahem schließlich auch nicht-aber es klingt eben auch durchweg bedrohlich. Das trägt wesentlich zur Atmosphäre der Folge bei.

Genau wie der Anfang der Folge nimmt auch das Covermotiv schon einen wesentlichen Teil der Geschichte vorweg. Außerdem verspricht es mehr als die Geschichte dann später hält. In meinen Augen jedenfalls, denn ich hatte mir bei diesem Anblick schon eine etwas temporeichere, dramatischere Geschichte versprochen.

Fazit:  Die ersten 7 Tracks gingen noch, danach habe ich regelmäßig abgeschaltet. Zu langatmig, zu philosophisch, zu ereignislos. Nachdem ich mich mit dieser Reihe endlich ein wenig angefreundet hatte, ging es hiermit wieder bergab für mich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: