Gruselkabinett (88) – Die Affenpfote

Titel: Gruselkabinett (88) – Die Affenpfote / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 47 min  / Sprecher: Max Felder, Regine Lemnitz, Harald Dietl, Johannes Steck ua

gk88Inhalt: Um 1900: In der Villa Laburnum, draußen auf dem Land, lebt das ältere Ehepaar White mit seinem jungen Sohn. In einer kalten und nassen Nacht erfahren sie von Sergeant-Major Morris, einem von Alkohol und Krankheit gezeichneten Freund des Hausherrn aus Armeezeiten, das Geheimnis einer aus Indien stammenden, getrockneten Affenpfote, die angeblich die Macht besitzen soll, Wünsche zu erfüllen. Damit nimmt das Unheil im Haus der Familie White seinen Lauf.


Überraschung: „Gruselkabinett“ mal in richtiger Reihenfolge! Das hat Seltenheitswert bei mir, aber bei einem solch tierischen Titel kein Wunder. Sowas hat immer Vorrang bei mit 😉
Diese Folge beginnt ausgesprochen gemütlich. Zunächst mal erlebt man Familie White an einem ganz normalen, gemütliche Abend mit Schach, Kleiderflicken und kleineren Wortgefechten. So lernt man die Familie kennen und merkt, wie sehr sie aneinander hängen und welche Sorgen sie beschäftigen. Das wäre zumindest mir aber auch in etwas kürzerer Fassung klar geworden. Die Szene zieht sich ziemlich hin, sodass ich mich irgendwann gefragt habe, wie da bitte eine Affenpfote reinpassen sollte?
Klappt aber doch! Ein Freund der Familie schleppt sie beim späteren Besuch an und erzählt eine Geschichte dazu, die zumindest Mutter White eine Gänsehaut beschert. Die Herren White sind interessiert (Junior White) bis ziemlich ablehnend (Vater White).  Als Hörer freut man sich, dass nun endlich mal wenigstens eine dezent schauerliche Story erzählt wird. Der Rest der Geschichte ist dann sehr vorhersehbar. Aber ich muss gestehen, ich habe herzlich lachen müssen, als sich herausstellte, wie der erste Wunsch der Whites an die Affenpfote, erfüllt wurde. Böse, sehr böse. Mit einem Funken bösen Humor kann man das tatsächlich genießen.
Wunsch Nummer 2 sieht man ab einem bestimmten Punkt ebenfalls kommen. Das fand ich aber nicht mehr ganz so schlimm, denn dieser Wunsch hätte aus der „Affenpfote“ noch richtig etwas machen können. Leider reicht es dann doch nur für viel Geschrei und einem Klopfen an der Tür. Was immer daran gruselig sein soll…?
Das Ende kam dann sehr abrupt, was bei mir insgesamt den Eindruck einer schlechten Einteilung der Handlung hinterlassen hat.  Langatmiger Anfang, gehetzt wirkendes Geschehen um die Pfote und die Wünsche, und dann *zack* das Ende.

Der Sprechercast ist recht überschaubar. Als Mutter White ist Regina Lemnitz zu hören. Ich mag ihre Stimme und sie hat hier einen passend mütterlichen Ton auf Lager. Das steht ihrer Rolle gut. Als sie sich später dan aber so richtig aufregt, war es doch hart an der Schmerzgrenze für mich. Es ist nachvollziehbar, dass die Mutter in dem Moment durchdreht, aber ich mag keine hysterischen Frauenstimmen. Das tut weh! Ihr Sohn Herbert wird von Max Felder gesprochen, der ihn passend jung, unbeschwert und neugierig klingen lässt.

Einmal mehr wird eine dichte und nahezu durchgängige Musikkulisse geboten, die anfangs die gemütliche Atmosphäre unterstreicht, später aber auch die seltenen unheimlichen Momente verdeutlicht. Bei den Erzählungen um die Affenpfote aus Indien sind zudem noch ein paar exotische Melodien eingestreut, die jede Schlange aus ihrem Korb locken würden.

Die Affenpfote ziert natürlich auch das Cover. Allerdings ganz schön unspektakulär, wie ich finde. Da helfen auch die diffuse Beleuchtung und das Foto der Familie White nicht wirklich.

Fazit:  Es gab ein, zwei Momente, aus denen etwas wirklich Schauerliches hätte werden können, aber bei einem wurde das Potenzial schlicht nicht ausgeschöpft, der andere wurde zu schnell abgewürgt. So konnte daraus nichts werden. Die Geschichte ist mit knapp 47 Minuten sehr kurz. Da könnte man jetzt sagen, dass die Chance da einfach nicht gegeben war. Aber bei einer geschickteren Verteilung der Ereignisse wäre mehr drin gewesen. Da bin ich sicher.

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