Winston – Ein Kater in geheimer Mission (Frauke Scheunemann / Oliver Kalkofe)

Titel: Winston – Ein Kater in geheimer Mission / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 246 min auf 2 CDs / Buch: Frauke Scheunemann / gelesen von: Oliver Kalkofe

winstonInhalt: Winston Churchill ist ein Perserkater. Genauer gesagt war er ein Perserkater, denn momentan steckt er im Körper des zwölfjährigen Mädchens Kira fest. Winston ist ein genialer Beobachter der Menschenwelt mit dem messerscharfen Verstand eines Detektivs. In Kira findet er die perfekte Partnerin: Sie stellt die richtigen Fragen, er recherchiert unerkannt. Zusammen sind sie ein unschlagbares Ermittlerteam und kommen jedem Täter auf die Spur.


Tierbegeistert wie ich bin, mag ich natürlich auch Katzen sehr gerne. Da führte an Winstons Geschichte kein Weg vorbei.
Bis es an die Mission aus dem Titel geht, dauert es allerdings eine ganze Weile. Zunächst lernt man Winston kennen und sein Blick auf sich und seine kleine Welt hat mich häufig schmunzeln lassen. Als Kater ist er ausgesprochen selbstbewusst, ganz schön von sich und seinem Aussehen überzeugt, und der König über die Wohnung, in der er mit seinem Dosenöffner lebt. An dem hängt er übrigens sehr und so ist er wenig angetan davon, dass die „Familie“ plötzlich Zuwachs durch Kira und ihre Mutter bekommt. Allerdings kann Kira wirklich verteufelt gut kraulen und bei ihr darf Winston sogar mit im Bett schlafen. So arrangiert er sich schließlich doch mit den neuen Lebensumständen. Ich fand es ausgesprochen süß, wie Winston und Kira allmählich Freundschaft schließen. Man spürt schnell, dass sie ein unschlagbares Team sind.
Als die beiden durch einen seltsamen Blitz plötzlich die Körper tauschen, wird es erst so richtig turbulent im Leben der beiden. Die Idee mit dem Körpertausch ist nicht neu, hier aber so gut gelungen, dass ich mich keine Minute gelangweilt habe. Das liegt vor allem daran, dass Winstons katzentypischer Blick auf die Welt auch in Kiras Körper erhalten bleibt. Es ist nicht so, dass er in der neuen Gestalt plötzlich menschliche Wesenszüge annimmt. Aber er lernt natürlich einiges dazu und vieles davon widerspricht ganz schön seiner Sichtweise als Kater. Das ist witzig und interessant, weil man so als Hörer vor Augen geführt bekommt, wie Tiere uns und unser Verhalten wohl sehen. Darüber kann man gut mal grinsen.
Und als dieses ungleiche Team sich daran macht, das Rätsel um den Ex-Freund von Kiras Mutter aufzuklären, da wird es obendrein noch ganz schön spannend. Eine richtig schöne und spannende Detektivgeschichte mit einem sehr ungleichen, aber liebenswerten Ermittler-Duo. Gleichzeitig ist es schön zu verfolgen, wie nicht nur ihre Freundschaft intensiver wird, sondern wie Kira auch endlich Freundschaften unter ihren Mitschülern schließt. Dafür standen die Sterne zu Beginn nämlich alles andere als gut. Dabei können junge Hörer zudem noch lernen, dass es nicht immer die In-Clique sein muss und Zusammenhalt viel wichtiger ist als beispielsweise coole Klamotten.

Oliver Kalkofe gelingt es gut, den passenden Ton für Winston anzuschlagen. Er lässt ihn durchaus in wenig eingebildet, aber trotzdem sehr liebenswert klingen. Für Kira hat er einen jugendlichen Ton auf Lager und der Akzent von Kiras Mutter und ihrem Ex fällt ihn unüberhörbar leicht. Eventuell werde ich die Geschichte nochmal lesen. Ich denke, dabei würde ich an einigen Stellen anders betonen, was meinem Sinn für Humor womöglich noch mehr entspricht. Denn auch wenn ich beim Hören oft geschmunzelt oder gegrinst habe, so witzig wie erwartet, kam es bei mir nicht an.

So knallpink ist das Hörbuch ein echter Hingucker, und die knallgrünen CDs bilden dazu einen geradezu giftigen Kontrast. Mir gefällt das. Winston finde ich ein wenig eckig geraten, aber trotzdem  sehr goldig

Fazit:  Auch wenn die Idee mit dem Rollentausch nicht gerade neu ist, mit Winston hat sie mir prima gefallen. Eine schöne Geschichte, erzählt aus der Perspektive eines typischen Katers, in dem sicher jeder Katzenhalter irgendwo seinen eigenen Stubentiger wiederfinden wird. Neben der spannenden Mission spielt hier auch das Thema Freundschaft eine wichtige Rolle. Mir sind Winston und Kira schnell an’s Herz gewachsen und ich hoffe, nicht zu letzten Mal von ihnen gehört zu haben.

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