Amadeus (Partitur 5) – Samiel

Titel: Amadeus (Partitur 5) – Samiel / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Sven Hasper, Chris Murray, Frank Otto Schenk, Michael Pan, Debora Weigert ua

amadeus5Inhalt: Es war im Frühjahr 1782. Die ersten Monate des Jahres waren für mich zu einer Zeit der Verzweiflung geworden. Ich hatte meinen Schwur nicht erfüllen und Franziska finden können und litt deshalb furchtbare Qualen.
Um der Enge meiner Kammer zu entfliehen, begleitete ich meinen Freund Amadeus auf den Auhof nahe des Lainzer Thiergartens. Der Kaiser selbst hatte ihn dort einbestellt, um von ihm über die Arbeit an seinem Singspiel informiert zu werden. Doch dann entdeckten wir einen Toten im Wald , der dort seltsame Rituale begangen hatte. Allem Anschein nach hatte der Mann Freikugeln gegossen und einen Dämon beschworen . Und Amadeus ahnte sogleich, wer das Ziel der Kugeln werden sollte: Der Kaiser höchstselbst.


Ist es nicht schön, wenn eine tolle Hörspielserie so zuverlässig und regelmäßig fortgesetzt wird wie „Amadeus“? Und wenn man sich obendrein noch darauf verlassen kann, nicht enttäuscht zu werden? Einmal mehr ist hier eine gelungene Mischung aus historischem Hörspiel und jeweils einem guten Schuss Krimispannung und Gruselfeeling gelungen. Ich muss ja gestehen, dass ich von Freikugeln bisher noch nie etwas gehört hatte, aber der Mythos um diese Kugeln und vor allem die schaurige Herstellung derselben hat mich sofort begeistert. So sehr, dass ich nach dem Hören google danach befragt und Dank der Suchergebnisse etwas dazu gelernt habe. Ich finde es immer schön, wenn ein Hörspiel einen nicht nur unterhält, sondern auch neugierig auf gewisse Themen der Geschichte macht. Vor allem natürlich, wenn sie so schön schaurig in Szene gesetzt werden wie hier. Spannend war diese Folge für mich vor allem deshalb, weil ich unbedingt wissen wollte, wer oder was Samiel eigentlich ist. Denn alleine daraus, wie diese Figur sich präsentiert, hatte ich da gleich mehrere Ideen. Außerdem gerät Resch in dieser Folge in Lebensgefahr und kommt leider nicht nur mit dem Schrecken davon. Da hat man gut Gelegenheit, um ihn zu bangen. So wie auch Amadeus, der sich sehr um seinen Freund sorgt. Es ist halt doch irgendwie so, dass man beim Namen „Mozart“ in erster Linie an das musikalische Genie denkt, weniger an den Menschen dahinter. Da ist es schön, dass hier eben genau dieser Mensch mit all seinen Gefühlen dargestellt wird, und nicht nur das Talent an Flügel und Notenblatt. Das Ende der Folge hat mir gleich in verschiedener Hinsicht gefallen. Einmal, weil man eine recht gute Beschreibung von Samiel bekommt, und diese für Amadeus Zeit äußerst futuristisch wirkt. Das wirkt ganz schön exotisch, aber mich hat Samiel irgendwie auch fasziniert. Und so habe ich eine seiner Ankündigungen erfreut zur Kenntnis genommen. Trotzdem er in dieser Episode den Bösen gibt. Und zuletzt ist das noch Reschs „Epilog“. Darin deutet sich ein Thema an, das ich einerseits verheißungsvoll finde, dem ich andererseits aber doch auch leicht skeptisch gegenüber stehen. Im Sinne von: wie sollte das funktionieren? Doch da lasse ich mich einfach mal überraschen. Solange sich die Reihe ihren Charme und Witz erhält, bin ich für alles offen.

Eigentlich ist es müßig, über die beiden Hauptsprecher Kim Hasper und Tim Knauer noch große Worte zu verlieren. Trotzdem, für mich sind sie das beste Duo, das der Reihe passieren konnte. Ich finde, man hört, wieviel Spass sie an den Geschichten haben. So ist es immer wieder ein Vergnügen, ihren Dialogen zu lauschen. Gefallen hat mir auch Debora Weigert in der Rolle der Baumeister-Tochter Adele Schlucker. Ich mag einfach burschikose Frauenstimmen lieber als feine und gezierte 😉  Chris Murray gibt den Kaiser Joseph II. mit klarer Stimme und aristokratischen Ton. Und „Ralf Mertens“ hätte ich hinter Samiels unheimlich verzerrter Stimme ohne einen Blick auf den Sprechercast wohl nicht erkannt.

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Musikalisch wird erneut eine sehr stimmungsvolle Untermalung geboten, die in bestimmten Szenen für eine wohlige Gänsehaut sorgt. Ich bin an sich kein Fan klassischer Musik. Umso mehr erstaunt es mich, wie gerne ich sie in dieser Reihe höre. Die Geräuschkulisse rundet den guten Eindruck in diesem Bereich schließlich ab, und zaubert einem beim Hören die entsprechenden Bilder vor Augen.

Diese Folge zeigt sich mit einem neuen Coverdesign, das sich hier und da schon die Bezeichnung „Skandalcover“ verdient hat 😉 Soweit ich es mitbekommen habe, teilen sich die Meinungen darüber ganz gut. Mein Fall ist es nicht. Mir sieht es zu sehr nach am Computer entstanden aus. Vor allem der Schriftzug und Amadeus selber. Dafür mag ich die Bleistiftzeichnung. Mir wäre das ursprüngliche Cover lieber gewesen. Oder vielleicht ein Wendecover.

Fazit: Bisher gibt es in der Reihe absolut keinen Durchhänger zu vermelden. Mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Grusel und Witz hat „Samiel“ zielsicher wie eine Freikugel meinen Geschmack getroffen.  Das Ende regt zum Spekulieren darüber an, in welche Richtung sich die Reihe noch entwickeln könnte. Man darf also gespannt sein.

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