Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (06) – Das Haus auf dem Hexenhügel

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (06) – Das Haus auf dem Hexenhügel / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Peter Groeger, Christian Rode, Jürgen Thormann, Anke Reitzenstein, Arne Stephan ua

holmesrta06Inhalt: Sherlock Holmes wird in das Haus des Adligen Roderick Crane bestellt. Mysteriöse Legenden ranken sich um das Anwesen, das von vielen gemieden wird. Es wurde auf einem Hügel erbaut, auf dem einst Hexen und sogar ein Vorfahre Cranes hingerichtet wurden. Der Hausherr, letzter Nachkomme eines alten Geschlechts, ist dem Wahnsinn verfallen. Er verliert sich immer mehr in den phantastischen Traumwelten des Schriftstellers Edgar Allan Poe. Als ein rätselhafter Todesfall geschieht, stellt sich die Frage, ob Crane auch ein Mörder sein kann.


Der Fall mit diesem verheißungsvollen Titel lässt sich eher ruhig an. Ehe es richtig losgeht hat man in diesem Teil mal wieder Gelegenheit, von blitzgescheiten Holmes beeindruckt zu sein. Immerhin verbunden mit einem ganz amüsanten Gespräch mit Watson.
Der Fall selber beginnt erst als die beiden im Cranes ehrwürdigem Hause eintreffen und die illustre Gesellschaft kennenlernen, die dort lebt. Mir hat in erster Linie der Schauplatz gefallen. Ein solch altes Haus, weit abgelegen, um das sich düstere Legenden ranken, das hat seinen Reiz. Ich hatte bei dem Titel ohnehin darauf gehofft, die Geschichte könne auch ein wenig schaurig sein. Aber das trifft nur in Maßen zu, beispielsweise bei dem Poe-Zitatewettbewerb zwischen Holmes und Crane, oder bei der Erzähkung vom Wurm, der angeblich unter dem Haus lebt.
Ansonsten bekommt man hier einen holmestypischen Fall geboten, den ich vor allem deshalb interessant fand, weil man mit den paar Bewohnern des Hauses eine sehr überschaubare Anzahl Verdächtiger hat. Da sollte es doch leicht sein, denjenigen zu erkennen, der für den ganzen Spuk verantwortlich ist. Denkste! Jeder dort hätte ein gutes Motiv und so habe ich doch ganz schön genkobelt. Das hat Spass gemacht, mich aber nicht auf die Auflösung gebracht. Naja, mit Holmes kann man als Durchschnittshörer halt nicht mithalten. Allerdings halte ich die Auflösung doch für fraglich. Ich glaube irgendwie nicht, dass Wahnsinn darin seinen Ursprung haben kann. Zu Holmes Zeiten mag man daran geglaubt haben, aber war die Medizin damals schon soweit um den Zusammenhang erkennen zu können? Das kann ich mir ebenso wenig vorstellen.

Christian Rode und Peter Groeger geben wie gewohnt und unschlagbares Ermittler-Duo ab. Und Jürgen Thormann mimt den dem Wahnsinn verfallenen Crane ebenfalls ganz wunderbar. Mal so herrisch und energisch, wie ich mir einen würdigen Hausherren vorstelle, dann wieder verzweifelt, schwach und kleinlaut, wenn er seine Phasen hat. Für mich passte allerdings das altersmäßige Verhältnis von Crane und Helen Winters nicht. Crane klingt deutlich älter als Helen. Und Helen, gesprochen für Anke Reitzenstein, hört sich für mich nicht nach einer Frau um die Vierzig an, sondern deutlich jünger. Deshalb konnte ich mir das Verhältnis dieser beiden Figuren zueinander nicht vorstellen.

Die Begleitmusik hält sich hier dezent im Hintergrund. Hier und da sind kleinere Melodien zu hören, die einem die gedrückte Stimmung im Hause der Cranes vermittelt. Gelgentlich mischen dabei Orgelklänge mit, was mir sehr gut gefallen hat. Das hängt damit zusammen, dass ich durchweg drauf gehofft hatte, doch noch den einen oder anderen gruseligen Moment mehr zu hören zu bekommen. Dazu passen Orgelstücke für mich nämlich ganz prima.

Natürlich zeigt das Cover das Haus auf dem Hexenhügel. Schön düster und einsam unter dem Himmel mit dem Vollmond. Zusammen mit dem Titel verspricht das spannende und unheimliche Unterhaltung.

Fazit:  Dieser Fall startet ruhig, nimmt dann aber auf dem Anwesen der Cranes schnell an Fahrt auf. Ich mag Krimis mit einer überschaubaren Anzahl Verdächtiger /Beteiligter, weil man dann so schön mitknobeln kann. Das hat mir auch hier Spass gemacht. Auf die Auflösung wäre ich allerdings nicht gekommen. Zudem habe ich meine Zweifel, ob so etwas überhaupt möglich ist bzw ob man sowas zu Holmes Zeiten bereits erkennen konnte. Da hätte ich mir eine einleuchtendere Erklärung gewünscht. Knackpunkt war für mich der Altersunterschied bestimmter Sprecher, zueinander und auch hinsichtlich ihrer Rollen.

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