Gruselkabinett (80 / 81) – Der Mönch

Titel: Gruselkabinett (80 / 81) – Der Mönch / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: / Sprecher: David Nathan, Marie Bierstedt, Patrick Bach, Susanne Uhlen, Marius Clarén ua

gk8081Inhalt: Um die flammend vorgetragenen Predigten des charismatschen Mönchs Ambrosio in der Kirche des Kapuzinerklosters in Madrid zu hören, strömen die Gläubigen – besonders weibliche Gläubige – von weither herbei. Doch der vermeintlichen Lichtgestalt, die man allerorten schon „der Heilige“ nennt, sind auch die dunklen Seiten und Abgründe des menschlichen Charakters keinesfalls fremd, ganz im Gegenteil.


 Eine „Gruselkabinett“-Folge auf zwei CDs. Ich glaube, da lässt es sich gar nicht vermeiden, dass man etwas Besonderes erwartet. So ging es mir jedenfalls. Die Inhaltangabe klang da ganz vielversprechend.
Den ersten Dämpfer bekam mein Enthusiasmus bei dieser schier ewig langen Unterhaltung zwischen Antonia, ihrer Tante und Lorenzo und Christoval. Ja, ich weiß, darin wird der Grundstein der Geschichte gelegt, aber so ein Hin-und-her-Dialog, das empfinde ich als anstrengend und zäh. Im zweiten Anlauf habe ich mich dann aber doch durchgekämpft und war guter Hoffnung, dass nun Schwung in’s Geschehen kommen würde. Vor allem, weil gleich anschließend ja der als so charismatisch beschriebene Mönch seinen Auftritt haben würde. Den hat er dann auch tatsächlich und ja, es ist nachvollziehbar, dass seine Schäfchen derart angetan von ihm sind. Und sehr bald wird deutlich, dass dieser „Heilige“ sehr unheilige Abgründe in sich trägt.
Ich ging davon aus, dass dies den zentralen Handlungsstrang ergeben würde. Leider traf das meiner Meinung nach nicht zu. Dafür ergaben sich im Folgenden zu viele andere Handlungsstränge, sodass ich einen bestimmten Zusammenhang nicht mehr erkennen konnte. Zwar war keine dieser Geschichten in der Geschichte wirklich uninteressant und jede hatte durchaus ihre schaurigen Momente, aber ich sah halt den Mönch schnell nicht mehr das die Figur um die sich alles dreht. Wieso benennt man dann eine Geschichte nach ihm? Abgesehen davon, dass eh jede schaurige Szene etwas ausstaffiert gut eine eigene, einzelne Folge hergegeben hätte.
Am Ende laufen alle Handlungsstränge dann doch noch zusammen. Aber dafür, dass die Geschichte bis dahin solch viele und weite Bahnen gezogen hat, war es mir dann nicht fulminant genug. Da hatte ich mehr erwartet. Das passte vom Verhältnis her nicht

Schuld sind dieses Filmchen und die Hörspielreihe „Jack Slaughter“…seitdem habe ich ernste Schwierigkeiten damit, David Nathan noch eine ernsthafte und dermaßen würdevolle Rolle abzunehmen wie hier als Mönch. Bei seiner Predigt am Anfang musste ich spontan und völlig unangemessen lachen. Glücklicherweise wird der Herr Mönch danach sehr viel lockerer, da passte die Stimme für mich wieder und ich habe David Nathan die Emotionen und Launen von Ambrosio abgenommen. Marie Bierstedt ist die Rolle der unschuldigen Antonia wie auf den Leib geschneidert. So sanft und still und schockiert von der wenig christlichen Seite des Ambrosio. Und Patrick Bach hat mir den jungen Adligen sehr schnell sympathisch werden lassen. Trotzdem die Geschichte anno Schnee spielt, lässt er ihn so herrlich jugendlich-locker rüberkommen.

Für die nötige Atmosphäre sorgt ein ausgefeilter und abwechslunsgreicher Soundtrack. Von leisen, eindringlichen und bedrohlich wirkenden Stücken bis hin zu erschreckenden, lauten Effekten zu dramatischen Szenen wird alles geboten. Selten ein Moment ohne solche Begleitung. Das steht dieser Geschichte ganz gut, zumal auch sie überraschend komplex ist.

Die beiden CDs stecken in einem Pappschuber. Natürlich steht Mönch Ambrosio darauf im Mittelpunkt. Unheimlich wird das Motiv allerdings nicht. Höchstens etwas geheimnisvoll. Da finde ich das Covermotiv von CD 2 wirkungsvoller mit der unheimlichen Nonne.

Fazit:  Der Mönch stand mir hier oft zu wenig im Mittelpunkt als dass es gerechtfertigt wäre, die ganze Geschichte mit ihm zu betiteln. Außerdem erschloss sich mir bei den vielen Handlungssträngen lange kein Zusammenhang und eine druchgehend schaurige Atmosphäre sucht man ebenfalls vergebens. Am Ende findet dann alles zwar zusammen, doch das Pulver war bis dahin unverkennbar bereits verschossen. Im Verhätnis wirkte das Finale unspektakulär auf mich. Im Ganzen eine zu überladene Story. Dann lieber kurz und knapp und auf einer CD.

 

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