Fabula Obscura – Das McCready Erbe

Titel: Fabula Obscura – Das McCready Erbe / Verlag: Rubikon Hörspiele / Spielzeit: ca. 76 min / Sprecher: Michael Ojake, Wolfgang Rüter, Torsten Münchow, Jochen Langner ua

fabulaobscuraInhalt: 1924 – Der Engländer William Campbell erbt die Plantage eines ihm völlig unbekannten Verwandten in New Orleans.
Traumatisiert von den Wirren des großen Krieges, der in Europa tobte, nimmt er diese Erbschaft mit Freuden an, um ein neues Leben zu beginnen.
Seine Euphorie über das unerwartete Erbe und den damit verbundenen Reichtum wird jedoch schnell getrübt, als es auf der Plantage zu merkwürdigen Todesfällen kommt und William beinahe selbst Opfer eines Anschlages wird. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Wurde auch sein Erbonkel Opfer eines Anschlages?
Und was hat es mit den seltsamen nächtlichen Ritualen der Plantagenarbeiter auf sich? Als William den Geschehnissen auf die Spur kommt, muss er feststellen, dass sein Gegner bereits ein tödliches Schicksal für ihn bereit hält.


Wenn irgendwo etwas von Lovecraft draufsteht, bin ich ja immer automatisch schon skeptisch. So langsam habe ich ihn samt seiner Geschichten ziemlich über. Dieses Hörspiel sollte aber nur von ihm „inspiriert“ sein, deshalb bekam es seine Chance.
Es beginnt bereits mit einem unheilvollen Prolog. Der gruselerfahrene Hörer wird allerdings bereits beim Klappentext 1 und 1 zusammengezählt haben (New Orleans, Plantage usw) und wissen, wohin hier letztlich der Hase läuft. So ging es mir -in aller Bescheidenheit- jedenfalls. Aber ich mag diese Art Gruselgeschichten (solange die Hintergründe des Grauens nicht allzu genau beleuchtet werden). Deshalb war ich guter Dinge.
Das bin ich dann auch geblieben. Auch wenn ich ahnte, was da auf der Plantage los ist, war ich dort gerne zu Gast. Die Atmosphäre dort kommt schön rüber, sodass man sich schnell dorthin versetzt fühlt. Und ich bin neugierig den Geschehnissen gefolgt, die durchaus ihre schaurigen Momente hat. Es ist halt Grusel der sehr klassischen Art. Wer echten Horror sucht, der ist hier falsch. Ein wenig Nostalgiker sollte man schon sein. Spannend fand ich es, wie William, Edward und Violet dem Unheil auf die Spur kommen und es ausschalten würden. Ob es ihnen überhaupt gelingen würde. Am Ende geht es dann schon etwas mehr rund als zuvor in der Geschichte. Das gehört sich für mich auch so und deshalb ist es ein würdiges Finale.
Der Epilog letztlich macht Hoffnung, dass es vielleicht noch mal eine Nachfolgegeschichte geben wird. Das Böse lässt sich halt nicht so leicht vom Erdboden vertreiben.

Die Sprechergarde kann sich durchweg hören lassen. Torsten Münchow hat mir ein sympathisches Bild von William Campbell vermittelt, der sich der Verantwortung seiner neuen Aufgabe bewusst ist. Jochen Langner gibt einen oft eher skeptischen Anwalt. Er versteht es, bei Bedarf die Würde einer Person dieses Berufs herauszukehren, wenig später aber auch flott auf locker umzuschalten. Bert Stevens bekommt eine solche Wandlung ebenso spielend hin. Von anfangs harmlos auf ziemlich irre zum Ende hin.

Auch die Untermalung wandelt sich im Laufe des Hörspiels. Anfangs sind etwas altmodische, muntere Stücke zu hören, die gut das Flair des Schauplatzes an den Hörer vermitteln. Als das Geschehen auf der Plantage sich zuspitzt und es zu unheimlichen Vorfällen kommt, nimmt sich die Musik dann zurück. Wird leiser, eindringlicher und unterstreicht die unheimliche Athmosphäre. Mit viel Vogelgezwitscher hat mir das Hörspiel ein schönes Bild von der Planatage vermittelt. So eine Plantage könnte mir auch gefallen.

Das Cover verrät bereits einiges über die Geschichte, was ich aber gut finde. So weiß man wenigstens in etwa, was einen auf der CD erwartet. Mit den knorrigen Bäumen, der düsteren Plantage und der Mischung aus dunklen und leuchtenden Farben wird auch sofort klar, dass es hier gruselig zugeht. Mir gefällt das Motiv speziell wegen der Farben.

Fazit:   Eine unterhaltsame, sehr klassische Gruselgeschichte, für die man wenigstens ein kleines bisschen Nostalgiker sein sollte. Dann kommt man hier voll auf seine Kosten. Mir hat das Hörspiel prima gefallen. In diesem Stil darf es gerne noch eine Folge geben.

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