Batman – Gotham Knight (01) – Der Mann in Schwarz

Titel: Batman – Gotham Knight (01) – Der Mann in Schwarz / Verlag: Highscore Music / Spielzeit:  ca. 60 min / Sprecher: Sascha Rotermund, Till Hagen, Lutz Mackensy, Jürgen Thormann, Gordon Piedesack ua

batman01Inhalt: Immer wieder verschwinden Menschen in Gotham City und werden als brutal verstummelte Leichen an das Flussufer des Gotham Rivers gespult. Wer richtet die Opfer so zu? Macht ein verruckter Serienkiller die Stadt unsicher? Doch bevor Batman diesen Fall genauer unter die Lupe nehmen kann, betritt der geheimnisvolle Mann in Schwarz die Szene und begeht einen spektakularen Raububerfall auf der Touristenplattform des Aparo-Towers. Batman muss eingreifen!


Da ist sie nun , die erste Folge der vollmundig angekündigten Serie von Highscore Music, wo man ja stets bemüht ist, uns älteren Hörern unsere Hörspielkindheit zurückzubringen. Aus meiner Kindheit kenne ich die „Batman“-Version von OHHA, was nicht gerade ein Aushängeschild war / ist. Aber große Ankündigungen machen trotzdem neugierig, auch wenn man -wie ich- kein Fachmann für das Batman-Universum ist.
Seit einiger Zeit werden immer wieder brutal verstümmelte Leichen aus dem Gotham River gezogen. Das klang für mich vielversprechend. Ich hätte lieber mehr darüber erfahren, statt über diesen Mann in Schwarz. Aber gut, man kann nicht alles haben, und diese Folge wird ja nicht die einzige der Reihe bleiben. Bei Batmans Jagd auf den Mann in Schwarz geht es so actionreich zu wie ich es erwartet hatte und wie es für mich zu Batman gehört. Das gilt genauso für diesen technischen Schnickschnack, über den er verfügt. Das hat mich schon immer begeistert. Außerdem mag ich die düstere Atmosphäre von Gotham City liegt. Auch die kommt im Hörspiel für mich gut rüber. Soweit bin ich also zufrieden.
Es gibt allerdings auch den einen oder anderen Knackpunkt. Da wäre zunächst die Tatsache, dass die Handlung quasi voranhetzt. Will heißen, eine actionreiche Szene jagt die nächste. Wer das so mag, bitte. Mir ist ein erkennbarer roter Faden durch Handlung statt einer Aneinanderreihung Aufmerksamkeit heischender Szenen lieber. So wirkte mir die Handlung hier nicht flüssig genug, sondern etwas holprig. Dann sind es die häufigen Monologe einiger Figuren. Nichts gegen gelegentliche Einblicke in die Gedanken von Charakteren, doch hier fielen mit diese Einblicke zu lang aus. Ich bin sicher, die darin enthaltenen Informationen hätte man auch gut in Dialoge packen können, was dynamischer geklungen hätte als diese Monologe, die die Figuren schon fast zu weiteren Erzählern einiger Passagen machen. Pbendrein bremst es den Schwung vorangegangener Szenen aus.
Schwierigkeiten hatte ich auch mit dem häufigen Einsatz des Erzählers. Mir kommt ein Erzähler jederzeit gelegen, weil er mir hilft einen Überblick über das Geschehen zu behalten.
Daher bin ich ehrlich froh, dass es hier einen Erzähler gibt. Gut finde ich auch, dass man dank ihm einige Informationen über Batman und Gotham City erhält, die einem helfen sich zurechtzufinden, wenn man weder die Filme, noch die Comics auswendig herbeten kann. Trotzdem kam er mir zu oft zum Einsatz. Genau wie die erwähnten Monologe nimmt das das Tempo aus dem Geschehen, nur noch viel häufiger. Und es fällt schwer, sich ein Bild vom Geschehen zu machen, wenn man stets erzählt bekommt, was wann wie und wo passiert. Und genau das sollte ein Hörspiel für mich schaffen: dass ich Gelegenheit habe, mir selbst ein Bild zu machen. Irgendwie hat es mich an diese Filmhörspiele erinnert, wo es soviel Erzähler braucht um vorgefertigte Bilder rüberzubringen.
Da es die erste Folge ist, will ich ein Auge zudrücken. Immerhin muss in der ersten Folge einer jeden Reihe der Grundstein für das weitere Geschehen gelegt werden. Das ist meiner Meinung nach hiermit ausreichend geschehen. Da darf man also ab Folge 2 gerne einen Gang zurückschalten.

Die Sprecherriege muss sich keinen Vorwurf machen lassen. Sascha Rotermund hat mir als Batman gut gefallen. Bruce Wayne haucht er energisches und souveränes, dabei aber durchweg sympathisches Leben ein. Schlüpft er dagegen in die Rolle von Batman klingt er umso finsterer. Dieser Wechsel weiß zu beeindrucken. Jürgen Thormann ragt als Butler Alfred ohnehin heraus, da er auch in den Filmen in dieser Rolle zu hören ist. Ich mag den vornehmen Klang seiner Stimme sehr gerne, womit er einen unüberhörbaren Gegenpol zu den übrigen Charakteren bildet. Als vielbeschäftigter Erzähler ist Gordon Piedesack zu hören, dessen tiefe Stimme und düstere Erzählweise mir grundsätzlich gut gefällt, die mir aber wie gesagt zu oft zu hören war. Sooo rasant und vielschichtig ist die Handlung nun nicht, dass man als Hörer so oft Zeit zum Druchatmen braucht.

Der Soundtrack klingt wahrlich imposant aus den Boxen, da gibt es nichts. Das steht einer actionreichen Geschichte auch ganz gut. Und wenn dieses Hörspiel in einem Belang dem Anspruch des „Kino für die Ohren“ gerecht wird, dann ist das hier der Fall. Die Geräuschkulisse kommt ebenfalls wie aus dem Bilderbuch daher. Dennoch hätte es hier und da für mich gerne etwas weniger eindrucksvolle Untermalung sein dürfen. Denn wenn es fast ständig bombastisch klingt, höre zumindest ich schnell drüber hinweg, was zu Lasten der Wirkung der Klänge geht.

Mit Batman persönlich vor der Kulisse düsterer und wenig einladender Gebäude und dem vertrauten Logo darüber, macht das Cover leicht auf sich aufmerksam und verspricht spannendes Hörvergnügen.

Fazit:  Ich denke, Action und ein nachvollziehbarer roter Faden in einer Handlung müssen sich nicht ausschließen. Das darf in den weiteren Folgen gerne ausgewogener daherkommen. Mir war das hier zuviel Hetze von einem actionreichen Highlight zum nächsten. Die Sprecher machen ihre Sache gut, haben mir aber zu viele Monologe rüberzubringen, was wenig glaubhaft klingt. Auch davon demnächst bitte weniger. Es bremst einfach aus, genauso wie der häufige Einsatz des Erzählers. Diese erste Folge ist nicht schlecht, erinnert mich aber insgesamt zu sehr an diese 1:1-Filmhörspiele mit ihrer Erzählerlastigkeit, den bombastischen Musiken und glanzvollen Geräuschen. Ich persönlich finde solche Hörspiele immer zu „geleckt“.

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