Der dritte Keller

Titel: Der dritte Keller / Verlag: RRR Akustik / Spielzeit: ca. 46 min / Sprecher: René Rausch, Hendrik Röhrs, Tobias Hentze, Timo Wussow, Steffen Röhrs

drittekellerInhalt: Es spukt im Hause Konrad von Gölzenstocks: Ein aufgebahrter Totenkopf beginnt vor Eiter zu triefen, mysteriöse Klopfgeräusche dringen durch das Gemäuer. Auf Bitte des Hausherrn reist sein Freund Karsten an, um mit ihm zusammen den Hintergründen der seltsamen Vorkommnisse in einem Experiment auf den Grund zu gehen. Der Schlüssel dazu scheint in den Kellergewölben unter dem eigentlichen Keller zu liegen. Und in diesen wird Petrich Boll die Nacht verbringen. Nicht nur für ihn wird es eine Nacht des Grauens.


Sie sind selten geworden, aber es gibt sie noch: die freudigen kleinen Überraschungen unter den neuerschienenen Hörspielen. Eine solche Überraschung war für mich „Der dritte Keller“, von dem ich noch nichts gehört hatte bis es mir fix und fertig begegnete.
Bei 46 Minuten Spielzeit kann man sich nicht mit Vorreden aufhalten und so dauert es nur wenige Minuten -in denen man einen groben Überblick über den Schauplatz und die wichtigsten Figuren erhält- bis es erstmals schauerlich wird. Das lässt hoffen und nimmt Längen und / oder Langeweile jegliche Chance.
Kaum ist Karsten im Haus seines Freundes Konrad eingetroffen und dieser wieder nüchtern, geht es in diesem Stil weiter. Konrad erzählt von der Geschichte seines Hauses, welches ebenfalls ihre grausigen Zeiten erlebte. Und dann gibt es noch ein Überbleibsel der ehemaligen Hausherrin, das ein unheimliches Eigenleben führt. Dagegen ist ein Geist kaum der Rede wert. Aber um den geht es eigentlich, denn ihm wollen die beiden auf die Spur kommen. Irgendwie scheinen die gruseligen Ereignisse im Haus mit einem bestimmten Keller im Zusammenhang zu stehen. Da weder Konrad, noch Karsten selber dort hinuntersteigen wollen, hat Konrad Petrich engagiert, der das Versuchskaninchen gibt. Ichch mag Geschichten, in denen Experimente mit Menschen stattfinden. Entsprechend angetan war ich.
Als es an das Experiment geht, entfernt sich die Story vom klassischen Grusel des Anfangs. Es wird moderner mit der Versuchsanordnung, den Kameras und Geräten zur Überwachungs Petrichs. Schon wenig später kehrt das Grauen zurück als Konrad und Karsten Petrich beobachten. Ich weiß nicht genau, was ich unheimlicher fand: Petrichs Beschreibungen wie er sich fühlt, oder Konrads und Karstens Kommentare zu ihren Beobachtungen. Auffallend dabei ist ihre Kaltschnäuzigkeit. Sie bleiben unglaublich cool, selbst als Petrich an den Rand des Wahnsinns gelangt. Dabei gibt es wirklich Momente, bei denen weniger abgebrühte Menschen sich vor Unbehagen winden würden.
Ein turbulentes und dramatisches Finale setzt der unheimlichen Ruhe, die lange über dem Hörspiel liegt, schließlich ein Ende und ihm letztlich die Krone auf.

In der Hauptsache bestreiten vier Sprecher dieses Hörspiel. Als Karsten ist Hendrik Röhrs zu hören. Anfangs spricht er für meinen Geschmack zu schnell und nuschelt häufig, sodass man genau hinhören muss. Zum Glück kommt er später zur Ruhe und hat mir dann ein gutes Bild von Karsten vermittelt. René Rausch übernimmt Konrads Part und verleiht ihm einen leicht überheblichen, aber nicht unbedingt unsympathischen Ton. Konrad ist der Herr im Haus und das hört man. Timo Wussow leiht dem armen Petrich seine Stimme und bringt vor allem dessen Panik wunderbar rüber als er im Keller auf sich gestellt ist. Tobias Hentze alias Diener Hannes hält sich lange im Hintergrund. Sein großer Einsatz kommt erst gegen Ende und da war er für mich die Stimme der Vernunft. In Summe machen alle Sprecher ihren Job top! Womit bewiesen wäre: es braucht nicht immer die Sprecher-Prominenz!

Der Soundtrack hält sich meistenteils zurück und zeigt sich recht altmodisch. Will heißen, hier klingt es aus den Boxen wie man es zuletzt auf den Gruselklassikern der 70er und 80er gehört hat. Dabei kommt auch heute noch im Nu eine unheimliche Amtosphäre auf. Besonders gelungen finde ich den unterschiedlichen Klang zwischen Petrichs Parts und denen von Konrad und Karsten. Da hört man die die Scheibe bzw die Kamera, die beide Parteien trennen. Karsten und Konrad kühl, distanziert und im Hier, Petrich in dem unehimlichen und Rentier150-1hallenden Keller.

Ich gestehe, den Keller habe ich mir anders vorgestellt als auf dem /der/ Cover. Und diese grausigen Skelette sind mir irgendwie auch nicht begegnet. Trotzdem ist es ein schönes Motiv, das einem gleich klar macht, auf dieser CD geht es gruselig zu.

Fazit:  Die Geschichte setzt zu Beginn auf klassische Gruselelemente, wird dann aber mit dem Experiment moderner. An Grusel büßt es dabei nichts ein. So wird es sowohl den Fans der 70er und 80er-Gruselhörspiele gefallen, als auch denen, die lieber moderne Schauergeschichten hören. Mir hat es sehr gut gefallen! Schön, dass es solche Überraschung noch gibt.

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1 Comment

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  1. Hab es dieses Jahr auf der Hörmich in Hannover kennengelernt und gleich gekauft. Ein wirklich gutes Hörspiel. Nur der Name Petrich ist der wahre Horror!!! 😀

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