Traugott, das Warzenschwein

Titel: Traugott, das Warzenschwein / Verlag: Hörchen Verlag / Spielzeit: ca. 37 min /Sprecher: Beatrice von Moreau, George Inci, Daniel Montoya, Annick Klug, Nicole Reimann ua

taugottInhalt: Traugott, das Warzenschwein ist die coolste Sau, die rumläuft. Das findet zumindest er selbst sowie sein größter Fan: das kleine Kätzchen. Doch auf einmal ist das kleine Kätzchen verschwunden. Während Traugott versucht allen anderen die Schuld für das Verschwinden des Kätzchens in die Schuhe zu schieben, trommelt der Hase alle Tiere des Bauernhofes zusammen, um das Kätzchen zu retten


Nachdem mir „Der Buschwichtel und die Regenbraut“ so gut gefallen hatte, legte ich Traugott optimistisch in den Player. Allerding bekam der Optimismus schnell einen gehörigen Dämpfer! Vorweg: natürlich ist mir klar, dass diese Figur genau so und nicht anders angelegt sein muss. Ansonsten würde die Botschaft der Geschichte im weiteren Verlauf nicht so deutlich werden! Trotzdem, mir ging dieser selbstverliebte und überhebliche Traugott zunächst derbe auf die Nerven. Ich mag einfach weder Eigenlob, noch übersteigertes Selbstbewusstsein. Und mit „cool“ und „hey“ und „yeah“ begeistert man mich ebenfalls nicht.
Ich habe mich erst mit ihm anfreunden können als es so aussah, als sei seinetwegen ein Kätzchen ertrunken. Denn von da wird Traugott nicht nur panisch, sondern beginnt außerdem, über sich und sein Verhalten nachzudenken und zu erkennen, dass sein Kätzchenerschrecken kein Spass gewesen war. Zudem bricht recht schnell das Chaos los als sämtliche Tiere des Bauernhofs von der Katastrophe erfahren und sich aufmachen um das Kätzchen vielleicht doch noch zu retten. Ich habe über viele dieser Tiere wirklich lachen müssen. Zum Beispiel über dieses Gemüt von einem Hund, der Hektik nicht ausstehen kann, den eingebildeten Gockel und den hektischen Hasen. Sie alle sind wirklich niedlich und witzig. Und spannend ist es auch, diese chaotische Truppe bei ihrer Rettungsaktion zu begleiten. Ist das Kätzchen wirklich ertrunken? Oder kann es gerettet werden? Und was geschieht mit Traugott, wenn es ertrunken ist? Ach ja, und natürlich: was macht man, wenn ein Nichtschwimmer genau das vergisst und sich todesmutig in den Teich stürzt?
Am Ende der Geschichte hat Traugott jedenfalls eine Menge gelernt. Über sich und sein bisheriges Verhalten und über Freundschaft und Zusammenhalt. Und auch bei den jungen Hörern dürfte die sorgfältig in diese Geschichte verpackte Botschaft angekommen sein. Genau wie bei „Der Buschwichtel und die Regenbraut“ schadet es übrigens nicht, wenn sich auch ältere Hörer mal ein paar Gedanken in dieser Richtung machen.

Bei dem Buschwichtel und der Regenbraut sind recht wenige Sprecher zu hören, Traugotts Geschichte wird dagegen von einer ganzen Schar Sprecher erzählt. Ist ja logisch: viele Tiere brauchen viele Sprecher. Als Traugott selber ist George Inci zu hören, der einem mit heiserer Stimme und häufig überdrehtem Ton tatsächlich das Bild einer echt coolen Sau vor Augen zaubert. Wenn man einen solchen Slang denn für cool hält. Irgendwie hat mich Traugott immer etwas an Elvis erinnert. Beatrice von Moreau selber ist gleich in drei Rollen zu hören und beweist dabei, wie vielfältig ihre Stimme ist.  Mir hat sie vor allem als behäbiger Hund gefallen. Für das Kätzchen hätte ich mir allerdings eine weniger erwachsene Stimme gewünscht als Nicole Reimann sie hat.

In diesem Hörspiel vom Hörchen Verlag sind hier und da kurze Musikstücke zu hören, die vor allem damit auffallen, dass sie handgemacht klingen. Da hört man jedes Instrument heraus. Sei es ein Schlagzeug, ein Xylophon oder eine Rassel und noch einige mehr. Oft werden diese Instrumente auch dazu eingesetzt, Bewegungen ein Geräusch zu geben. So stammt das Trippeln des Kätzchens beispielsweise vom Klimpern eines Xylophons. Und nicht zuletzt haben die Tiere alle gerne schnell mal ein Liedchen auf den Lippen. Alles zusammen verleiht der Geschichte Lebendigkeit.

Niedlich ist anders, aber witzig sieht Traugott auf dem Cover schon aus! Und das Kätzchen, wegen dem es den ganzen Wirbel gibt, ist ebenfalls zu sehen. Das Booklet kann man auch bei diesem Hörspiel als Bilderbuch benutzen. Darin sind einige wichtige Szenen der Geschichte zu sehen.

Fazit:  Anfangs hatte ich ganz schöne Probleme mit dem eingebildeten Traugott und ich gestehe, ich habe ihm die Katastrophe schon ein wenig gegönnt, damit er auf den Boden zurückkommt. Es ist schön, witzig und spannend zu verfolgen, wie er sich wandelt und schließlich mochte ich ihn dann doch ganz gerne. Einmal mehr eine schöne Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Nicht nur für die Kleinen!

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