Rätsel der Erde – Kriminalistik – Von Sherlock Holmes zu CSI

Titel: Rätsel der Erde – Kriminalistik – Von Sherlock Holmes zu CSI / Verlag: Headroom / Spielzeit: 78 min / Sprecher: Norman Matt, Edda Fischer, Mark Benecke, Matthias Haase, Udo Schenk ua

rdekrimiInhalt: Seit wann werden eigentlich Fingerabdrücke zum Aufklären von Verbrechen eingesetzt? Was ist ein genetischer Fingerabdruck? Und kann man mit Fliegenmaden einen Mord aufklaren? Gemeinsam mit dem bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke erklärt Autorin Daniela Wakonigg die faszinierende Welt der Kriminalistik und erzählt deren nicht weniger fesselnde Geschichte. Eine Geschichte, in der der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes bis heute eine wichtige Rolle spielt und das, obwohl es ihn nie wirklich gegeben hat.


Diese Episode der Reihe klang für mich ausgesprochen verheißungsvoll. Einfach weil das Thema weder sonderlich wissenschaftlich, noch groß historisch klingt. Stattdessen versprach der Titel ganz klar Spannung. Das Thema „Kriminalistik“ wird hier von den Wurzeln an angegangen. so erfährt man zunächst einiges über den Umgang mit als Verbrecher denunzierten Leuten im Mittelalter. Wie man damals an Geständnisse kam, und wie einfach die Richter es hatten, wo doch niemand erst Beweise für die Tat erbringen musste. Dann kommt die Sprache auf die Romanfigur Sherlock Holmes und in kurzen gespielten Szenen erlebt man ihn und Watson bei ihren Nachforschungen. Nun bin ich bekanntermaßen kein Holmes-Fan, aber es hat mich doch beeindruckt, wie wesentlich einige seiner Erkenntnisse und Vorgangsweisen auch heute noch für Ermittler gelten. Indem diese Verbindung zwischen dem erdachten Holmes und den heutigen Ermittlern herausgestellt wird, wird der Bogen ins Heute geschlagen. Nun hat Kriminalbiologe  Mark Benecke seinen großen Auftritt, und er führt von nun an durch dieses Wissenshörspiel. Dabei berichtet er ausführlich von seiner und der Arbeit anderer Kriminologen, die sich auf andere Gebiete spezialisiert haben. Das ist spannend anzuhören und es gibt dabei eine Menge zu lernen. Berücksichtig man, welcher Beliebtheit sich Serien wie „CSI“ erfreuen, dürfte das Thema so auch bei jugendlichen Hörern ankommen. Auch wenn es einem doch ein wenig die Augen darauf öffnet, wie wenig realistisch diese Serien oft sind.

Anfangs sind vornehmlich Norman Matt und Edda Fischer zu hören, die als Erzähler durch das Wissensfeature führen. Mir gefällt es immer wieder, wie locker sie so zahlreiche Fakten vermitteln. Speziell, wenn sie sich dabei quasi unteralten, was die Sache ungemein auflockert. Sonst liegt der Löwenanteil in Sachen Sprecher klar bei Kriminalbiloge Mark Benecke. Ich hatte zwar das Gefühl, dass es sich auch einfach gerne selber reden hört, aber glücklicherweise klingt er dabei sympathisch, erzählt herrlich locker und flott weg, und hat unüberhörbar einen Sinn für Humor. Da habe ich gerne zugehört und hier und da doch auch mal schmunzeln müssen.

Musikalisch geht es hier sehr abwechslungsreich zu. Anfangs sind recht altmodische Stücke zu hören. Mittelalterlich ganz zu Beginn, altertümlich als man auf Holmes zu sprechen kommt. Später werden die Klänge dann moderner und gehen eher in Richtung Krimi von heute. Mir gefällt diese Vielfältigkeit, denn sie zeugt von der Sorgfalt, die Headroom bei ihren Produktionen walten lässt. Das gilt auch für die gespielten Szenen, die erstmal generell schon anders klingen als der Rest, davon aber abgesehen auch Hörspiel vom Feinsten bieten.

Holmes und CSI im Titel, da gehören der Meisterdetetiv und ein CSIler auch auf das Cover. Klappt man das Digipack auf, wirkt die Aufmachung zunächst etwas chaotisch. Da lohnt ein zweiter, genauerer Blick, denn im „Cahos“ verbergen sich zahlreiche Elemente aus der Erzählung. Zudem sind einige Fakten nochmal kurz aufgeführt. Entweder erklärend, oder als Ratespiel getarnt. Ich mag diese Aufmachung sehr!

Fazit:  Eine interessante Zeitreise durch die Geschichte der Kriminalistik. Mich hat sie am meisten damit überrascht, dass so vieles von Holmes auch für heutige Ermittler noch von Bedeutung ist. Das wird mein Verhältnis zum Meisterdetektiven zwar sicher nicht ändern, aber beeindruckend ist es doch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: