Die Schläfer – Unheimliches Erwachen in der Antarktis

Titel: Die Schläfer – Unheimliches Erwachen in der Antarktis / Verlag: vitaphon / Spielzeit: ca. 150 min / Sprecher: André Beyer, Andreas Kleb, Stephan Ziwich, Katja Pilaski ua

schlaeferInhalt: Die Handlung spielt in der antarktischen Forschungsstation Darwin. Wissenschaftler stehen kurz davor, eines der letzten großen Geheimnisse unseres Planeten zu lüften. Seit über 30 Jahren versuchen Bohrspezialisten zu dem, von einer 4.000 Meter dicken Eisschicht bedeckten, Lake Vostok vorzudringen. Der Süßwassersee 26 mal größer als der Bodensee ist seit 30 Millionen Jahren von der Außenwelt abgeschnitten. In dieser einzigartigen Biosphäre vermuten die Forscher Organismen, deren evolutionäre Entwicklung vollkommen anders verlaufen ist. Der Neurobiologen Dr. Vincent Lürssen möchte mit einem ESA-erprobten Motivationsprogramm das antarktische Überwinterungsteam vor Depressionen und Einsamkeit schützen. Nach anfänglichen zwischenmenschlichen Plänkeleien wird er Zeuge des Bohrexperiments und einer unfassbaren Entdeckung, deren schöpferische Kraft die Menschheit gefährdet.


Auf dieses Hörspiel war ich von der ersten Ankündigung sehr neugierig. Ich mag nämlich gruselige Geschichten, die im ewigen Eis spielen für mein Leben gern. Das bedeutet natürlich umgekehrt, dass es davon nicht nur eine gibt. Und damit hat „Die Schläfer“ nun auch nicht die neueste Idee für sich gepachtet. So etwas stört mich aber nicht, solange die Geschichten gut gemacht sind. Das trifft auf „Die Schläfer“ voll und ganz zu. Am Anfang zog es sich für mein Empfinden zwar ein wenig, andererseits habe ich die Zeit genutzt um mir die Charaktere zu eigen zu machen. Viele sind es zwar nicht, gerade mal neun, aber es dauert bei mir immer eine ganze Weile bis ich Charaktere anhand der Stimmen erkennen kann. Dafür konnte ich diese erste Zeit gut nutzen. Außerdem hatte dieses etwas ausgiebigere Kennenlernen den Vorteil, dass ich mich später umso besser in die Personen einfühlen und ihre Entwicklung gespannt verfolgen konnte. Doch schließlich nimmt das unheimliche Geschehen seinen Verlauf. Es lässt sich recht ruhig an, steigert sich dann aber zusehends, so dass sich zunehmend eine bedrückende Atmosphäre aufbaut, gegen die man sich als Hörer genauso wenig wehren kann wie die Forscher. Dass das Geschehen unweigerlich auf ein dramatisches Ende zuläuft, das spürt man dabei schon sehr bald, und so ist das Ende auch ganz nach meinem Geschmack geraten.
Was mir bei solchen Geschichten um Ereignisse auf Forscherstationen immer gefällt ist, wenn die Story rund herum glaubhaft ist. Glaubhaft und vielleicht auch so interessant, dass es mich zum Nachforschen animiert. Das war den „Schläfern“ schon nach wenigen Minuten gelungen, denn von diesem Lake Vostok hatte ich noch nie gehört, geschweige denn dass mir seine Ausmaße bekannt gewesen wären, oder welche Forschungen um ihn betrieben werden. Schon für sich alleine genommen eine spannende Sache, und reale Gegebenheiten sind gerade bei wissenschaftlich angehauchten Geschichten etwas Feines. Von den Forschungen, die das Team vornimmt, verstehe ich im Detail natürlich wenig bis nichts, aber ich fand es gut erklärt. So kann man sich auch als Laie ein Bild machen. Ein wenig Science Fiction spielt hier und da wohl sicher mit rein, aber von den Grundlagen her fand ich es hier glaubhaft. Ausgemerkt: hier kann man tatsächlich etwas lernen!

Die Sprecher konnten mich nicht zu 100 % überzeugen, aber über die kleinen Schwächen hier und da konnte ich leicht hinwegsehen. Sie fallen bei dem unüberhörbaren Engagement jedes einzelnen kaum ins Gewicht. Ich hatte auch den Eindruck, dass alle immer souveräner wurden je weiter die Geschichte voranschritt. Gefallen hat es mir, dass die verschiedenen Akzente so authentisch klingen. Was nach einem Blick auf den Sprechercast dann nicht mehr verwundert. Koch Samir wird beispielsweise von Arno Abd-el Kader Lüning gesprochen.
Und der russischen Stationsärztin Jekaterina Komarowa leiht Liudmyle Vasylieva ihre Stimme. Sowas finde ich richtig klasse, denn kaum etwas ist schlimmer als unglaubwürdige ausländische Akzente.

Der Soundtrack hat sich nichts vorzuwerfen. Er kommt abwechslungsreich daher und unterstreicht gekont die bedrückende und unheimliche Atmosphäre auf der Station. Den Good-bye-Song, gesungen von der Songwriterin Claudia Geerken, fand ich im ersten Moment gewagt. Doch sehr schnell entfaltete er seine volle Wirkung und passte ganz hervorragend.

Vom Look des Hörspiels war im vom ersten Moment an hin und weg. So schön bedrohlich finster mit den dunklen Farben, dem gelben Ajuge darüber und der verlassen wirkenden Station. Im Booklet wird jeder Charakter vorgestellt und der jeweilige Sprecher genannt. Das fand ich interessant zu lesen. Zudem findet man hier einige Schemata und Informationen zu Autor Torsten Gellrich.

Fazit:   Nicht die neueste Idee, aber nach etwas Anlauf super spannend und für eine dicke Gänsehaut gut! die Sprecher sind mit hörbarer Begeisterung bei der Sache und hinsichtlich Untermalung hat man sich zwar einiges getraut, aber damit alles richtig gemacht. Mir hat’s richtig gut gefallen!

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