MIG 2 – Men in Red

Titel: MIG 2 – Men in Red / Verlag: Wolfy Office / Spielzeit: ca. 52 min / Sprecher: Tommi Piper, Michael Grumptmann, Joschi Hajek ua

mig2Inhalt: Seit Jahrhunderten verlassen sich die Menschen auf der ganzen Welt darauf, dass jedes Jahr der Weihnachtsmann die artigen Kinder beschenkt. Jedes Jahr steigt er auf seinen Schlitten und verteilt unter jedem Weihnachtsbaum die Geschenke für die Kinder immer pünktlich, damit jedes Kind auf der Welt an Heiligabend oder am ersten Weihnachtsfeiertag seine Geschenke öffnen kann. Doch nicht dieses Mal. Der Weihnachtsmann leidet nicht nur unter der Kunstbutterkrise, sondern hat auch noch einen Unfall mit Folgen! Bewusstlos im Krankenbett liegend ist für Knecht Ruprecht klar, es muss Ersatz her! Doch wer kann den Weihnachtsmann vertreten? Und wer traut es sich zu, diesen Job überhaupt zu übernehmen? Da können nur noch die Men in Green helfen, eine geheime Gruppe im Herzen Underworlds. Doch können sie mit Hilfe des kleinen grünen Lykaners Wolfy das Weihnachtsfest noch retten?


Ich weiß, Weihnachten ist längst vorbei, aber bei diesem Hörspiel muss man gleich aus mehreren Gründen ganz stark sein. Da kommt es auf diesen kleinen Zeitsprung nun wirklich nicht weiter an.
Natürlich sind alle Geschichten Geschmackssache. Immer und überall! Aber diese hier ganz besonders. Dabei ist die Idee gar nicht mal so verkehrt. Der Weihnachtsmann reicht den Gelben Schein ein und nun muss man in der phantastischen Welt um ihn herum zusehen, wie man Weihnachten noch retten kann. Dabei geht es turbulent bis chaotisch zu und langweilig wird es auch nicht wirklich. Da hätte etwas draus werden können, da bin ich sicher!
Aber dann kam das, was man bei den Machern scheinbar unter Humor versteht, und damit war der Untergang des Hörspiels -zumindest für mich- im Nullkommanix besiegelt. Humor ist eine Sache, Albernheit eine ganz andere, und gegen die habe ich ganz gewaltig etwas!
Ich konnte weder über die Agenten 1 bis 666 lachen, noch über den obercoolen Wolfy auf seiner Weihnachtsmission oder die meckernden Schafen mit ihrem Hang zu rauhen Sitten. Die Vorstellung eines grünen Wolfs amüsiert mich ebenso wenig wie „Schwarzeneggers Auftritt“, bei dem ich mich regelrecht fremdgeschämt habe. Ich bin echt kein Arnie-Fan, aber sowas muss nicht sein. Ich könnte noch ewig weiter so unlustige Elemente aufzählen, aber ich will es mal bei diesen paar Punkten belassen. So ziemlich alles an dieser Story ist so dermaßen überzogen, dass man eigentlich nur den Kopf schütteln kann, und der berühmte Rote Faden bleibt dabei auch nicht immer in Sichtweite.

Bei den Sprechern fuhr das Hörspiel einen kleinen Pluspunkt bei mir ein. Tommi Piper -ALF- ist in der Rolle des Knecht Ruprecht zu hören. Ich mag seine Stimme einfach und der rauhe Klang und Ton passt auch ganz gut zu dieser Figur. Auch Erzähler Michael Grumptmann macht seinen Job ganz ordentlich. Was die übrigen Sprecher angeht -und da gibt es eine ganze Mannschaft- lohnt es sich nicht, jemanden speziell hervorzuheben. Oder doch! Den kleinen Jungen unter dem Weihnachtsbaum! Gesprochen von Damian Raphahn (?)! Andererseits lässt es tief blicken, dass ein Kindersprecher den Großen so leicht den Rang abläuft.

Es sorgt bei mir ebenfalls nicht für Heiterkeit, wenn ich beim Hören alle naselang am Lautstärkeregler hantieren muss. Manche Szene ist so leise, dass man lauter drehen muss um sie zu verstehen, andere brüllen einen daraufhin geradezu an. Musik bekommt man -falls ich es nicht schon verdrängt habe- so gut wie gar nicht zu hören. Stattdessen setzt man während der Handlung auf schrille, cartoonige Geräusche. Das Intro, das eine spannende und dramatische Story verspricht, wirkt dagegen geradezu exotisch. Aber die rockige Version von „Jingle Bells“ am Schluss, die mochte ich.

Das Cover geht in Ordnung. Einfach weil mir keine Szene aus dem Hörspiel einfällt, die sich als Motiv lohnen würde. Rot-weiß wirkt es einigermaßen weihnachtlich und das Schlittengespann ist ganz niedlich. Um im Schriftzug den Wolf zu erkennen, muss man schon sehr, sehr gut hinschauen.

Fazit:  Die Idee der Geschichte ist nicht übel, was daraus gemacht wurde allerdings schon. Selten so viele Albernheiten am Stück gehört. Es mag Leute geben, die diese Art „Humor“ teilen, aber ich gehöre klar nicht dazu. Die Sprecher bekleckern sich größtenteils auch nicht gerade mit Ruhm und die unstete Lautstärke nervt obendrein.

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