Rote Grütze mit Schuss – Ein Küstenkrimi (Krischan Koch / Bjarne Mädel)

Titel: Rote Grütze mit Schuss – Ein Küstenkrimi / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 297 min / Buch: Krischan Koch / gelesen von: Bjarne Mädel

rotegruetzeInhalt: Fredenbüll, in Nordfriesland: Polizeiobermeister Thies Detlefsen ist verzweifelt. Wenn in seinem Kaff nicht endlich mal ein Verbrechen geschieht, muss seine kleine Polizeistation schließen und ihm droht die Versetzung nach Husum. Also hofft er bei jedem toten Schaf auf einen militanten Ökoaktivisten und in jedem fremden Auto vermutet er Terroristen. Dann liegt eines Morgens Biobauer Brodersen tot im eigenen Mähdrescher. Thies ist schockiert. Ist sein Fredenbüll etwa doch ein Hort brutalster Kriminalität? Zum Glück kommt Unterstützung durch die attraktive Kommissarin Nicole Stappenbek aus Kiel.


So sehr ich Regio-Krimis ja mag, an der Küste war ich in diesem Genre erst recht selten zu Gast. Aber bei diesem pfiffigen Titel und dem witzigen Cover war klar, dass dieses Hörbuch an meinem Player nicht vorbeikommen würde. Zunächst hat man ausreichend Zeit, sich in Fredenbüll und mit seinen Einwohnern vertraut zu machen. Krischan Koch zeichnet hier ein schönes und sehr idyllisches Bild von diesem Ort und bevölkert ihn mit etwas kauzigen, aber an sich durchweg sympathischen Charakteren. So gehört es sich für diese Art Krimi, wie ich finde. Jedenfalls habe ich mich schnell wohl in Fredenbüll gefühlt und mochte die Leute dort bald auch gerne. Thies Detlefsen ist der Dorfsheriff und sein Posten ist vom Rotstift bedroht, weil in Fredenbüll verbrechermäßig nicht gerade der Bär tobt. Noch während er damit hadert, wie er seinen Job und seine Dienststelle behalten kann, geht es plötzlich rund im Ort. Den ortsansässigen Biobauern hat es erwischt, sein Mädrescher wurde ihm zum Verhängnis. Aber ist es wirklich so einfach wie es aussieht? Ich habe schon alleine über die Idee mit dem Mähdrescher schmunzeln müssen. Und gelacht habe ich dann als sich herausstellt, dass hinter der Sache doch mehr steckt. Thies ist in seinem Bemühen und teilweisen Übereifer oft wirklich zum Totlachen. Und so manches Malt tat er mir ganz schön leid, wenn ihn niemand so richtig für voll nimmt. Speziell nicht die Vorgesetzten in Kiel. Dabei ist Thies eigentlich auf dem richtigen Dampfer und ich habe staunend verfolgt, wie sich die Angelegenheit mit dem toten Biobauern ausbreitet, welche Abgründe sich in der so friedlichen Dorfgemeinschaft so nach und nach auftun. Hatte ich anfangs noch die Befürchtung, der Krimi könnte hinter dem ganzen amüsanten Lokalkolorit zurückstehen, wurde ich bald eines Besseren belehrt, denn es entwickelt sich mit der Zeit durchaus ein ganz richtiger Kriminalfall. Nur eben ausgesprochen unterhaltsam bis witzig und mit viel typisch friesischem Charme.

Sprecher Bjarne Mädel war hier für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Sehr gut hat es mir gefallen, dass er in den Dialogen den Dialekt der Gegend aufgreift. Das macht das Gehörte authentisch und verleiht der Geschichte zusätzlichen Charme. Ich hatte allerdings oft den Eindruck, dass er in den Passagen zwischen die Dialogen nicht recht wusste, ob er auch hier Dialekt einfließen lassen soll, oder lieber beim Hochdeutsch bleiben. Und diese Unentschlossenheit hört man heraus. Das klingt unstet und da verruscht auch mal die Betonung. Deshalb blieb für mich zum Beispiel die Komik in diesen Passagen arg auf der Strecke.

Ich finde dieses Covermotiv ja einfach nur zum Niederknien schön, goldig und witzig. Wie der Herr Polizist in Gummistiefeln und inmitten von Schafen steht und quasi den Schäferhund stellt. Der Leuchttum und das urige Haus im Hintergrund lassen schnell auf den Spielort der Geschichte schließen. Und thies mit dem kleinen Zoo lässt zudem durchblicken, dass der Spass hier sicher nicht zu kurz kommen wird.

Fazit:  Ich werde die Geschichte noch einmal selber lesen, da mir bei Bjarne Mädels Erzählweise ein Gutteil an Komik auf der Strecke blieb. Außerdem wirkte mir seine Art zul lesen oft recht unstet. Die Geschichte an sich hat sehr viel Lokalkolorit an sich und bietet neben einem Dorf liebenswert schräger Charkatere einen echten Krimi auf, der sich nach und nach immer mehr entwickelt sodass man nach dem beschaulichen Anfang nur staunen kann.

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