Gruselkabinett (86) – Die Kreatur

Titel: Gruselkabinett (86) – Die Kreatur / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Hasso Zorn, Jannik Endemann, Manfred Lehmann ua

gk86Inhalt: Eine Kleinstadt in denSüdstaaten der USA 1935:
Die Suche nach Bozo, dem spurlos verschwundenen Malteser Kater seiner Freundin Marjory, lässt den jungen Michael Strang in der Dämmerung
in einem einsam gelegenen Haus am Ende der Straße die Bekanntschaft des geheimnisvollen neuen Besitzers machen.


Es hat sich irgendwie eingebürgert, dass „Gruselkabinett“-Folgen bei mir nicht unbedingt in Reihe besprochen werden. Einfach weil ich nach dem Titel entscheide, in welcher Reihenfolge ich sie höre.
Diese Geschichte startet zwar nicht gruselig, dafür aber spannend und auch ganz interessant. In einer Kleinstadt verschwinden seit einiger Zeit immer wieder Haustiere, was ich persönlich als besonders schlimm empfunden habe, tierversessen wie ich bin. Mir tat Marjory unheimlich leid. Auf seiner Suche nach dem Kater trifft Marjorys Freund Michael auf einen eigenbrötlerischen Mann, der neu in die Stadt gezogen ist. Jeder, der enigermaßen erprobt ist in Sachen Gruselgeschichten, wird natürlich sofort einen Zusammenhang zwischen dem Einsiedler und der verschwunden Tieren herstellen. Jedenfalls ging es mir so. Allerdings bekam ich keine Vorstellung davon auf die Reihe, was da in dem alten Landhaus hausen könnte. Ich hatte den alten Mann im Verdacht, aber dazu passten weder seine Behinderung, noch die Geräusche, die Michael in dem Haus hört. Somit fand ich es also ganz spannend zu verfolgen, wie die Geschichte sich entwickelt. Speziell als sie gegen Ende an Dramatik ordentlich zulegt. Denn nach einer Weile verschwinden auch Kinder und schließlich ist sogar Marjory wie vom Erdboden verschluckt.
Die Auflösung hat mir dann leider nicht so gut gefallen. Ich fand sie schlichtweg zu einfach. Da hätte man mehr draus machen können. Und Täter, die im Angesicht des Höhepunkts ihrer kranken Karriere, eine Lobeshymne über ihre Leistungen abliefern, sind ebenfalls nicht mein Ding.

Gerade mal fünf Sprecher sind in dieser Folge zu hören. In der Hauptsache ist es Jannik Endemann, der einerseits als Erzähler im Einsatz ist, andererseits aber natürlich auch den jungen Michael spricht. Mit seiner angenehmen Stimme hat er mir Michael schnell sympathisch gemacht. Manfred Lehmann ist als John Stark zu hören. Wenn man ihm so lauscht, dann möchte man eigentlich gar nicht glauben, dass sich hinter dieser netten Fassade etwas Böses verbirgt. Anfangs jedenfalls nicht. Später klingt das schon ganz anders! Den dritten größeren Part übernimmt Maximiliane Häckel, die Marjory gekonnt jugendliches Leben und viel Gefühl einhaucht. Kleinere Rollen fallen Traudel Haas und Hasso Zorn zu.

Einmal mehr gibt es in einer Folge dieser Reihe kaum einen Moment, der nicht musikalisch begleitet wird. Die Stücke sind schön und sorgen schnell für ein geheimnisvolles Flair, dennoch höre ich bei dieser Masse an Musik -so leise sie auch ist- irgendwann einfach weg. Mir ist es lieber, wenn die Musik Akzente setzt, statt allgegenwärtig zu sein.

Das Covermotiv gefällt mir und es fügt sich nahtlos in die Reihe der bisherigen Cover ein. Mit dem unheimlichen Haus und den knorrigen Bäumen wirkt es angemessen schauerlich. Bei der Gestalt in der Tür fragt man sich leicht, ob sie die Kreatur ist, und wenn nicht, ob sie zumindest etwas mit ihr zu tun hat. So macht das Motiv Lust auf die Folge.

Fazit:  Die Geschichte lässt sich spannend und interessant an und spitzt sich im weiteren Verlauf deutlich zu. Dennoch hatte ich schnell eine Theorie, was in dem Städtchen vor sich gehen könnte. Und auch wenn ich nicht 100%ig richtig lag, die stimmte doch die Richtung. Eine gewisse Vorhersehbarkeit kann man der Story also nicht absprechen. Für die Auflösung wurde -meiner Meinung nach- die einfachste Möglichkeit gewählt. Das hat mich enttäuscht.

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