Sherlock Holmes Academy (01) – Chaos, Karos und knifflige Fälle

Titel: Sherlock Holmes Academy (01) – Chaos, Karos und knifflige Fälle / Verlag: Winterzeit / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Celine Furtenbacher, Carolin Furtenbacher, Sascha Rotermund ua

holmesacademy01Inhalt: Trudy will einmal berühmt werden. Eine berühmte Detektivin. Klar, dass sie deshalb auf die Sherlock-Holmes-Academy geht. Denn dieses Internat im schottischen Hochmoor hat es in sich! Hier lernen die Mädchen Codes zu knacken oder zu beschatten. Und so sind Trudy und ihre neue Freundin Marlene schnell fit für ihren ersten Fall: Im Internat wurde eingebrochen. Und das von echten Profis. Eine knifflige Aufgabe, vor allem, weil die Jungs vom benachbarten Spionageinternat I.O.S. alles daran setzen, um die Täter vor den Mädchen zu überführen.


Früh übt sich, was ein Holmes-Fan werden will! Mädchen ab etwa acht Jahren können dies nun zB mit der Reihe „Sherlock Holmes Academy“ in Angriff nehmen. Ich wollte schon immer die Bücher lesen, aber irgendwie hat sich das bisher noch nicht ergeben. Somit freute ich mich als die Ankündigung der Hörspielserie rauskam.
Leider habe ich mich zu früh gefreut. Das liegt aber nicht an Trudys und Marlenes erstem Fall, denn der geht von der Geschichte her völlig in Ordnung. Eine geheimnisvolle Karte mit seltsamen Zeichen, ein ebenso geheimnisvoller Club, Nachforschungen im Wald und in der Schule, und dazu noch die Konkurrenz zur Nachbarschule, mit der man quasi um die Wetter ermittelt. Daran gibt es für eine Detektivgeschichte nichts auszusetzen. Und auch vom Setting her bringt die „Sherlock Holmes Academy“ alles mit, was gefällt. Internatsgeschichten gehen seit je her immer, erst recht seit „Harry Potter“, und die beiden pfiffigen Detektivinnen wissen ebenfalls zu gefallen.
Mein Problem mit diesem Hörspiel besteht daran, wie es gemacht ist. Vor allem die Aufteilung der erzählten Passagen und der gespielten Szenen. Es wirkt als habe man dem Erzähler das Buch vorgelegt , woraus er seinen Part vorträgt. Zwischen diesen Parts gibt es dann meist eher kurze gespielte Szenen mit den übrigen Sprechern. Nun bin ich die Letzte, die sich darüber beschweren würde, wenn es bei einem Hörspiel einen Erzähler gibt, aber hier hatte er mir entschieden zu viel zu sagen. Kaum kommt in einer gespielten Szene zwischen Trudy, Marlene und / oder anderen Figuren mal etwas Tempo in die Handlung, muss der Erzähler wieder etwas erklären und schon ist das aufkommende Tempo dahin. Gleiches gilt leider auch für die Spannung, was bei einer Detektivgeschichte doppelt ungünstig ist. Und den berühmte Roten Faden verliert man so auch ganz leicht mal.

An den Sprecher gibt es nichts auszusetzen. Besonders die beiden jungen Hauptsprecherinnen haben es mir angetan. Ein tolles Gespann aus der vorlauten und oft etwas frechen Trudy und der eher ruhigen, liebenswerten, aber cleveren Marlene. Den beiden habe ich gerne gelauscht. Die Lehrer klingen angemessen streng und bei Trudys Tante wusste ich lange nicht, ob man ihr trauen kann. So undurchsichtig wird sie zum Leben erweckt.

Musikalisch kann man dem Hörspiel ebenfalls nichts vorwerfen. Es kommen oft Stücke zum Einsatz, die das Flair der alten Holmes-Geschichten aufkommen lassen. Das gibt dem Hörspiel etwas sehr Klassisches. Dann und wann klingt es aber auch mal etwas moderner und flotter aus den Boxen, wie es sich für eine Detektivgeschichte für Kinder von heute gehört. Die Mischung ist gelungen. Dafür ist die Geräuschkulisse unglaublich dünn, selbst für ein Kinderhörspiel. Im Wald ständiges Eulen-Schuhu, einfaches „tap-tap“ für Schritte und das Gelächter einer ganzen Klasse hat auch anders zu klingen als dreifaches Kichern.

Das Covermotiv gefiel mir auf Anhieb. Schön bunt und die beiden Mädels sehen sehr sympathisch und pfiffig aus. Die Eule macht neugierig darauf, was es mit ihr auf sich hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass das jungen Hörspielfans gefällt.

Fazit:  Ich werde wohl doch lieber die Bücher lesen. Die Geschichte ist keineswegs schlecht, sie kann nur ihr Potenzial an Spannung und Tempo nicht entfalten, weil die häufigen Erzählerpassagen es regelmäßig ausbremsen. So wirkt es obendrein wie ein HörBUCH mit gespielten Szenen zwischendrin, und so hat ein HörSPIEL für mich schlichtweg nicht zu klingen. Die Sprecher machen einen guten Job und der Soundtrack kann sich hören lassen. Nur die Geräuschkulisse ist wieder recht dürftig.

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