TKKG (182) – Blindgänger im Villenviertel

Titel: TKKG (182) – Blindgänger im Villenviertel / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Volker Bogdan, Daniel Welbat, Eberhard Haar, Leonard Mahlich, Niki Nowotny ua

tkkg183Inhalt: Endlich Herbstferien! Klößchens Eltern gehen auf große Kreuzfahrt und haben ihren Sohn und seine Freunde gebeten, solange auf die Villa Sauerlich aufzupassen. TKKG haben es sich in ihrem komfortablen Feriendomizil gerade richtig gemütlich gemacht, als sie es Hals über Kopf auch schon wieder verlassen müssen: Alle Anwohner des Villenviertels werden von der Polizei aufgefordert ihre Häuser zu räumen, weil bei Sielbauarbeiten eine alte Fliegerbombe entdeckt wurde. Ein Blindgänger direkt vor der Haustür? Aufregend! Doch irgendetwas stimmt an der Sache nicht.


Diese Folge ist eine wahre Wundertüte. So oft habe ich mich bei einer TKKG-Folge noch nie über irgendwas gewundert! Das ging schon beim Anfang los als die vier Freunde in einer Hörspielserie für Kinder fröhlich über den Stephen King – Film „Es“ diskutieren. Ich meine, jedes Kind kann heute einen PC und google bedienen und sich so kundig über den Film machen. Und auch wenn ich ihn selber als Kind gesehen habe…genau deshalb weiß ich, dass das Nachwirkungen bis ins Erwachsenenalter haben kann.
Nach dieser wundersamen Szene bricht zunächst einmal die Nacht über Sauerlichs Villa herein und am nächsten Tag ist Gaby bei ihrem Ferienjob, während die Jungs frühstücken. Da stehen plötzlich zwei Polizisten vor der Tür und verlangen, dass die Jungs das Haus räumen, weil ein Blindgänger gefunden worden sei. Allerdings scheint da irgendwas nicht zu stimmen. Diese Idee fand ich gar nicht mal so schlecht. Da hätte ich mir durchaus eine ordentliche Folge vorstellen können. Auch wenn Bomben nun nicht das neueste Thema der Reihe sind. Das ist die Entführung von Gaby auch nicht. Aber es sind halt Themen und Ereignisse, die ich mit der Serie verbinde. Und ich erwarte auch nicht mehr das innovativste Thema nach 182 Folgen. Genauso wenig rege ich mich noch darüber auf, wenn man die ganze Chose schon nach kurzer Zeit durchblickt. Das sind Kinderhörspiele und besser so als eine krude Handlung, wo absolut keine Zusammenhänge zu erkennen sind und Selbige am Ende erzwungen werden. Dass TKKG am Ende immer siegen, weiß man ebenfalls. Aber die Frage nach dem Wie bietet wenigstens noch einen Funken Spannung. In diesen Belangen geht der „Blindgänger“ für mich also schon in Ordnung.
Dafür habe ich mich ganz schön über die vier Freunde gewundert! So wie hier kannte ich sie noch gar nicht. Gaby, die Heldin, die nachts draußen rumläuft und nach einer Entführung noch eine dicke Lippe riskiert. Tim, der heulend am Kai steht und sich im Kanal vor Ratten ekelt. Und Karl, das Genie, das auf Karnevalskostüme hereinfällt? Ach so, und Oskar, der plötzlich nicht mehr gehorcht und für Gaby neuerdings „Süßer“ ist?! Was ist denn mit denen passiert? Lediglich Willi ist noch der Alte, was aber auch nur bedingt ein Kompliment ist, weil er ja überwiegend für den Part des Witzbolds zuständig ist.

Auch was die Sprecher anbetrifft, habe ich weiter nichts zu bemängeln. Ich finde, dass die Hauptsprecher  -soweit noch in der ursprünglichen Besetzung- ihren Job noch immer ganz ordentlich machen.  Klar, so richtig jugendlich klingt keiner mehr von ihnen, aber ganz ehrlich: besser so als auf jugendlich getrimmt. An Rhea Harder habe ich mich inzwischen gut gewöhnt, auch wenn sie Gaby einen anderen Charakter verleiht als diese Figur ihn vor dem Wechsel hatte. Etwas weniger tough hier und da, das wäre nicht verkehrt. Eberhard Haar hat mir gefallen, zumal ich seiner Figur zunächst nichts Zwielichtiges anmerken konnte.

Musikalisch klingt diese Folge nicht anders als viele andere zuvor. Für mich ist das inzwischen der typische TKKG-Klang. Die Geräuschkulisse zeigt sich ebenfalls weiterhin sehr solide. So klingt TKKG heute nun mal, ob es uns nun gefällt oder nicht.

Ich mag das Cover! Ich liebe Hunde und finde es deshalb toll, dass Oskar so im Vordergrund zu sehen ist. Insgesamt wird hier eine Szene gezeigt, die so auch in der Geschichte vorkommt. Und mit der gewittrigen Nacht wirkt sie sogar ein wenig unheimlich.

Fazit:  „Werbung“ in einem Kinderhörspiel für einen Film, der mir als Erwachsener noch Angst macht? Und was bitte ist hier aus TKKG geworden? Man darf sich gut wundern bei dieser Folge. Davon abgesehen wird hier zwar nichts Neues geboten, was umgekehrt aber eben auch heißt, dass die Story nicht mehr an den Haaren herbeigezogen ist als sonst. Kann man hören, aber es ist auch kein Verlust, wenn man sie nicht kennt.

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