The Border (01) – Der Weg in die Hölle

Titel: The Border (01) – Der Weg in die Hölle / Verlag: Imaga / Spielzeit: ca. 56 min  / Sprecher: Hans Bayer, Bernd Vollbrecht, Katrin Fröhlich, Tobias Kluckert ua

theborder01Inhalt: „Wir führen die Ängste bezüglich der Gentechnik ad absurdum, denn wir beherrschen die Technik. Es ist wie beim Computer. Nach den 80ern war er für die meisten Menschen eine Black-Box mit dem Potenzial, die Apokalypse heraufzubeschwören. Und was wurde daraus? Die digitale Revolution, die Weiterentwicklung der Maschinen. Wir haben nun die Tür zur genetischen Revolution aufgestoßen. Und damit -vielleicht- eines Tages zur Weiterentwicklung des Menschen.“


Wenn ein Hörspiel damit beginnt, dass zwei Personen in den höchsten Tönen von ihrem Leben schwärmen, liegt der Verdacht sehr nahe, dass mit diesem tollen Leben irgendetwas nicht stimmt. Damit ist man als Hörer schon mal gut eingestimmt, auch wenn ich leicht allergisch darauf reagiere, wenn sich hinter der Fassade eine wunderbaren Welt plötzlich Abgründe auftun. Das findet man aktuell in zu vielen Geschichten vor.
Allerdings muss ich „The Border“ zugestehen, dass ihm eine Idee zugrunde liegt, die ich bislang noch nirgends angetroffen habe. Das gab Pluspunkte. Genau wie der unbestreitbare Ekelfaktor, der sich bei mir stetig einen Wettkampf mit der Faszination für die Erfindung der Wissenschaftler lieferte. Irgendwie fand ich es nämlich auch ganz cool. Krank, wie ich in diesen Sachen halt manchmal bin.
Was die beiden Inspektoren über diese Erfindung herausfinden, kam für mich nicht sonderlich überraschend. Dafür konnte mich die weitere Entwicklung der Geschichte einige Male überraschen. Und das mit Ereignissen, die ganz und gar nach meinem Geschmack sind. Zugegeben, auch sie sind teilweise wieder ziemlich scheußlich, aber das dürfte nach dem bis dahin Gehörten nicht mehr wirklich unangenehm ins Gewicht fallen. Bis dahin sollte der Magen abgehärtet sein.
Das Ende der Geschichte hat mir gefallen. Vor allem, weil die Geschichten der Reihe ja für sich abgeschlossen sein sollen. Da finde ich es einfach schön, wenn eine Story halt einfach aus ist, obwohl sie sicher noch bis zum Erbrechen fortgeführt werden könnte. Endlich lässt mal jemand eine gute Story für sich stehen!

Die beiden Wissenschaftler, die in die Station kommen um die Arbeit dort unter die Lupe zu nehmen, werden von Tobias Kluckert und Bern Vollbrecht gesprochen. Mir hat von beiden Bernd Vollbrecht als Malcolm am besten gefallen. Nachdem er und sein Kollege Paul herausgefunden haben, was in der Station gezüchtet wird, hört man ihm an, wie er mit jedem Satz grüner im Gesicht wird. Schön! Da habe ich schmunzeln müssen. Tobias Kluckert alias Paul kommt energischer und abgebrühter rüber.

An Musik bekommt man bei „The Border“ nicht viel zu hören, was zumindest mich überhaupt nicht gestört hat. Die Geschichte braucht keine Dauerbeschallung um zu wirken. Stattdessen wird überwiegend mit Geräuschen gearbeitet, die hin und wieder mal zu so etwas wie einer Melodie aus wabernden Klängen zusammengefügt werden. Ansonsten sind speziell die Geräusche besonders auffällig gehalten, die Bezug zum Thema der Geschichte haben. Beispeielsweise das von klapperndem Geschirr, das eines Messers, das durch rohes Fleisch schneidet oder das Blubbern von Reagenzgläsern..

Mit dem umgestürzten Schreibtischstuhl und der blutigen Gestalt in einem futuristisch wirkenden Raum macht das Cover neugierig auf das Hörspiel. Dabei wird nicht einmal angedeutet, um was es in der Geschichte tatsächlich geht. Da dürfte die eine oder andere Überraschung vorprogrammiert sein.

Fazit:  Ich hoffe, die Reihe geht mit Geschichten in diesem Stil weiter: mit coolen Ideen, überraschend, krank und herrlich eklig. „Der Weg in die Hölle“ hat mir Spass gemacht.

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