Mord in Serie (12) – Gier

Titel: Mord in Serie (12) – Gier / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 63 min / Sprecher: Uschi Hugo, Dascha Lehmann, Martin Kautz, Gerald Paradies ua

mis12Inhalt: Die junge Studentin Theresa Nowak ist ihren Job los und völlig abgebrannt. Da kommt ihr das verlockende Angebot ihrer Freundin Stella gerade richtig: ein Engagement als Callgirln bei ein exklusiven Münchner Begleitagentur. Gleich am ersten Abend lernt sie den charismatischen Playboy und Selfmade-Millionär Leonard Sanchez kennen und verfällt augenblicklich seinem geheimnisvollen Charme. Doch der weltgewandte Mann, in den sie sich verliebt, hat noch eine dunkle Seite. Schon bald befindet sich Theresa in einem Albtraum aus sexueller Begierde und gefärlichen Verbrechen.


Lässt das Covermotiv noch Raum für Spekulationen um welche Art Gier es in der Geschichte gehen könnte, lässt die erste Szene in dieser Hinsicht keine Fragen offen. Als Hörer geht man somit vorläufig davon aus, dass es sich um sexuelle Gier drehen wird, die üble Folgen hat.
Dafür spricht dann auch Theresas Job- und Gelddilemma, wegen dem sie auf Raten ihrer Freundin Stella bei einem Escortservice anheuert. Da habe ich mir spontan gegen die Stirn gehauen und überlegt, wie dumm das Mädel ist! So reizvoll kann schnellverdientes Geld doch gar nicht sein um sich zu sowas verleiten zu lassen! Außerdem weiß man doch, dass im Rotlichtmileu (und in diesen Bereich fallen für mich auch solche „exklusiven Begleitservices“) gerne finstere Gestalten mit bösen Absichten unterwegs sind! Als Hörer schon lange, denn im Gegensatz zu Theresa hat man Track 1 gehört 😉
Zunächst schwebt Theresa aber auf Wolke 7 als sie den Millionär Sanchez kennenlernt. „Shades of Grey“ ick hör‘ dir trapsen! Ich habe ihm von Anfang an nicht  getraut, aber mir wollte auch keine Idee kommen, was er mit den Morden zu tun haben könnte. Das hat mich bis zu seinem Ausbruch in Sicherheit gewiegt. Dieser Ausbruch ist eine der vielen kleinen Überraschungen und Wendungen, die diese Folge auszeichnen. Mir haben diese kleinen Schreckmomente prima gefallen. Das hält bei Laune, sorgt für Spannung und dann muss das Ende auch nicht mehr mit DEM Paukenschlag überhaupt aufwarten. Ein etwas ruhigeres, aber dafür schlüssiges und überraschendes Ende passt viel besser, und genauso habe ich das Ende hier empfunden. Der Titel „Gier“ bekommt hier übrigens noch eine gewisse Doppeldeutigkeit.
Allerdings: die Devise ’nimm die unverdächtigste Person und du hast mit hoher Wahrscheinlichkeit den Täter erwischt‘ gilt auch bei dieser Folge wieder.

Der resolute Ton, den Uschi Hugo für Theresa bereithält, will zu anfangs nicht recht zu ihr passen, wenn man berücksichtigt, worauf sie sich bei ihrem neuen Job einlässt. Später als sich herausstellt, dass Theresa alles andere als ein Naivchen ist, hat er mir umso besser gefallen. Alexandra von Schwerin hört man vom ersten Satz an an, dass mit der Leiterin der Agentur nicht zu spaßen ist. Und Martin Kautz vermittelt einem schnell ein gutes Bild von Millionär Sanchez: wohlhabend, mit einem Hauch von Arroganz, die ihn aber eher interessant als unsympathisch wirken lässt. Danke an alle Sprecher, deren Figuren sich in dieser Geschichte auf der Horizontalen vergnügen. Ihr habt es geschafft, dass das zu keinem Moment albern und platt klingt.

Musikalisch gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Die Stücke unterstreichen gekonnt die Atmosphäre der Geschichte und helfen der Spannung auf die Sprünge.
Als Bonus-Song findet sich auf dieser CD „I’m not the one“ von Vanguard, und der hat Ohrwurmqualität.

Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Frau bin, jedenfalls habe ich in dem Covermotiv im ersten Moment nichts weiter erkannt als einen Tropfen Blut. Männern, die einen Blick für gewisse Formen haben, mag es da anders gehen 😉 Nachdem ich dann erkannt hatte, was dargestellt wird, empfinde ich es als ein gut gewähltes Motiv für diese Geschichte. Und das Blut ist natürlich ein Hingucker.

Fazit:  Ein weiterer spannender Thriller dieser Reihe, dem es gelingt, eine Geschichte um Sex und die Schattenseiten der käuflichen Liebe nicht in Plattheiten enden zu lassen. Eine Reihe kleinerer Überraschungsmomente und Wendungen halten bei Laune und machen neugierig auf die Auflösung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: