CSI Märchen (02) – Neue Morde in der Märchenwelt

Titel: CSI Märchen (02) – Neue Morde in der Märchenwelt / Verlag: Random House / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Christoph Maria Herbst, Tanja Geke, Oliver Rohrbeck,

csimaerchen02Inhalt: Das Märchenland ist im Umbruch und wird zum Märchenläääänd. Ein Freizeitpark mit Bio-Siegel, laktosefreiem Lebkuchenhaus und Tofukindern für Hexen. Die einstmals blutrünstigen Märchen werden auf FSK 0 getrimmt und das Märchenläääänd Merchandising-Stäääänd soll mehr Taler in die leeren Kassen bringen. Unter der Führung von Hans im Glück ist das Märchenläääänd auf dem Weg in eine blühende Zukunft – bis der siebte Zwerg auf bestialische Weise in zwei gleiche Hälften portioniert wird.


Im Märchenland geht es ganz schön kriminell zu! Dies ist schon der zweite Fall für die Ermittler. Ausgerechnet den siebten Zwerg hat es dahingerafft. Wortwörtlich zweigeteilt geht er in die ewigen Jagdgründe ein. Doch was steckt eigentlich hinter diesem perfiden Mord?
Der zweite Teil bleibt dem treu, was der Erstling eingeführt hat. Will heißen, dass es mich einmal mehr beeindruckt hat, wie man nur mit Märchengestalten einen Krimi besetzen kann. Wer würde das denken, wenn er einfach mal so ein Märchen lesen würde? Das spricht schon für einiges an Phantasie und Ideenreichtum, wie ich finde. Und es sorgt für manche amüsante Begegnung, die mich hat schmunzeln lassen.
Grinsen musste ich auch über die beiden Ermittler, die -wie es aussieht- einfach nur Menschen und keine Märchenfiguren sind. Und als Mensch hat man es halt nicht so leicht, wenn man plötzlich den übrigen sechs Zwergen oder einer bösen Königin gegenübersteht, die jeder berliner Hausmeisterin das Wasser reichen könnte. Auch da sind witzige Szenen vorprogrammiert. Genauso wie bissige Dialoge zwischen den beiden Ermittlern, die ihre Fälle doch sehr verschieden angehen. Er ziemlich von oben herab, sie mit Cleverness und Einfühlungsvermögen. Ihr Fall ist schräg bis abstrus, aber vor lauter Vergnügen nicht gerade spannend. So kraus kann man als normal phantasiebegabter Mensch nämlich gar nicht denken um auf die Auflösung zu kommen, die einem abschließend präsentiert wird. Aber Spass hat’s gemacht! Ist ja auch was wert. Vor allem, weil es dieser zweiten Episode zum Glück an den platten Gags mangelt, mit denen die erste Folge noch daher kam.

Neben Tanja Geke und Christoph Marie Herbst, die ein tolles und witziges Gespann abgeben, sind noch eine ganze Reihe weiterer Sprecher zu hören. Dabei gibt es einige Doppelbesetzungen, was aber nicht weiter auffällt. Mir jedenfalls nicht. Mir ist vor allem Roland Griem im Ohr geblieben, der -zu meiner Überraschung- uA die berlinernde Böse Königin spricht. Genial, zweifellos, aber ich hatte doch eine SprecherIN dahinter vermutet. Genauso gelungen ist sein Auftritt als schwuler Zauberspiegel. Oliver Rohrbeck gibt einen äußerst bornierten Hans im Glück.

Musikalisch hält sich diese Folge ganz schön zurück, wie ich finde. Nur selten sind mal ein paar Klänge zu hören, und die dann auch nur leise im Hintergrund. Lediglich zum Ende geht’s mal lauter zu. Die turbulenten Musiken passen dabei gut zur schrägen Story. Viel Vogelgezwitscher entführt einen direkt in die waldige Gegend, in der die um einen reduzierten Zwerge leben.

Auf dem Cover stehen die Ermittler im Mittelpunkt. Der Hintergrund legt die völlig richtige Vermutung nahe, dass der Fall im Wald der Märchenlandes seinen Anfag nimmt. Und mit dem Umriss des Wolfes samt Blutspritzern wird gleichzeitig deutlich, dass es in der Geschichte mörderisch zugeht. Rotkäppchens Picknickkorb lässt einen grinsen.

Fazit:  Mir hat die zweite Folge besser gefallen als die erste Episode. Einfach, weil besagte platte Gags fehlen. Ich habe doch einige Male wirklich lachen müssen, und das ist bei mir bei Comedy a) selten und b) ein echter Pluspunkt! Außerdem habe ich wieder bewundert, mit welcher Kreativität hier ein Krimi in die Märchenwelt versetzt wird.

 

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