Isegrim (Antje Babendererde / Carla Swiderski, Berd Stephan)

Titel: Isegrim / Verlag: Goya Libre / Spielzeit: ca. 290 min / Buch: Antje Babendererde / gelesen von: Carla Swiderski, Bernd Stephan ua

isegrimInhalt: Der Wald ist Jolas Zuflucht. Seit sie ein kleines Mädchen ist, kennt sie hier jeden Winkel, jeden Baum, jedes Tier. Doch in der letzten Zeit gehen Veränderungen im Wald vor sich. Irgendetwas oder irgendjemand treibt hier sein Unwesen, beobachtet sie, folgt ihr. Als Jola auf einen fremden Jungen trifft, der sie seltsam fasziniert, scheint das Rätsel gelöst. Sie ahnt nicht, welches düstere Geheimnis der Wald noch hütet, und dass alle Fäden bei einem furchtbaren Verbrechen zusammenlaufen, das Jola seit fünf Jahren zu vergessen versucht.


Dieses Hörbuch hatte mich mit seinem Cover im Nu am Haken. Ich mag Wölfe sehr gerne! Entsprechend neugierig war ich auf diese Geschichte, bei der ich vermutete, sie könne vielleicht in Richtung Fantasy gehen. Es muss an dem Fabelnamen „Isegrim“ gelegen haben. Das vermutet man wohl schnell etwas Phantastisches.
Das stellte sich schnell als Irrtum heraus, worüber ich aber nicht allzu enttäuscht war. So ein großer Fantasy-Fan bin ich nicht.
Was aber genau will diese Geschichte sein? Ich kann es nicht sagen, dafür ist sie zu sehr vollgestopft mit den verschiedensten Elementen. Sie ist ein wenig Liebesgeschichte, ein wenig dörflicher Krimi, ein wenig ein Blick in die Vergangenheit Deutschlands, ein wenig ein Aufrütteln was das Wissen der Menschen um den Wolf anbetrifft, ein wenig Familiendrama und auch ein wenig eine Liebeserklärung an den Wald. Und das sind nur ein paar Dinge, die in „Isegrim“ eine Rolle spielen. Der Wolf selber nimmt dabei leider nur einen sehr kleinen Teil ein, und ist nur für einen Bruchteil der Geschichte der Aufhänger. Dass ausgerechnet er den Titel der Hörbuchs einnimmt, kommt mir da schon seltsam vor. Vor allem leitet es einen in die Irre. Ich habe immer gewartet, dass der Wolf bald eine größere Rolle spielt, doch sein Part lief ziemliche am Rande ab.
Erschwerend kam noch hinzu, dass ich mich mit Jola kaum anfreunden konnte. Ihre innige Liebe zum Wald fand ich schon gewöhnungsbedürftig. Natürlich ist ein Wald schön, aber so vernarrt darin zu sein? Ich weiß ja nicht. Vielleicht bin ich dazu zu wenig Naturbursche, das kann gut sein. Und wie Jola sich ihrem Freund Kai gegenüber aufführt, das fand ich ebenfalls ziemlich daneben. Statt ihm gleich zu sagen, was Sache ist, da drückt sie sich ewig drum herum und Kai, der arme Kerl, weiß gar nicht, was er noch von Jola denken soll. Dabei gibt er sich redlich Mühe und sieht ihr Vieles nach, bei dem andere Typen sie längst in die Wüste geschickt hätten.

Drei Sprecher sind in diesem Hörbuch zu hören. Der kleinste Teil kommt Berd Stepahn zu, der zwischen den einzelnen Kapiteln immer mal wieder mit einem Kinderreim oder Kinderlied zu hören ist, das er mit tiefer, unheimlicher Stimme vorträgt. Jona Mues hat da schon mehr zu tun, dafür darf man bei ihm rätseln, wem man da zuhört, denn das wird nicht deutlich. Dazu schlägt er einen ruhigen Ton an. Den größten Teil trägt Carla Swiderski vor. Ihre Stimme hat mir gefallen, aber sie hätte ruhig eine gute Spur jugendlicher klingen dürfen. Jola ist schließlich siebzehn Jahre alt! Außerdem -Umgangssprache hin oder her- heißt es auseinander, nicht aussenander, genau wie es nicht mittenander heißt, sondern miteinander. Das ist mir hier unangenehm aufgefallen. Genau wie der eine oder andere Fehler beim Lesen. So heißt es zB einmal, Jola bliebe mit einem rechten Fuß hängen. Wie viele rechte Füße hat das arme Mädchen denn?

Das Covermotiv gefällt mir immer noch. Diese Silhouette eines heulenden Wolfs mit den Waldelementen darin. Es ist ziemlich schlicht, aber eben einfach schön.

Fazit:  Mir war die Geschichte zu vollgepackt mit verschiedenen Themen, sodass ich gar nicht genau weiß, welche Art Geschichte sie nun sein will bzw sein soll. Außerdem hatte ich mit Jolas Vorlieben und ihrem Verhalten oft meine Schwierigkeiten, wodurch es mir schwer fiel, mich mit ihr anzufreunden.

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