Napoleon und die Völkerschlacht – Entscheidung bei Leipzig

Titel: Napoleon und die Völkerschlacht – Entscheidung bei Leipzig / Verlag: Zeitbrücke / Spielzeit: ca. 135 min / Sprecher: Torsten Münchow, Ines Deinert, Andreas Mannkopff, Holger Handtke ua

napoleonInhalt: 1813 tobt bei Leipzig die größte Schlacht seit Menschengedenken. Es geht um den Fortbestand oder das Ende von Napoleons Vorherrschaft in Europa. Dieses aufwendig produzierte Hörbuch gibt Einblick in die Vorgeschichte, den Verlauf und die Folgen dieser verheerenden Schlacht. Das Hörbuch führt in 12 spannenden Episoden nicht nur durch das Schlachtgeschehen, sondern beleuchtet auch Napoleons Lebensweg, den gescheiterten Russlandfeldzug von 1812, die Entstehung der deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold und gibt Aufschluss über die Besonderheiten napoleonischer Kriegsführung. Auch das Wort-Duell zwischen Napoleon und dem österreichischen Außenminister Graf von Metternich im Dresdner Marcolini-Palais vom 26. Juni 1813 wurde eindrucksvoll für das Hörbuch inszeniert.


Mit Karl Stülpner, der Titanic, August dem Starken und Karl May drehte es sich in dieser Reihe bisher um Persönlichkeiten und Themen, die zumindest ich in Geschichte in der Schule nicht durchgenommen habe. Das sieht bei Napoleon nun ganz anders aus. Vermutlich liegt es daran, dass diese Episode nicht mein Fall war. Zwar wird auch hier wieder sehr lebendig von Napoleon erzählt, vor allem sehr nahe am Menschen Napoleon, und sicher habe ich auch einiges Neues über ihn und seine Politik und Kämpfe erfahren, aber vieles wusste ich eben doch schon bzw konnte mich daran erinnern, davon in der Schule gehört zu haben. So ist es zwar leicht anzuhören und deutlich interessanter gemacht als im Unterricht, aber die Erinnerung daran sitzt schlicht zu tief. Mir kam es außerdem so vor, als würden hier mehr und häufiger Jahreszahlen genannt als in den vorigen Folgen. Und damit kann ich einfach wenig anfangen, so wenig wie mich Geschichte interessiert. Wer historisch interessierter ist, der wird von diesem Feature dagegen sicher begeistert sein. Denn mit den gespielten Szenen und den erklärenden Passagen geht es einmal mehr abwechslungsreich zu. Dabei kommt Spannung auf und man fühlt sich wirklich an die jeweiligen Schauplätze versetzt. Ich wünschte noch immer, Geschichtsunterricht würde in dieser Form abgehalten, denn dann wäre ich sicher nicht so vermurkst für diese Themen wie ich es bin. Hier dürfen also wieder junge Leute ab 10 Jahren gerne zugreifen, aber auch Erwachsene dürften hier ein mehr als zwei Stunden langes, unterhaltsames und informatives Hörvergnügen erleben.

Erzähler Torsten Münchow und ines Deinert führen durch die Erzählung. Sie haben mir mit ihrer lebendigen Art zu erzählen gut gefallen. Sie klingen nie nach Lehrern, sondern erzählen eher wie von einem Abenteuer. Da habe ich gerne zugehört, was bei einem solch informativen Hörspiel wichtig für mich ist. Holger Handtke gibt den Napoleon mit der nötigen Würde, lässt ihn aber menschlich klingen. So nimmt er dieser Figur ddie Distanz, die die Jahre von damals bis heute geschaffen haben.

Musik und Geräusche spielen hier eine wichtige Rolle. Speziell in den gespielten Szenen natürlich, aber auch sonst sorgen sie für Atmosphäre und machen das Geschehen so klar vorstellbar, dass man das Gefühl hat, man stehe daneben. Und gerade in den Passagen mit den Schlachten gelingt es beidem auch, dass es einen beim Hören schaudert.

Das Cover zeigt passend zum Titel eine Szene mit einer Schlacht. Sie wirkt düster und bedrohlich und macht auf Anhieb deutlich, wie grausig es damals zuging. Das mehrseitige Booklet hält wie aus der Reihe gewohnt weitere Informationen und Bilder zum Thema bereit. Es lohnt sich, sich das Booklet in Ruhe zu Gemüte zu führen.

Fazit: Ich mag eher Folgen um historische Personen oder Ereignisse, die man nicht schon lang und breit aus der Schule kennt. Deshalb war diese Episode nicht mein Ding. Das ändert aber nichts daran, dass „Napoleon“ erneut ein rundum gelungenes und interessant aufgemachtes Wissensfeature ist, an dem sich der Schulunterricht ein dickes Beispiel nehmen sollte.

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