Gabriel Burns (39) – Der Ruf des Leviathans

Titel: Gabriel Burns (39) – Der Ruf des Leviathans / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Uve Teschner, Silke Werner, Andreas Richter, Gerald Paradies ua

gb39Inhalt: Doch was, oder wer formt die Wahrnehmung?
Die Baumwurzeln erbebten und gaben den Blick in den Abgrund frei, wo die toten Nonnen im schwarzen Habit einen Kreis bildeten und sich vor dem Rauschen verbeugten, das aus der Ferne näher kam. Sie hielten einander die Hände.
Wasser rann ihnen unaufhörlich über die Tracht und versickerte in neun Pfützen im Boden.
Die Augenhöhlen waren gähnend leere Mäuler aus Nacht gewoben.


Wie schon die vorige Folge begibt sich auch diese Episode an einen neuen Schauplatz. Gleich der Anfang entführt den Hörer zunächst in einen Gerichtssaal und kurz darauf unter Wasser zu einer Truppe Militärtaucher. Das war schon mal ganz nach meinem Geschmack. Ich mag Gruseliges, das unter Wasser geschieht. Dort hätte es meinetwegen gerne weitergehen dürfen.
Stattdessen spielt der Großteil der Geschichte im Amazonasgebiet. Das ist zwar nicht unbedingt mein Fall an Schauplatz, aber ich wurde mit Hilfe eines verlassenen  Klosters und einer ganzen Reihe toter Nonnen gut darüber hinweggetröstet. Auch der Schrecken, den eine Monsterwelle über das Gebiet bringt, hat mich bei Laune gehalten. Gruselig fand ich das allerdings leider nicht. Irgendwie fehlt es den Entdeckungen, die die Gruppe im Amazons macht, das nötige Flair um einem eine Gänsehaut zu bescheren. Das fand ich nach der gruseligen Vorgängerfolge ziemlich schade.
Ein weiterer Wermutstropfen waren die Charaktere, die diese Episode ins Rennen schickt. Mit Cesar Suarez bin ich schnell warmgeworden. Er tat mir schnell leid und war daher auch der einzige, um den ich gebangt habe. Pater Miguel und Yolanda Fuentes blieben mir dagegen bis zum Schluss fremd. Es gab einfach nichts, wodurch ich eine Beziehung zu ihnen hätte aufbauen können. Nichts dagegen, neue Figuren in die Reihe einzuführen, dann aber bitte auch so, dass sie einem im Gedächtnis bleiben.
Auch diese Folge kann man recht gut für sich hören, was mir wieder sehr entgegenkam. Profis dieser Reihe finden womöglich mehr Elemente, die eine Verbindung zu der bisherigen Handlung der Serie darstellen, aber einige offenbaren sich auch Hörern wie mir, die eben keine Profis sind. Sie reichen aber um zu erkennen, dass auch die neunundreißigste Folge durchaus Teil eines Großen und Ganzen ist. Und trotzdem kann man sie auch hören, ohne sich darüber Gedanken zu machen.

Cesar Suarez wird von Uve Teschner gesprochen, der ihm einen glaubhaften Akzent verleiht (sowas ist mir immer wichtig) und auch sein Gefühlschaos gut zum Ausdruck bringt. Auch wenn ich mich mit Pater Miguel nicht anfreunden konnte, so hat mir Gerald Paradies‘ Stimme tiefe und eindringliche Stimme gut für ihn gefallen. Und wie schon bei der vorigen Folge muss ich auch den jugendlichen Sprechern Maja Velimir und Andreas Richter ein Lob aussprechen, die ihre Sache wirklich top machen.

Der Soundtrack hält sich hier meistens zurück und sorgt so für eine unheilvolle Atmosphäre und das stetige Gefühl, dass der wahre Schrecken erst noch auf die Figuren und auch den Hörer wartet.

Das Covermotiv ist ein Blickfang mit dem leuchtenden Auge, das einen durch ein finsteres Loch hindurch anschaut. Es wirkt allerdings gruseliger als die Geschichte es ist.

Fazit:  Schön, dass man auch diese Folge als Einzelfolge hören kann. Allerdings ist es mir nicht gelungen, mir die neuen Figuren zu eigen zu machen. Außer mit Suarez konnte ich so mit niemandem mitfiebern und / oder mitfühlen. Das hat die Spannung leider etwas ausgebremst. Zudem fehlte mir der Gruselfaktor, der mir an Folge 38 so gut gefallen hatte.

 

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