Edgar Wallace (01) – Der Unhold

Titel: Edgar Wallace (01) – Der Unhold / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Gerd Holtenau, Robert Missler, Anja Stadlober, Sabine Jäger, Bern Vollbrecht ua

wallacehp01Inhalt: Jim Turner, ein Hüne mit übermenschlichen Kräften und schwachem Verstand, versetzt schon seit Wochen die Menschen in Angst und Schrecken. Doch die Presse hat ihm einen anderen Namen verpasst: Der Unhold. Und kaum jemand weiß, dass er nur die Drecksabeit für zwei Verbrecher ganz anderen Kalibers verrichtet: Al Clarke und Julius Kinton. Zwei Australier, die in England untergetaucht sind. Nur Inspektor Lowe von Scotland Yard hat sich an die Fersen der beiden geheftet – und die Spur wird heißer, als erstmals ein Anschlag des Unholds misslingt.


Fans von Edgar Wallace‘ Geschichten werden sich freuen: mit dieser Folge startet beim Hörplanet eine neue Reihe mit Wallace-Krimis.
Nach einem kurzen Prolog weiß man zumindest schon mal grob, um was oder wen es geht bzw was der Unhold so Unholdmäßiges treibt. Das fand ich gut, denn somit hat man sofort quasi etwas in der Hand.
Das sieht in der eigentlichen Geschichte dann nämlich schon ganz anders aus! Da sollte man unbedingt vom Anfang bis zum Ende ganz genau bei der Sache sein. „Der Unhold“ ist kein Hörspiel, das sich nebenbei hören und durchblicken lässt. Dafür tauchen zu viele Figuren auf, die Schauplätze und Blickwinkel auf das Geschehen wechseln häufig und die Handlung erlebt immer mal wieder neue Wendungen. Das ist keineswegs negativ gemeint, denn schließlich ist dies kein Kinderhörspiel, aber aufmerksam sollte man halt unbedingt sein. Zudem zieht die Geschichte auf dieser Komplexität ja auch einen Großteil der Spannung. Ich habe jedenfalls ganz ordentlich mitgeknobelt, was da eigentlich vor sich geht und wer in der Sache mit dem Unhold alles noch mit drin hängen könnte. Auswahl gibt es genug! Der Figur, die sich letztlich als Drahtzieher entpuppt, habe ich von Anfang an nicht über den Weg getraut. Allerdings ohne sagen zu können, wieso nicht. Es war nur ein Gefühl. Deshalb hatte ich sie nicht ernsthaft in Erwägung gezogen und mit Vergnügen verfolgt, wie sich das Rätsel um den Undhold nach und nach aufklärt. Und eine Überraschung war die Auflösung für mich daher auch noch. Vielleicht sollte man sich bei einem Krimi doch häufiger auf sein Gefühl verlassen?Rentier150-1

Als Erzählerin ist Sabine Jäger §geboren§ zu hören. Mir gefällt sie für diesen Part wirklich sehr gut mit ihrer recht tiefen und angenehmen Stimme und dem ruhigen Erzählstil. Ich weiß aber bereits, dass andere Hörer davon weniger angetan sind. Das ist dann wohl die berühmte Geschmackssache. Bernd Vollbrecht gibt einen sympathischen Inspektor Lowe, schlägt aber -bei Bedarf- sofort den energischen und befehlsgewohnten Ton eines Polizisten an. Robert Missler alias Dr. Eversham hatte mich nach wenigen Sätzen um den Finger gewickelt. Was ein netter und charmanter Arzt! Und Anja Stadlober macht Gwenda Guildford zur Unschuld in Person, die sich plötzlich in dem grausigen Fall um den Unhold wiederfindet.

Auch musikalisch kann sich „Der Unhold“ hören lassen. Die eingesetzten Stücke wirken durchweg zwar etwas altmodisch (was ja bekanntlich nicht so mein Ding ist), aber der Geschichte stehen sie so wirklich gut. Da kommt schnell das Flair eines Wallace-Krimis auf, wie ich finde. Neben lauteren Stücken an den Szenenübergängen oder zu dramatischen Momenten, sind während der Handlung auch oft Klänge im Hintergrund zu hören. Das hilft der Spannung zusätzlich auf die Sprünge und sorgt für die erforderliche Atmosphäre.

Der Look des Hörspiels mischt sehr schön Altes mit Neuem. Der Titelschriftzug erinnert erfreulicherweise an den auf den alten LPs. Genau wie der Streifen rechts mit der Folgennummer. Und auch das rückwärtige Cover könnte von solch einer LP stammen. Ich finde es schön, dass man nicht vesucht hat, Wallace-Hörspielen ein völlig neues Gesicht zu geben. Das Motiv selber wirkt erschreckend mit der riesenhaften Gestalt, die mit der Pranke nach der Frau greift. Es ist nicht so leuchtend bunt wie bei den LPs, wirkt so aber auch erwachsener und ernsthafter auf mich. Und im Regal ist es dennoch ein Hingucker.

Fazit:  Ein vielversprechender Start in die neue Reihe beim Hörplaneten. „Der Unhold“ weckt den Detektiv im Hörer und fordert ihn ordentlich heraus. Das macht Spass, aber man muss schon durchweg bei der Sache sein. Ganz klar kein Hörspiel für nebenbei! Tolle Sprecher und ein feiner Soundtrack, der schnell den Charme eines Wallace-Krimis heraufbeschwört, runden das Bild schließlich ab.

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