Benjamin Blümchen (124) – …im Tante-Emma-Laden

Titel: Benjamin Blümchen (124) – …im Tante-Emma-Laden / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Marie Bierstedt, Gisela Fritsch, Detlef Bierstedt, Tanja Geke ua

ben124Inhalt: Imker Immelmann braucht Hilfe beim Verkauf seines Honigs. Deshalb eröffnen Benjamin, Stella und Otto einen Kaufladen in Neustadt. Dort bieten sie auch andere frische Waren aus dem Umland an. Aber das gefällt dem Besitzer des Nachbarladens gar nicht. Es ist Herr Schmeichler, und der macht Benjamin mal wieder großen Ärger.


Nachdem Benjamin und Otto bereits vor zig Folgen in einem Großmarkt einkaufen waren, habe ich mich angesichts dieser Folge schon gefragt, inwiefern ein Tante-Emma-Laden für die beiden noch eine Attraktion sein könnte. Die übliche Sorge, die bei mir jeder neuen Folge voranläuft. Deshalb muss ich klar sagen, dass mich diese Episode wirklich überrascht hat.
Denn Benjamin, Otto und Stella gehen keineswegs im Tante-Emma-Laden einkaufen, sondern eröffnen selber einen um dort Waren zu verkaufen, die von Neustädtern stammen. Beispielsweise der Honig von Imker Immelmann oder Gemüse, Obst und Brot von ortsansässigen Bauern. Eine schöne Idee, bei der die Kinder eine ganze Menge lernen können, ohne dass es ihnen groß auffallen wird. So erfährt man, wieso auch eine zu erfolgreiche Ernte den Imker und die Bauern vor Probleme stellen können und was es braucht um einen solchen kleinen Laden führen zu können. Dabei fand ich es besonders niedlich, dass Produkte wie Mehl noch abgewogen und für den Kunden verpackt werden und dass die Freunde mit einer alten Kasse mit Kurbel arbeiten. Ich schätze zwar, dass die Supermarkt-Generation von Heute darüber staunen wird, andererseits haben einige Kinder vielleicht noch einen Kaufladen zum Spielen zuhause, wo es diese Gerätschaften ebenfalls noch gibt.
Später -als sich Benjamin, Otto und Stella plötzlich mit einem Billigladen gleich nebenan konfrontiert sehen- müssen sie sich etwas einfallen lassen um dabei mithalten zu können. Gleich bei der ersten Idee, nämlich ihre Waren ebenfalls so günstig anzubieten, wird dann aufgezeigt, dass das mit wertigen Produkten einfach nicht geht. Leider muss es für viele Leute heute ja immer nur möglichst billig sein. Da schadet es sicher nicht, darauf hinzuweisen, dass das zu Lasten der Qualität geht und dass gute Produkte ihnen Preis haben. Völlig gerechtfertigt. Es ist zu befürchten, dass das nicht nur für die Kinder etwas völlig Neues ist. Ebenfalls leider.
Letztlich ist es auch ganz spannend zu verfolgen, wie Benjamin und seine Freunde mit ihrem kleinen Laden und Schmeichlers Billigladen miteinander konkurrieren. Ich habe mich eine ganze Weile gefragt, wie die Lösung für das Problem letztlich aussehen würde, konnte es dann aber doch erahnen. Eine typische Lösung für ein Schmeichler-Problem. Übrigens habe ich mich gefreut, ihn mal wieder anzutreffen. Er ist schon eine schillernde Figur in der Serie. Und ein paar der typisch opportunistischen Neustädter mischen ebenfalls mit.

Ein Kompliment an Gerald Schaale, dem es gelingt, dem „alten“ Schmeichler (gesprochen von Klaus Miedel) sehr nahe zu kommen. Ich habe tatsächlich kurz an ein kleines Wunder geglaubt, wo Klaus Miedel doch leider vor drei Jahren verstarb. Gerald Schaale hat eine sehr ähnliche einschmeichelnden und überhebliche Stimme für diese Figur parat. Tanja Geke und Johannes Berenz geben die beiden Kunden, die hin- und hergerissen sind zwischen Schmeichlers Billigprodukten und den guten Waren von Benjamin und seinen Freunden. Beide klingen sympathisch und haben mir besonders gefallen als sie den Tante-Emma-Laden energisch verteidigen. Zuletzt stellt sich mir die Frage, ob diese Folge die Abschiedsfolge für / von Gisela Fritsch alias Karla Kolumna ist. Schön, dass sie hier noch ein paar pfiffige Sprüche auf Lager hat.

Neben dem Titellied sind noch eine Reihe kleiner Geräusche zu hören. Beispielsweise die Türglocke vom Laden, das Klingeln der Kasse und das Hämmern beim Zusammenbau der Regale. Das ist für eine Folge dieser Reihe schon eine ganze Menge, ohne dabei aufdringlich zu sein und die jungen Hörer zu überfordern.

Ein schönes farbenfrohes und detailreiches Cover rundet den guten Gesamteindruck schließlich ab. Man kann so einen Blick in den Laden werfen und den Freunden bei ihrer Arbeit dort zuschauen. Bei meiner mp3-Version ist zudem noch ein schönes Bild dabei, auf dem man die Gegenstände in den Regalen zählen muss. Ich hoffe, der CD- und MC-Version liegt es ebenfalls bei.

Fazit: Endlich wieder eine Folge mit Hand und Fuß. Die Geschichte ist kindgerecht spannend, ein paar witzige Sprüche sorgen für ein Schmunzeln hier und da, und es gibt unmerklich etwas wirklich Wichtiges zu lernen. Ältere Hörer, die noch die frühen Folgen der Reihe kennen, werden ihre Klassiker darin ein gutes Stück weit wiedererkennen, und mit Schmeichler gibt es sogar einige Bezüge dorthin. Denn der taucht hier schließlich nicht zum ersten Mal auf. So kann ich diese Folge jedem Benjamin-Fan ruhigen Gewissens empfehlen.

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