Friedhofstraße 43 – Nur über meine Leiche!

Titel: Friedhofstraße 43 – Nur über meine Leiche / Verlag: Audiolino / Spielzeit: ca. 100 min / Buch: Kate Klise, Sarah M. Klise / Sprecher: Anne Moll, Rolf Becker, Eike Onyambu, Erkki Hopf, Jens Wawrczeck ua

friedhofstrasse02Inhalt: Der elfjährige Severin wohnt mit Bestsellerautor Ignaz B. Griesgram und dem Gespenst Olivia in einer alten
Villa, wo sie gemeinsam an einem Gespensterbuch arbeiten. Zur Schule geht Severin nicht. Als Dirk Tator davon erfährt, steckt er den Jungen kurzerhand ins Schauderburger Waisenhaus und lässt Griesgram in die Irrenanstalt einweisen. Aber es kommt noch schlimmer! Tator will das Schreiben, Lesen und Erzählen von Gespenstergeschichten verbieten und die Geschichten öffentlich verbrennen. Nur über meine Leiche! , protestiert Bibliothekar Balsam.


Und da ist er schon, mein zweiter Besuch in der Friedhofstraße! Ich war einfach zu neugierig, wie es dort weitergeht. Eigentlich könnten Schriftsteller Griesgram, Gespenst Olivia und der junge Severin ja nun friedlich miteinander leben, wo sie sich im ersten Teil so prima arrangiert haben. Doch es gibt da jemanden, dem ist speziell Severin ein Dorn im Auge bzw die Tatsache, dass er nicht zur Schule geht. Der selbsternannte Kinderexperte Dirk Tator weist ihn daraufhin ins Waisenhaus ein und steckt Griesgram in die Irrenanstalt. So kommt es, dass diese Geschichte zwar ebenfalls wieder in Briefform erzählt wird, aber doch spürbar ist, dass die Drei getrennt wurden. Speziell Olivia kam mir so alleine in der Spence Villa manchmal etwas verloren vor. Griesgram und Severin sind zwar beide empört über ihre jeweilige Einweisung, doch in ihren Briefen hört man stets Kampfgeist heraus. Schon bald schmieden sie Fluchtpläne und ich fand es spannend zu verfolgen, wie sie die Sache angehen. Würden sie es tatsächlich schaffen? Und was würde dann mit diesem Dirk Tator geschehen? So unsympathisch diese Person ist, sie hat mich einige Male auch schmunzeln lassen. Beispielsweise in der Szene, in der Olivia ihn besucht. Es gibt aber noch weiter Szenen, die einen grinsen lassen. Ich mag den listigen Humor, der hier immer wieder aufblitzt. Und auch die Schonungslosigkeit, mit der hier gewisse Dinge beim Namen genannt werden, hat mir gefallen. Beispielsweise das Irrenhaus, das hier auch genauso heißt. Oder Severins Waisenhaus. Das hätte man sicher auch pädagogisch wertvoller benennen können. Hat man aber nicht, und das ist gut so! So kann sich jeder etwas darunter vorstellen. Allemal die jungen Hörer, an die die Geschichte sich ja eigentlich richtet. Ein ganz kleines bisschen gruselig wird es als Olivias Grab geöffnet wird, doch der erwähnte Funken Witz vereitelt eine allzu dicke Gänsehaut.

Rolf Becker alias Ignaz B. Griesgram klingt in dieser Episode längst nicht mehr so grummelig wie noch im ersten Teil. Dafür hat sich seine Figur viel zu gut mit Severin und seinem persönlichen Hausgespenst angefreundet. Die tiefe und warme Stimme vermittelt einem ein sympathisches Bild des Autors. Anne Moll ist noch immer in der Rolle der Olivia zu hören, und ebenfalls noch immer mein Favorit. Ich mag ihre weiche Stimme einfach, die aber in Sekundenschnelle äußerst energisch werden kann. Als Dirk Tator ist ausgerechnet Jens Wawrczeck zu hören. Seine Stimme als die eines Bösewichts…den kann ich dann unmöglich ernst nehmen. Und vermutlich ist es auch genauso gedacht, denn dieser schräge Fiesling passt so nur allzu gut in das Universum um die Spence Villa. In weiteren Rollen sind zB Jona Mues, Katja Brügger und Klaus Dittmann zu hören.

Auch der abwechslungsreiche Soundtrack wurde beibehalten. Erneut sind verschiedene Stücke zu hören, die ab und zu etwas altmodisch klingen, aber immer auf die jeweiligen Szenen abgestimmt sind und so für die entsprechende Stimmung sorgen. Zudem kommt es mir so vor als habe man das Problem mit der unterschiedlichen Lautstärke etwas besser in den Griff bekommen. Ich musste bei dieser Folge nicht ein einziges Mal groß mit der Lautstärke hantieren.

Bisher ist dies mein Lieblingscover der Reihe. Ich mag die Darstellung des Friedhofs mit den Grabsteinen und dem Nachthimel im Hintergrund. Außerdem darf man einen Blick auf Olivias Grab werfen. Das wirkt insgesamt ein klein wenig schaurig. Aber eben auch wieder witzig mit der schwebenden Brille.

Fazit:  In dieser Episode werden die drei Freunde getrennt, und es ist spannend zu verfolgen ob und wie sie wieder zusammenfinden. Mit Dirk Tator ist dieses Mal ein echt fieser Fiesling mit von der Partie, über den man sich oft herrlich aufregen kann. Und Dank des pfiffen Humors darf auch immer mal wieder geschmunzelt werden. Eine gelungene Fortsetzung und sicher nicht mein letzter Besuch in der Spence Villa.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: