Silber – Das erste Buch der Träume (Kerstin Gier / Simona Pahl)

Titel: Silber – Das erste Buch der Träume / Verlag: Argon Hörbuch / Spielzeit: ca. 575 min, 8 CDs / Buch: Kerstin Gier / gelesen von: Simona Pahl

silber01Inhalt: Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen.


Alleine schon wegen des Hypes um diese Geschichte wollte ich mich eigentlich davor drücken. Andererseits finde ich, dass man schon mitreden können sollte. Deshalb habe ich es mir also doch angehört. Und was soll ich sagen? Mir hat es tatsächlich gefallen! Allerdings in erster Linie wegen der unterhaltsamen Familien-  und Teeniegeschichte. Sowas mag ich irgendwie ganz gerne. Livs Familie ist ein liebenswerter Haufen von Chaoten, an der Schule gibt es die üblichen Zickereien und eine geheimnisvolle Lästertante, und das Thema Jungs kommt ebenfalls nicht zu kurz. Davon erzählt Liv so wunderbar locker und humorvoll, dass ich gerne zugehört habe.
Doch die Geschichte will mit Livs seltsamen Träumen ja auch mysteriös sein. Bis sich das aber überhaupt mal ordentlich andeutete, waren bereits zwei CDs vergangen.  Bis hierher hatte ich mich zwar alles andere als gelangweilt, aber ich fand die Anlaufzeit schon ziemlich lang. Von da an spielten die Träume dann eine etwas größere Rolle und ich muss sagen, dieser Teil der Geschichte ist phantasievoll erdacht. Da ich eh ein Fan von Geschichten bin, die von Träumen handeln, hat mir das ganz gut gefallen. Gefühlt stand es aber für mich hinter der fröhlichen Teenie-Familien-Schul-und-Lovestory zurück.
Das gilt ebenso für den Teil der Geschichte, der wohl unheimlich bis gruselig wirken will. Davon gehe ich jetzt mal aus, wenn sich das Geschehen um Friedhöfe, blutige Rituale und Dämonen dreht. Abgesehen davon, dass alles, was hier in dieser Hinsicht aufgeboten wird, nun wirklich nicht vor neuen Ideen strotzt, dauerte es glatt bis zum Ende der letzten CD ehe es eine Szene gab von der ich mit vorstellen konnte, dass sie jemanden gruseln könnte.
Nun ist dieses Hörbuch der erste Teil einer Trilogie, deshalb will ich die beiden letzten Punkte erstmal nicht überbewerten. Für jede gute Geschichte muss nun mal zunächst der Grundstein gelegt werden. „Silber“ lässt sich dafür alle Zeit der Welt und füllt sie zumindest so unterhaltsam, dass Langeweile keine Chance hat.

Simona Pahl ist sicher einer der Gründe, wieso mir das Zuhören so viel Spass gemacht hat. Sie klingt jung und trifft genau den richtigen Ton für Liv: humorvoll, clever und pfiffig. Zudem klingt es durchweg nicht danach, dass sie den Text abliest. Ich hatte eher den Eindruck, sie erzählt frei. Das hilft ebenfalls dabei, 8 CDs nicht als ein Mammutprojekt zu empfinden.

Die 8 CDs kommen in einem schicken Klapp-Case daher, das bei mir allerdings schon nach zwei- oder dreimaligem Aufklappen einen Knick im Rücken bekam. Stabil ist anders und ab 6 CDs hat eine Hülle aus Kunststoff durchaus seine Berechtigung, wie ich finde. Das Motiv gefällt mir. Es wirkt phantasievoll und auch ein wenig verträumt und macht neugierig. Der Titelschriftzug geht dabei fast unter. Auf den einzelnen CD-Einschüben findet man ein Glossar der Personen aus der Geschichte, Hinweise und einen Gruß von Autorin Kerstin Gier.

Fazit: Ich habe „Silber“ vor allem deshalb mit Vergnügen gehört, weil ich Livs Familie(nleben), ihre Schulgeschichten und das Thema Jungs so unterhaltsam fand. Das alles wird herrlich witzig erzählt. Der mysteriöse, phantastische und schauerliche Anteil der Story kam mir hier noch zu kurz. Da ist noch Luft nach oben. Weil es ein erster Teil einer Trilogie ist, gehe ich erstmal optmistisch davon aus, dass diese Luft noch genutzt werden wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: