Friedhofstraße 43 – Gespenster gibt es doch!

Titel: Friedhofstraße 43 – Gespenster gibt es doch! / Verlag: Audiolino / Spielzeit: ca. 122 min / Buch: Kate Klise, M. Sarah Klise / Sprecher: Rolf Becker, Peter Kaempfe, Eike Onyambu, Anne Moll ua

friedhofstr01Inhalt: Der berühmte Kinderbuchautor Ignaz B. Griesgram mietet sich für den Sommer ein Haus in der Friedhofstraße 43, um dort in Ruhe den 13. Band seiner Geisterbezwinger-Serie zu schreiben. Aber in dem Haus wohnt bereits jemand: ein elfjähriger Junge mit seiner Katze und ein Gespenst! Es heißt Olivia, ist 190 Jahre alt und quicklebendig. Seine Spezialität sind lautes Türenknallen, mitternächtliches Klavierspiel und Paprikahuhn. Als der Kronleuchter von der Decke fällt und ihn nur knapp verfehlt, muss auch Bestsellerautor Griesgram so allmählich einsehen: Gespenster gibt es doch!


Auf diese Serie hatte ich schon länger ein Auge. Irgenwie ahnte ich, dass dahinter etwas Besonderes stecken würde. Nun habe ich diesen ersten Teil gehört und festgestellt: ja, die Reihe ist tatsächlich etwas ganz Besonderes! Eine kleine Wundertüte voller Überraschungen. Das beginnt schon damit, dass die Geschichte in Briefform erzählt wird. Die meisten Charaktere wie zB der Autor Griesgram, das Gespenst Olivia oder auch die Junge Severin unterhalten sich so gut wie nie direkt miteinander. Man verständigt sich per Brief! Ich konnte mir anfangs nicht recht vorstellen, wie so eine flüssig erzählte Geschichte entstehen kann, aber es funktioniert wirklich (gut). Zu Beginn sind sich die erwähnten drei Personen allerdings nicht sonderlich grün. Olivia und Severin leben miteinander in der alten Villa, sind sehr gut befreundet, und dann zieht Schriftsteller Griesgram dort ein, der weder etwas für Kinder übrig hat, noch an Gespenster glaubt. Das neue Miteinander ist also recht explosiv. Aber eben auch oft zum Totlachen komisch! Besonders Griesgram hört man häufig an, wie nahe ihn Severin und Olivia an den Rand der Weißglut bringen. Und Gespenst Olivia ist alles andere als bange, sondern äußerst selbstbewusst, wenn auch leicht schusselig hier und da. Und Severin ist bemerkenswert clever und lässt sich von Griesgram keineswegs ins Bockshorn jagen. Mir hat es Spass gemacht, den Dreien zu lauschen. Und eine Handvoll weiterer Charaktere bringen außerdem noch mal Schwung in die Handlung. Es ist schön zu verfolgen, wie aus dem ungleichen Trio in der Villa allmählich so etwas wie eine Gemeinschaft entsteht, wie man einander so nach und nach doch näher kommt und wie sie einsehen, dass das Miteinander -unter gewissen Bedingungen natürlich- doch möglich sein könnte.

Als Schriftsteller Ignaz B. Griesgram ist Rolf Becker zu hören. Seine tiefe und brummelige, aber nicht unsymathische Stimme passt gut zu dieser Rolle. Ich fand allerdings, dass er oft ganz schön nuschelt. Und das führt dann zu einem Problem, das ich im nächsten Abschnitt ansprechen werde. Anne Moll ist hier mein Favorit unter den Sprechern. Sie hat eine angenehme, warme Stimme, die einem ein gutes Bild dieses liebenswerten, aber etwas vergesslichen Gespenst vermittelt. Eike Onyambus klare und helle Stimme hat mir ebenfalls gefallen. Das passt so zu dem aufgeweckten Severin. Weitere Sprecher sind zB Sven Hasper, Jürgen Uter und Svenja Pages.

Die Untermalung zeigt sich ausgesprochen abwechslungsreich. Es sind meist fröhliche und flotte Melodien zu hören, die der turbulenten Handlung prima stehen.   Auch ein paar Geräusche sind zu hören, wie beispielsweise der Anschlag von Griesgrams Tastatur, das Kratzen von Severins Stift oder ein Klavierspiel. Das einzige Problem hier ist die unterschiedliche Lautstärke. Ich fand ja, dass Rolf Becker als Griesgram ziemlich nuschelt. Er spricht zudem recht leise. Ich habe die Folge auf einer Autofahrt gehört. Da musste man die Lautstärke in seinen Passagen oft höher drehen. Das hatten dann zur Folge, dass einem die folgende Zwischenmusik oder beispielsweise Eike Onyambus helle Stimme richtiggehend anbrüllte. Ich habe die Folge dann noch einmal zum Vergleich zuhause gehört, wo es ruhiger ist als im Auto. Und selbst da musste ich die Lautstärke oft verändern und alles verstehen zu können.

Das gezeichnete Cover gefällt mir seit je her. Das Haus wirkt so schön schaurig. Eben wie eine echte Gespenstervilla. Griesgram ist zu sehen, Severin und seine Katze Mohrle ebenfalls und oben im Turm unter der Kuppel ist zumindest Olivias Lesebrille zu entdecken. Ansonsten ist ein Gespenst natürlich unsichtbar. Die Fledermäuse sehen niedlich und auch etwas gruselig aus. im Booklet werden die Personen samt ihrer Sprecher kurz vorgestellt.

Fazit:   Eine spannende und lustige Gespenstergeschichte, die in ungewöhnlicher Form erzählt wird. Ich hätte nicht gedacht, dass sich daraus eine zusammenhängende Story ergeben würde, aber es funktioniert! Und auch Dank der verschiedenen Sprecher und der Musik kommt hier niemals Langeweile auf. Ich freue mich schon sehr auf die nächste Folge um die außergewöhnliche WG in der Gespensterstraße 43.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: