Gruselkabinett (76) – Das Teufelsloch

Titel: Gruselkabinett (76) – Das Teufelsloch / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Benedikt Weber, Stefan Günther, Jacqueline Hartmann, Niels Clausnitzer ua

kabinett76Inhalt: England 1884: An der Küste Cornwalls gibt es Höhlen, in denen sich ein Schlund im Boden auftut, der mit dem Meer verbunden ist. Die drei Freunde Sarah, Abel und Eric lieben es, zu einer dieser Höhlen, zum sogenannten Teufelsloch, zu gehen und dort zu lauschen, wenn in der Tiefe die Flut zu gurgeln beginnt. Nie hätten sie gedacht, dass sie an diesem Spielplatz ihrer Kindheit einmal das Schicksal ereilen würde.


Nachdem mich „Das Feuer von Asshurbanipal“ so gar nicht zugesagt hatte, konnte es mit dieser Folge eigentlich nur wieder bergauf gehen. Und das stimmt soweit auch, wenn auch hauptsächlich aus sehr persönlichen Gründen. Denn erstens passiert hier etwas und es wird nicht nur geredet. Zum Zweiten mag ich seit je her die Gegend von Cornwall. Und mit Höhlen und der Meer habe ich als Wasserangsthase es ohnehin. In einer Höhle zu stehen, wo aus einem Loch die Flut hochsteigt…das würde ich gerne mal erleben um die Gänsehaut zu genießen. Das ist dann aber schon alles, was mir hier ein Schaudern abgeluchst hat. Denn an sich ist es keine Gruselgeschichte, sondern vielmehr eine äußerst tragische Liebesgeschichte. Und der wird anfänglich sehr viel Raum geschenkt. So kann man sich ein gutes Bild der Situation machen, was wichtig ist um später mitfühlen zu können. Gemäß der Spruchweistheit, dass bei Dreien immer einer zuviel ist, ist einem recht schnell klar, was hier noch geschehen wird. Spannend ist es also ebenfalls nicht unbedingt. Auch im weiteren Verlauf nicht. Es ist einfach klar, dass das Ende so kommen muss. Das einzige, was mich wirklich überrascht hat ist die Entwicklung einer der Freunde. Denn Abel und Eric klingen anfangs beide sowas von nett und sympathisch, dass ich mir gar nocht vorstellen konnte, einer könne solch einen Weg einschlagen wie er es dann tut. Grusel sucht man wie gesagt vergebens bei dieser Episode und wenn das ganze Geschehen nicht so wunderbar lebeding präsentiert würde, dann wäre die Folge bei mir wohl ebenfalls durchgefallen. So aber will ich die Folge mal gelten lassen. Ich hab ja nichts gegen eine tragische Liebsgeschichte ab und zu.

Mit Jaqueline Belle in der Rolle der umworbenen Sarah Trefusis musste ich mich erst eine Weile anfreunden. Sie klang mir lange eine Spur zu zickig und ganz schön eingebilet. Das legte sich als die Ereignisse sich zuspitzten dann aber ganz von alleine. Benedikt Weber und Stefan Günther machen als Abel und Eric eine gute Figur. Beide haben bei mir trotz aller Vorkommnisse im Gesamten einen syptahischen Eindruck dieser beiden Figuren hinterlassen. Das liegt mit daran, dass ich keinem der beiden anfangs etwas Böses zugetraut hätte.

Die Untermalung sorgt wie immer beim „Gruselkabinett“ für ganz viel Flair und Atmosphäre. Auch hier sind stets Klänge im Hintergrund zu hören, die beim Hören sofort das richtige Gefühl für die jeweilige Szene aufkommen lassen. Die Geräuschkulisse kann sich ebenso hören lassen, wobei mir in dieser Hinsicht am besten die Szenen in der Höhle gefallen haben, wenn die Flut heraufkam. Schön in Szene gesetzt.

Das Teufelsloch aus dem Titel ziert natürlich das Cover. Auch wenn die drei dort auf mich eher wie Abenteurer wirken, gefällt mir das Motiv gut. Die Höhle sieht unheimlich aus. Nimmt man den Titel dazu, dann fragt man sich automatisch, was in der Höhle Böses lauert.

Fazit:  Echten Grusel sucht man hier vergebens. Dafür bekommt man eine tragische Liebesgeschichte zu hören. Die kann zwar von Anfang an nicht wirklich überraschen und für Spannung sorgen, aber sie wird lebendig erzählt und spielt vor einer wild-romantsichen Kulisse. Wer damit leben kann, dem wird die Folge gefallen.

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