Gruselkabinett (77) – Das Feuer von Asshurbanipal

Titel: Gruselkabinett (77) – Das Feuer von Asshurbanipal / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: / Sprecher: Wolfgang Pampel, Tayfun Bade-Soy, David Nathan ua

kabinett77Inhalt: Steve Clarney, ein unerschrockener amerikanischer Schatzjäger, durchforstet mit seinem Weggefährten Yar Ali im Jahr 1928 die Weiten der arabischen Halbinsel, um endlich eines sagenumwobenen Edelsteins habhaft zu werden, der als Das Feuer von Asshurbanipal bekannt ist. Doch wo befindet sich die auch im Necronomicon des Arabers Abdul Alhazred erwähnte vergessene Stadt, die manche die „Stadt der Teufel“ nennen und in der der größte Rubin der Welt angeblich zu finden sein soll…?


So richtigen Grusel erwarte ich von dieser Reihe ja schon länger nicht mehr, und die meisten Schauergeschichten gefallen mir auch soweit ganz gut. Da muss man eben Abstriche hinnehmen bei solch alten Geschichten. Die kommen halt nicht daher wie der Horror heute. Das ist verständlich und okay. Allerdings habe ich bei dieser Folge selbst das vermisst. Dabei denke ich, dass sie es inhaltlich durchaus hergeben würde. Eine Schatzsuche in alten, sagenumwobenen Höhlen, Gefahren durch andere Gruppen, die den Fund des Schatzes gefährden, eine Legende um diesen Schatz, die ebenfalls ihr Unheimliches hat. Wie ich bei dieser Episode vom „Gruselkabinett“ aber gelernt habe, nutzen alle gruseligen Elemente nichts, wenn nur darüber gesprochen wird. Und das hat mich schon etwas geärgert. Hier wird geredet und geredet, Geschichten erzählt und diskutiert, durchaus auch mal mit schauderndem Unterton, aber es passiert einfach nichts. Geschweige denn, etwas Gruseliges. Und damit war die Geschichte für mich auch mehr so eine Art Indiana Jones – Story. Nicht uninteressant, aber mit zu wenig Geschehen und daher nicht sonderlich spannend.

Die Folge kommt mir wenigen Sprechern aus. Als Steve Clarney ist Wolfgang Pampel zu hören, der den unerschrockenen und unternehmngslustigen Schatzsucher glaubhaft zum Leben erweckt. Dann und wann schwingt auch eine gewisse Prise Gier in seiner Stimme mit. Auch das steht dieser Rolle gut. An Clarneys Seite ist sein Gefährte Yar Ali, ein Einheimischer, der jede Legende um Höhlen und den sagenumwobenen Juwel bestens auf Lager hat. Er wird von Tayfun Badem-Soy gesprochen. Und wie immer finde ich es klasse, wenn ich Figuren ihre Abstammung anhand des Akzents sofort abnehme. Nichts ist schlimmer als gekünstelte Akzente und Dialekte. Entsprechend gerne habe ich ihm gelauscht. Clarneys Kontrahaned Nureddin El Rekru wird von David Nathan gesprochen, der diese Figur stolz und durchaus ein wenig bedrohlich klingen lässt.

Die musikalische Untermalung ist prima und gut auf den Schauplatz abgestimmt. Sie klingt angemessen mysteriös. Zudem sind auch immer mal wieder orientalisch klingende Stücke zu hören. Die Geräuschkulisse muss sich ebenfalls nicht verstecken. In diesem Bereich stimmt alles.

Ob der Fund von Clarney und Yar Ali so ausschaut wie auf dem Cover dargestellt, das darf man wohl bezweifeln. Trotzdem gefällt mir das Motiv. Es sieht schön gruselig aus, verspricht damit aber auch eben mehr als das Hörspiel es schließlich hält.

Fazit:  Eine Geschichte, die durchaus in die Reihe passt und zudem erstklassig in Szene gesetzt wurde. Allerdings ist sie durch die fortwährenden Dialoge und das wenige bis kaum vorhandene Geschehen weder schaurig, noch besonders spannend. Und Indiana Jones im „Gruselkabinett“…? Das passt für mich nicht.

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