Morgenstern (02) – Todeszone Sinai

Titel: Morgenstern (02) – Todeszone Sinai / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Buch: Raimon Weber / gelesen von: Olaf Reitz

morgenstern02Inhalt: Ein junger Arzt verschwindet in Ägypten. Privatdetektiv Chris Morgenstern reist nach Kairo und kommt einem international agierenden Kartell auf die Spur. Es macht Geschäfte mit der kostbarsten Ware der Welt: menschliche Organe. Auf dem Sinai gerät Morgenstern in einen Strudel grotesker Gewalt.


Und schon dreht sich chris Morgensterns zweiter Fall im CD-Player. Diese Folge hat bei mir sehr gemischte Gefühle hinterlassen. An der ersten Episode hatte ich ja noch gelobt, dass die Reihe in Deutschland spielt. Doch nun geht es nach Ägypten und auf den Sinai. Lediglich der Auftrag stammt noch aus Deutschland. Das fand ich schon mal schade. Ist es so öde für einen Privatdetektiv in Deutschland?
Zunächst soll es darum gehen, den verschwundenen Sohn von Morgensterns Klientin zu finden, doch in meinen Ohren trat das bald in den Hintergrund. Es blitzte nur hier und da nochmal kurz durch. War das zu unspektakulär? Oder nur der Aufhänger um zu demonstrieren, welch scheußliche Verbrechen in diesem Land verübt werden? Sicher ein ernstes Thema. Und Morgenstern und seine Begleiter machen schreckliche Entdeckungen und geraten in gefährliche Situationen, was für eine gewisse Spannung sorgt, aber mir wäre es doch lieber gewesen, man wäre näher an der Entführung drangeblieben. Ich dachte, „Morgenstern“ sei eine Krimi-Reihe und keine Gelegenheit um auf Grausamkeiten aus aller Welt aufmerksam zu machen. Das mag ignorant klingen, ist aber so. Mir wirkte Morgenstern auch viel zu exotisch in dieser Szenerie.
Bis das Thema Organhandel / Organtransplantation auf den Tisch kommt, das bereits im Klappentext erwähnt wird, dauert es geraume Zeit. Dafür ging es für mich damit wieder etwas bergauf was den Eindruck der Geschichte angeht. Einfach, weil mich das Thema mehr reizt als ausgeweidete Leichen im Wüstensand. Und ich fühle mich auch im Hörspiel an Ägyptens Urlaubsküste bedeutend wohler als beim Scheich 😉
Ein Zusammenhang mit Folge 1 hat sich mir bisher nicht erschlossen. Es scheint als würde Morgenstern (erstmal) von eigenständigen Fällen auf Trab gehalten. Mir kommt das so eher entgegen, als wenn ich in eventuellen 10 Folgen noch wissen müsste, mit welchem Scheich Morgenstern in Folge 2 mal am Feuer gesessen hat.

Olaf Reitz Stimme gefällt mir, daran wird sich sehr wahrscheinlich nichts ändern. Ich fand aber, dass er in Folge 1 eine Spur engagierter bei der Sache war. Die Stimmvariationen für die verschiedenen Figuren fallen arg dünn aus. Und es wäre auch nicht übel, die Stimmungen der Szenen mitzutransportieren. Mir klingt es in dramatischen Momenten zu ruhig. Dabei fand ich es bisher gut, dass er nicht so abgebrüht rüberkam.

Auch hier sind wieder Geräusche und Musikstücke eingearbeitet. Nicht viel, aber das Nötigste ist vorhanden. Ich mag das so ganz gerne. Es ist eine inszenierte Lesung, da brauche ich keine lautstarke Klangkulisse. Eine Lesung hat für mich etwas mit Ruhe zu tun. Da passt das so gut, wie es hier ist.

Das Covemotiv passt zum Titel wie Knüppel auf den Kopf. Genau solch einen Anblick stelle ich mir vor, wenn ich „Todeszone Sinai“ höre. Trist, verlassen und voll Zerstörung.

Fazit:  Die Vorgänge in Ägypten / Sinai sind sicher schrecklich und ein ernstes Thema, aber ich erwarte Krimi / Thriller von der Reihe. Nicht eine veranschaulichte ZDF-Reportage. Für mich rückte der entführte Arzt dabei viel zu sehr in den Hintergrund. Und davon abgesehen davon heißt es im Vorspann „ich wurde Privatdetektiv in meiner Stadt, in Potsdam!“ Wieso also rennt Morgenstern schon in Folge 2 in Ägypten und dem Sinai herum?

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