Friedhofstraße 43 – Ein Gespenst kommt selten allein

Titel: Friedhofstraße 43 (03) – Ein Gespenst kommt selten allein / Verlag: Audiolino / Spielzeit: ca.100 min, 2 CDs / Buch: Kate Klise / Sprecher: Rolf Becker, Anne Moll, Eike Onyamvu, Jona mues, Peter Kaempfe ua

friedhofstr43-3Inhalt: Severin ist überglücklich: Ein riesiger, zotteliger Hund ist ihm nach Hause gefolgt. Der Junge hatte sich schon immer einen Hund gewünscht! Gespenst Olivia und die Nachbarn sind von dem neuen Bewohner weniger begeistert – sein Gebell könnte Tote wecken! Das Tier gehörte dem kürzlich verstorbenen Schauderburger Millionär Noah Schmöller, einem Mann mit Humor. Noch über den Tod hinaus bringt er die ganze Stadt mit rätselhaften Limericks auf Trab. Kurz vor der Eröffnung des Testaments taucht dann plötzlich ein weiteres Gespenst auf, denn: Ein Gespenst kommt selten allein!


Willkommen zurück in der Friedhofstraße 43! Ich hatte mich sehr auf meinen dritten Besuch bei dieser etwas ungewöhnlichen Familie gefreut. Ich mag den vielleicht etwas grummelig erscheinenden, aber herzensguten Ignaz B. Griesgram, das energische und nicht weniger liebenswerte Gespenst Olivia und ihren cleveren Sohn Severin inzwischen richtig gerne. Doch Gespenst hin oder her, auch eine solch ungewöhnliche Familie plagen wie hier mitunter ganz normale Familienprobleme: Severin möchte einen Hund behalten, der ihm nach der Schule gefolgt ist. Olivia als Katzenliebhaberin ist wenig angetan. Ignaz ist nich abgeneigt, besteht aber darauf, dass Severin sich erstmal schlau macht, ob Hund Heimlich nicht irgendwo ein Zuhause hat. Und Severin findet das alle ziemlich daneben. Dieser Anteil der Geschichte ist also eine fast normale Familiengeschichte, die den jungen Hörern nebenbei vermittelt, dass Ehrlichkeit und die Familie ganz wichtig sind. Und dass Lügen ganz verschiedene Facetten haben können. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Kids da in einigen Belangen wiedererkennen und einige Erkenntnisse für sich übernehmen. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall.
Hund Heimlich steht allerdings im Zusammenhang mit einem anderen Geschehen in Schauderburg. Der in der Stadt sehr beliebter Millionär ist ist gestorben und seine raffgierigen Kinder Mietze und Bello (ich liebe diese Reihe für ihre genialen Einfälle was die Namen der Charaktere angeht) sind hinter seinem Geld her. Leider hat der verstorbene Vater es ihnen nicht ganz leicht gemacht, sich daran zu bereichern. Und so beginnt eine gleichermaßen spannende wie äußerst witzige Jagd auf das Erbe und ein paar sehr wertvolle Münzen. Und Dank Hund Heimlich geraten bald auch Severin, Ignaz und Olivia mit in die Jagd nach dem Erbe und meistern diese Situation mit ihrem ganz eigenen Charme, der mich immer wieder begeistert und grinsen lässt. Ausgerechnet ein weiterer Geist bringt letztlich Licht in die Sache. Nicht nur in die Erbschaftsangelegenheiten, sondern auch in die zerstrittene Familie aus der Friedhofstraße 43. Ich hoffe sehr, dieses neue Gespenst kommt mal wieder vor. Ich mochte es sofort! Es hat Humor, aber auch viele schlaue Gedanken. Und die dürften oft auch ältere und erwachsene Hörer  zum Nachdenken anregen.

Selbstverständlich verständigt man sich in dieser Serie weiterhin in Briefform, und jeder Briefeschreiber hat seinen eigenen Sprecher. Anne Moll lässt Olivia meist wirklich liebenswert klingen, aber sie kann sie auch -wenn nötig- ausgesprochen energisch werden lassen. Eike Onyambus kräftige, helle Stimme bringt sofort Schwung in das aktuelle Geschehen, und gerade in dieser Folge kommt Severin häufig zu Wort. Und Rolf Becker vermittelt mit tiefer Stimme und einem etwas brummigen Ton das Bild eines gemütlichen Schriftstellers. Marie Kienecker gibt eine wunderbar hochmütige und zickige Mietze Schmöller. Und Bruder Bello, gesprochen von Julian Hreyseck, steht ihr da kaum nach. Wären Mietze und Bello nicht so lustig, sie wären direkt unsympathisch. so kann man wenigstens über sie lachen.

Musikalisch hat die Reihe für mich inzwischen ihren ganz typischen Klang. Die Stücke klingen gelegentlich etwas altmodisch, dann wieder etwas moderner, ganz so wie die Szenen es erforderne. So kommt immer die passende Stimmung auf. Eine ganze Reihe Geräusche ist ebenfalls wieder zu hören. Das lockert auf und veranschaulicht schön das Geschehen.

Das Covermotiv ist dieses Mal tatsächlich etwas schaurig ausgefallen. Aber das darf bei einer Reihe um die Friedhofstraße und Gespenster so sein. Mir gefällt besonders, dass es eine Szene darstellt, die in der Geschichte sehr wichtig ist und die neugierig macht, ohne dabei gleich zuviel zu verraten.

Fazit:  Auch „Ein Gespenst kommt selten allein“ hat mir wieder sehr gut gefallen. Eine spannende und witzige Geschichte, die nicht nur prima unterhält, sondern jungen wie älteren Hörern unaufdringlich auch ein paar Denkanstöße in Sachen Familie, Ehrlichkeit und Vertrauen an die Hand gibt. Denn trotz Gespenst, soweit ist die Story von einer normalen Familie in vielen Belangen gar nicht weit weg.

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