Amadeus – Partitur 6 – Teutobochus

Titel: Amadeus – Partitur 6 – Teutobochus / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Maria Koschny, Peter Weis, Christine Pappert, Roland Hemmo ua

amadeus06Inhalt: Es war der April des Jahres 1782. Während der zurückliegenden Wochen war meine seelische Verfassung von der Tatenlosigkeit, zu der ich verdammt war, zermürbt worden. Ich befand mich in einem Zustand der Verwahrlosung, als sich endlich eine neue Spur auftat. Wir hatten die Bärbel Glatzeder, das ehemalige Hausmädchen der Marschalls, aufgespürt.
Würde sie uns sagen können, wohin die verschwundene Franziska verschleppt worden war? Doch sie lag schwerkrank darnieder, und ich hatte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mich eine seltsame Vision ereilte: Ich sah Franziskas Entführung vor meinen eigenen Augen – ganz so, als ob ich leibhaftig dabei gewesen wäre. Ich sah die finsteren Mönche mit ihren scharfen Sicheln, und ich sah ein merkwürdiges Symbol auf ihren Unterarmen… Was wollte es mir sagen? Ich kam nicht dahinter, bis mein Freund Amadeus eine entscheidende Entdeckung machte.


Diese neue Folge hat mich etwas überrascht. Bisher konnte man die Episoden auch gut für sich hören. Man musste nicht groß etwas wissen von wegen „was bisher geschah“ um sie zu verstehen. Hier ist man ohne solches Vorwissen allerdings aufgeschmissen, denn die Geschichte knüft in der ersten Hälfte ganz klar an Geschehen aus vorigen Folgen an. Erfreulicherweise in gleich zweierlei Hinsichten, die mich am meisten interessierten: erstens Franziska Marschall, damit Reschs Elend ein Ende findet, und zweitens die Mönche, deren Folge ich schön schaurig fand. Der Part um den titelgebenden Teutobochus findet sich erst in der zweiten Hälfte der Folge und legt einen interessanten Grundstein für den weiteren Verlauf der Reihe. Erneut kommen sich Religion und Wissenschaft in’s Gehege, was einem in der Reihe immer mal wieder begegnet.  Die Frage, was dort unten gefunden wird, wird hier (noch) nicht aufgeklärt. Es bleibt also spannend. Stattdessen greift man eine Entdeckung aus dem ersten Teil der Folge wieder auf. Und zwar so, dass mir spontan die Ahnung kam, dass die Reihe sich noch komplexer entwickeln wird als man es bisher vermutet hat. Dafür spricht auch der letzte Track, der einen noch mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt. Und irgendwie auch mit einem Schaudern und einer guten Portion Bedauern…

Es wäre das erste Mal, dass sich eine Folge im Hinblick auf die Sprecher etwas vorwerfen lassen müsste. Bei solch versierten Sprechern wie zB Kim Hasper, Tim Knauer, Peter Weis, Maria Koschny oder auch Chris Murray ist dies nicht weiter verwunderlich. Mich beeindrucken sie vor allem immer wieder damit, mit welcher Leichtigkeit sie die altmodische Ausdrucksweise annehmen und authentisch rüberbringen.

Die Untermalung präsentiert sich wieterhin sehr klassisch und auf die Zeit abgestimmt, in der die Handlung sich abspielt. Ich finde auch, dass es solchen Stücken mit am besten gelingt, für eine unheimliche und geheimnisvolle Stimmung zu sorgen, wenn es Szenen gibt, die dies erfordern. Die Geräuschkulisse ist fein ausgefeilt und zaubert einem mit Leichtigkeit Bilder zum Geschehen vor die Augen.

Von diesem aalglatten Amadeus auf dem Cover bin ich noch immer kein Fan, aber ich habe mich doch erstaunlich schnell daran gewöhnt. Daher sagt mir hier genau wie bei der Folge zuvor eher die Zeichnung zu, die ich mir zweimal anschauen musste um zu erkennen, was sie darstellt. Ich finde das motiv gut und passend zur Geschichte gewählt.

Fazit: Eine Folge, die wie ein Zwischenspiel wirkt. Sie knüpft zu Beginn an Vergangenes an und webt Elemente aus diesem Anfang in die spätere Handlung ein, die ihrerseits einen neuen Weg einschlägt. Aber keine Sorge, weder der vertraute Humor, noch das mayteriös-unheimliche Flair bleiben dabei auf der Strecke. Ganz im Gegenteil gibt es gleich mehrere Hinweise darauf, dass die Reihe in dieser Hinsicht noch einiges auf Lager hat.

 

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