Mord in Serie (11) – Bei Anruf Angst

Titel: Mord in Serie (11) – Bei Anruf Angst / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Moritz Jasperbrinkmann, Daniela Hoffmann, Thomas Petruo, Markus Pfeiffer, Robert Kotulla ua

mis11Inhalt: Ihr Job ist es, Leben zu retten: Carolin Dietrich arbeitet in der Bremer Notrufzentrale und ist täglich mit dem Tod konfrontiert.
Am Silvesterabend erhält sie den Anruf des verstörten kleinen Jeremy. Er wurde offenbar gemeinsam mit seiner Mutter entführt, weiß aber nicht, wo er sich gerade befindet. Carolin setzt sofort alle Hebel in Bewegung, um ihn aufzuspüren.
Während die Polizei verzweifelt nach dem Jungen fahndet, hält sie weiterhin telefonischen Kontakt zu ihm. Doch mit jeder Minute, die vergeht, droht die Suche nach Jeremy in einer schrecklichen Katastrophe zu enden.


Kaum zweistellig, kann die Reihe gleich weiterfeiern. Die erste Schnapszahl nämlich.
Leider muss ich gestehen, dass ich diese Folge eher mittelmäßig finde. Das liegt nicht an der Idee der Story. Die gefällt mir ganz gut. Und es ist natürlich schon spannend zu verfolgen, wie die Polizei und die Leute aus der Notrufzentrale versuchen, den entführten Jeremy und seine Mutter zu finden. Und ich war auch neugierig, wieso die beiden entführt wurden und was noch alles mit ihnen geschehen würde. Allerdings fehlte mir am Schluss ganz einfach der Schreckmoment.
Ich weiß, ich habe bei der Rezi zur vorigen Folge noch geschrieben, dass sich dieses „der unauffälligste Charakter hat mit dem Verbrechen zu tun“ in so ziemlich jeder Folge wiederholt. Das war aber nicht negativ gemeint, denn dieser Kniff an sich hat mir doch jedes Mal wieder gefallen. Das hat mir hier gefehlt. Die Überraschung am Ende kann damit für mich nicht mithalten. Schade. Und Dramatik und Action wie hier, fangen das für mich ebenfalls nicht auf. Andererseits kann man natürlich sagen, dass man mal einen anderen Weg eingeschlagen hat. Was ja auch lobenswert ist. Nur fehlt diesem neuen Weg der Pfiff.
Gestoßen haben ich mich außerdem an Jeremy. Dieser Neunjährige, der gerade entführt wird, der neben seiner bewusstlos geschlagenen und blutenden Mutter in einem dunklen Raum sitzt, der aber trotz alldem geradezu seelenruhig mit der Notrufzentrale telefoniert. Bitte, wie wahrscheinlich ist das? Ich brauche sicher kein Kind, das sich durch die Stunde Hörspiel heult, aber diese Coolness traue ich einem Neunjährigen einfach nicht zu.

Eines muss man Jeremy allerdings zugute halten: er hat einen echt tollen Sprecher abbekommen. Moritz Jasperbrinkmann macht seinen Job klasse! Und das sage ich, wo ich es mit Kindersprechen ehrlich nicht habe. Aber so wie hier geht das völlig in Ordnung. Kein Stolpern über längere oder kompliziertere Sätze, kein Wort das abgelesen klingt, die Gefühle von Jeremy kommen glaubhaft rüber…top! Daniela Hoffmann hat mir ebenfalls prima gefallen. Man nimmt ihr die Sorge und Angst um Jeremy sofort ab. Gleichzeitig meistert sie ihre Telefonate mit Jeremy sehr souverän. Markus Pfeiffer hält für den Polizisten Kai Schiffer einen angemessen energischen Tonfall bereit.

Musikalisch hält die Folge sich sehr zurück. Lediglich zu den Szenenübergängen sind kurze Stücke zu hören, die gut das Tempo und die Spannung der Story aufgreifen. Ansonsten setzt man eher auch durchdringende Geräusche aus dem Hintergrund, die verdeutlichen, wie dramatisch die jeweilige Szene ist.

Ich musste kurz überlegen, was das Covermotiv mit der Geschichte zu tun hat bzw welcher Moment dargestellt wird. Ohne das Hörspiel zu kennen, wird man aber kaum drauf kommen. Ein Hingucker ist das Motiv mit dem ängstlich aufgerissenen Auge aber auf jeden Fall.

Fazit: Hinter der Geschichte steckt eine gute Idee und sie ist auch durchaus ganz spannend. Mir fehlte aber der abschließende Dreh, der mir an der vorigen Folgen immer so gut gefallen hat. Auch wenn sich dieses Prinzip wiederholte. Da kann die Überraschung dieser Story nicht mithalten. Und Jeremy war mir eine Spur zu entspannt angesichts seiner Situation.

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