Gruselkabinett (83) – Heimgesucht

Titel: Gruselkabinett (83) – Heimgesucht / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher:  Stephanie Keller, Christina Hoeltel, Stefan Günther, Benedikt Weber ua

gk83Inhalt: Abtei Abbotsbury 1925: Lady Maria Throgmorton wird von einer grässlichen allnächtlichen Erscheinung in ihrem Schlafzimmer heimgesucht und wendet sich postalisch und ohne Wissen ihres gestrengen Stiefsohnes an zwei junge Experten in Sachen Spuk-Phänomene, Colin Hargreaves und seine Verlobte Alwyne Sargent aus London.


Es wird zur Tradition, dass ich „Gruselkabinett“ in der falschen Reihenfolge höre, wenn zwei Episoden am gleichen Tag ins Haus flattern. Diese hier ist mit 60 Minuten die kürzere der beiden neuen Folgen und passte kürzlich so einfach besser in die Tagesplanung. Es ist eine wunderbar kurzweilige Stunde Hörspiel, die einen hier erwartet. Mit langen Vorreden hält man sich nicht auf, man ist sofort beim allnächtlichen Schrecken der Heimgesuchten mit dabei.
Direkt danach lernt man dann Colin Hargreaves und seine Verlobte Alwyne Sargent kennen, ihres Zeichens Geisterjäger. Wenn man es modern ausdrücken will. Hier werden sie eher als Forscher auf dem Gebiet des Übersinnlichen bezeichnet. Ich bin der modernen Bezeichnung in Gedanken aber treu geblieben, denn so bekam die Geschichte selber für mich auch etwas Modernes. So leicht kann es sein, mir eine Geschichte von anno Schnee doch schmackhaft zu machen. Ich war gespannt, was die beiden in der alten Abtei vor- und herausfinden würden. Bei ihren Nachforschungen verbringt Alwyne Sargent eine Nacht im Schlafzimmer der Landy Throgmorton und wird Zeuge des unheimlichen Geschehens. Und das ist so gut in Szene gesetzt, dass es einem durchaus eine angenehme kleine Gänsehaut bescheren kann. Gleichzeitig hat mich die Geschichte ziemlich an der Nase herumgeführt. Ich habe gleich dreimal meine Meinung über die Hintergründe des Geschehens geändert. Nur um dann festzustellen, dass der erste Verdacht richtig gewesen war. Schön, wenn eine Geschichte nicht so leicht zu durchschauen ist.
Schade fand ich nur, dass die Wahrheit nicht von Hargreaves und Sargant an’s Tageslicht gebracht wird, sondern durch ein schlichtes Geständnis. Das hätte ich mir etwas detektivischer gewünscht.

In den Rollen von Hargreaves und Sargant sind Benedikt Weber und Stephanie Keller zu hören, die recht gegensätzlich wirken. Stephanie Kellers junge und helle Stimme vermittelt einem schnell ein sympathisches Bild von der selbstbewussten Forscherin. Lediglich auf dieses Gekichere immer wieder hätte ich verzichten können. Auf jeden Fall ist ihre Stimme markanter als die von Benedikt Weber, der im Vergleich zu ihr eher etwas blass rüberkommt. Es gelingt ihm nicht so recht, dieser Figur etwas Markantes zu geben.
Christina Hoeltel hat damit dagegen überhaupt keine Probleme. Im Nu sah ich eine energische, aber -vor allem nachst- auch verzweifelte Matrone vor mir, die einem sofort Respekt einflößt.

Kaum eine Szene, die nicht von Musik begleitet wird. Dabei schlägt man ruhige Töne an, die einer solchen Schauergeschichte gut stehen und die nötige Atmosphäre aufkommen lassen. Mir hat vor allem in der Nacht von Sargant bei Lady Throgmorton das Zusammenspiel von Musik und einer Reihe unheimlicher Geräusche gefallen. Es sorgt im Wesentlichen dafür, dass es einen bei dieser Szene schaudert.

Das Covermotiv ist recht schlicht gehalten. Das hat mich überrascht, aber es gefällt mir trotzdem gut. Ich mag das geisterhafte Licht, in das die Szenerie getaucht ist. Und das verwinkelte Gebäude, die schwarzen Bäume und der ängstliche Blick der Frau im Vordergrund passen gut zur Geschichte.

Fazit:  Eine kurzweilige und erfreulich geradlinige Schauergeschichte, die einem tatsächlich eine angenehme Gänsehaut bereiten kann. Ich hätte sie mir etwas detektivischer gewünscht. Davon abgesehen hat sie mir gut gefallen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: