Tom Shark (02) – Das Geheimnis der Jagowstraße

Titel: Das Geheimnis der Jagowstraße / Verlag: Marctropolis / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Gordon Piedesack, Santiago Ziesmer, Marie Bierstedt, Michael Prelle, Patrick Bach ua

tomshark02Inhalt: Aufgestachelt durch eine Geheimratswitwe jagen Tom Shark und sein Kamerad eine Bande von Panzerschrankknackern. Diese Halunken werden angeführt von Buster Malcolm, einem Gauner aus Amerika, den Shark seinerzeit dort einbunkern lies. Und irgendwie haben ein verschollener Student und die verlassene Villa in der Jagowstraße etwas damit zu tun. Genug Geheimnisse, um den König der Detektive von seinen Ägyptischen wegzulocken, direkt hinein in ein weiteres aufregendes Unterfangen!


Eigentlich wollen Shark und Strong gerade keine neuen Aufträge annehmen. Doch dann steht die eine Verlockung plötzlich vor der Tür und die andere eilt hinkend vom Haus weg. Nun wird es doch interessant für den Detektiven und seinen Gehilfen. Besteht ein Zusammenhang zwischen der Entführung eines jungen Mannes und einer Reihe geknackter Panzerschränke? Ich konnte eine ganze Weile lang jedenfalls keinen feststellen, deshalb hat es mich überrascht, wie die beiden Ereignisse schließlich doch zusammenlaufen.
Nun bin ich bekanntlich kein Fan von Geschichten anno Schnee -hier um 1930 herum-, doch mit Tom Shark und Pitt Strong bin ich gerne unterwegs. Zumal es bei ihren Ermittlungen niemals langweilig wird. Dafür sind die beiden zu markante Charaktere mit liebenswerten Schrullen, bei denen es auch mal turbulent zugeht. Von ihren humorvollen Diskussionen mal ganz abgesehen. Überhaupt ist es die Komik, die mich schnell für diese Reihe begeistern konnte. Nichtsdestotrotz sind Shark und Strong ein ernstzunehmends Detektiv-Gespann, vor dem sich die Verbrecher vorsehen sollten. In dieser Folge können sie vor allem beweisen, dass sie auch getrennt gut miteinander arbeiten können. Jedenfalls bis einem die Geduld ausgeht, er sich auf die Suche nach dem anderen macht und sich unversehens mittendrin im dramatischen Geschehen wiederfindet. Schön, dass sich bei den beiden niemals einer absolut in den Vordergrund drängt.  Gefallen hat mir auch, dass Butler Bill eine recht große Rolle spielt. Stille Wasser sind tief, das trifft bei ihm auf ganzer Linie zu. Er hat ein feines Auge für seine leicht schrägen Vorgesetzten, wirkt aber nie wie ein reiner Bediensteter und steht voll hinter ihnen. Sein Auftritt in dieser Folge ist eine Überraschung von der es in den nächsten Folgen gerne noch mehr geben darf.
Das Ende bietet einen brisanten Cliffhanger, denn ein Mitglied der Panzerschrankknacker-Bande ist entkommen und wird sich sicher noch als ganz harte Nuss vor Shark und Pitt herausstellen. Da bin ich sicher!

Ich tu mich noch immer etwas schwer mit Tom Sharks Stimme. Dieses Kratzig-Rauhe nehme ich Gordon Piedesack nicht bei jedem Satz ab. Es wirkt mir ab und zu zu gekünstelt. Dafür finde ich es gut, wie leicht er die deutschen Teile seines Textes mit englischen Aussprüchen vermischt. Shark kommt nun mal aus Amerika, und das nimmt man ihm so leicht ab. Santiago Ziesmer bildet einen schönen Kontrast zu Shark. Er klingt munter und aufgeweckt, wie ich es von einem ehemaligen Journalisten erwarte. Ingo Albrecht erweckt Butler Bill mit geheimnisvoll dunkler Stimme und vornehmem Ton zum Leben. Bei Marie Bierstedt tut es mir ja irgendwie leid, aber ihr gelingt es auch als Frau verwitwete Geheimrat Giese nicht mir das Bild einer respekteinflößenden Dame zu vermitteln. Erwachsene Rollen fuktionieren bei mir mit ihrer Stimme einfach nicht.

Ein abwechslungsreicher Soundtrack begleitet das Hörspiel. Dabei sind Stücke zu hören, die in erster Linie dafür sorgen, einem das Feeling der 30er-Jahre zu vermitteln, aber auch solche, die leise und eindringlich aus dem Hintergrund für Spannung sorgen und zu dramatischen Szenen plötzlich laute Akzente setzten. Das klingt so sehr stimmig, auch in der Kombination mit der Geräuschkulisse. Und es wirkt gleich noch eindringlicher, wenn man das Hörspiel -wie empfohlen- über Kopfhörer hört. Da hat man wirklich das Gefühl, man stände bei der Handlung daneben.

Tom Shark auf der Pirsch in der Jagowstraße, die in dem diffusen Licht tatsächlich ziemlich geheimnisvoll wirkt. Dank dieses Covermotivs kann man sich nun auch ein noch klareres Bild vom König der Detektive machen.

Fazit: Mir hat die zweite Folge noch eine Spur besser gefallen als die erste Episode, die noch mit gewissen Längen kämpfte. Die haben bei der knackig kurzen Spielzeit von nicht mal einer Stunde keine Chance. Eine unterhaltsame Verbrecherjagd mit vielen heiteren Momenten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: